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Worauf Arbeitgeber achten
Staatlich geprüfte Elektrotechniker:innen haben nach einer elektrotechnischen Ausbildung und Berufspraxis eine Weiterbildung an einer Fachschule abgeschlossen. Sie planen und projektieren elektrische Anlagen, erstellen Schaltpläne, programmieren Steuerungen, nehmen Anlagen in Betrieb, leiten Montageteams und Baustellen und übernehmen Verantwortung als verantwortliche Elektrofachkraft. Arbeitgeber sind Anlagenbauer, Automatisierungsfirmen, Planungsbüros für Gebäudetechnik, Energieversorger und Industriebetriebe.
Wichtig ist die Abgrenzung: Elektroniker:innen arbeiten mit Berufsausbildung vor allem ausführend, Elektroingenieur:innen haben ein Studium und arbeiten stärker in Entwicklung und Berechnung. Techniker:innen verbinden praktische Erfahrung mit Planungs- und Führungswissen. In der Bewerbung zählen Schwerpunkt, etwa Automatisierung oder Energietechnik, Werkzeuge wie EPLAN und TIA Portal, das Abschlussprojekt und Erfahrung in Projekten oder Teamführung.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Abschluss als staatlich geprüfte:r Techniker:in Elektrotechnik
- Elektrotechnische Ausbildung und Praxis
- EPLAN, SPS und Projektierung
- Abschlussprojekt
- Führungs- und Projekterfahrung
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Staatlich geprüfte:r Elektrotechniker:in aussehen:
09/2023 – heute · Elektrotechniker, Projektierung, Anlagenbauer für Fördertechnik, Bremen
- – Projektierung von Schaltanlagen in EPLAN
- – SPS-Programmierung mit TIA Portal
- – Inbetriebnahme bei Kund:innen
- – Leitung von Montageteams
- – Erstellung von Dokumentation und Prüfprotokollen
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Staatlich geprüfte:r Elektrotechniker:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Praxis und Planung: Aus der Montage weißt du, wo Schaltpläne Probleme machen. Beschreib, wie du das bei der Projektierung eines Schaltschranks berücksichtigt hast.
- Problemlösung: Bei einer Inbetriebnahme lief eine Förderstrecke nicht synchron. Erzähl, wie du die Ursache in der Steuerung gefunden hast.
- Führung: Du hast ein Montageteam auf einer Baustelle geleitet. Zeig, wie du Aufgaben verteilt und den Zeitplan gehalten hast.
- Normenwissen: Ein Kunde verlangte die Einhaltung bestimmter Normen. Nenn, wie du die Anforderungen in der Planung umgesetzt hast.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Staatlich geprüfte:r Elektrotechniker:in:
- EPLAN Electric P8
- SPS mit TIA Portal oder CODESYS
- Antriebstechnik und Frequenzumrichter
- DIN VDE 0100 und DIN EN 60204-1
- Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3
- Inbetriebnahme und Dokumentation
- Projektmanagement
- Verantwortliche Elektrofachkraft
- Ausbildereignung nach AEVO
Lebenslauf als Staatlich geprüfte:r Elektrotechniker:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Nach meiner Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik und mehreren Jahren in der Montage habe ich die Fachschule für Elektrotechnik abgeschlossen. Heute projektiere ich bei einem Anlagenbauer Schaltanlagen in EPLAN, programmiere Steuerungen mit TIA Portal und nehme Anlagen bei Kund:innen in Betrieb. Dabei kommt mir meine Montageerfahrung zugute, weil ich weiß, was auf der Baustelle funktioniert. In meinem Abschlussprojekt habe ich die Steuerung einer Förderstrecke energieeffizienter gestaltet. Auf Baustellen leite ich Montageteams. In Ihrem Unternehmen möchte ich als Projektleiter Verantwortung für größere Automatisierungsprojekte übernehmen.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Ausbildung, Praxis und Fachschule als roten Faden zeigen
- Schwerpunkt und Werkzeuge nennen
- Abschlussprojekt beschreiben
- Führungserfahrung angeben
Lieber nicht
- Praxis vor der Fachschule weglassen
- Sich als Ingenieur:in ausgeben
- Nur Schulfächer aufzählen
- Vertrauliche Projektdaten nennen
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Voraussetzung für die Fachschule ist in der Regel eine abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung, etwa als Elektroniker:in oder Mechatroniker:in, und Berufspraxis. Die Weiterbildung zur bzw. zum staatlich geprüften Elektrotechniker:in dauert in Vollzeit meist zwei Jahre, in Teilzeit oder als Fernlehrgang entsprechend länger. Schwerpunkte sind zum Beispiel Automatisierungstechnik, Energietechnik oder Informationstechnik. Der Abschluss steht im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Stufe 6 und kann über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden. Viele Fachschulen vermitteln zusätzlich die Fachhochschulreife.
Quereinstieg
Die Technikerschule ist selbst der Aufstiegsweg für Elektroniker:innen und Mechatroniker:innen. Ohne elektrotechnische Ausbildung ist der Zugang schwierig, weil Elektrofachkraft-Wissen Voraussetzung für viele Aufgaben ist. Wer bereits als Vorarbeiter:in oder in der Inbetriebnahme arbeitet, sollte das in der Bewerbung betonen. Arbeitgeber unterstützen die Weiterbildung oft mit Freistellung oder Zuschüssen. Ein späteres Studium der Elektrotechnik ist möglich. Frag deinen Arbeitgeber früh nach Unterstützung.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Abschluss und Schwerpunkt angegeben?
- Ausbildung und Praxis im Lebenslauf?
- Werkzeuge genannt?
- Abschlussprojekt beschrieben?
- Führungserfahrung erwähnt?
- Zeugnisse beigelegt?
Häufige Fragen
Was unterscheidet Elektrotechniker:in, Elektroniker:in und Elektroingenieur:in?+
Elektroniker:innen haben eine Berufsausbildung und arbeiten vor allem ausführend. Elektrotechniker:innen haben zusätzlich die Fachschule und übernehmen Planung, Projektierung und Führung. Elektroingenieur:innen haben ein Studium und arbeiten stärker in Entwicklung, Berechnung und Forschung. In Projekten arbeiten alle drei oft zusammen.
Darf ich als verantwortliche Elektrofachkraft arbeiten?+
Mit Techniker- oder Meisterabschluss und entsprechender Erfahrung kannst du vom Unternehmen als verantwortliche Elektrofachkraft bestellt werden. Du trägst dann Fach- und Aufsichtsverantwortung für elektrotechnische Arbeiten. Grundlage ist unter anderem DIN VDE 1000-10. Frag im Gespräch nach dieser Rolle.
Techniker:in oder Meister:in?+
Der Meister ist stärker auf Führung im Handwerk, Ausbildung und Betriebsführung ausgerichtet und berechtigt zur Selbstständigkeit im Elektrohandwerk. Der Techniker ist breiter technisch und auf Planung und Projektierung in der Industrie ausgerichtet. Beide stehen auf DQR-Stufe 6.
Wie wichtig ist EPLAN?+
In Projektierung und Schaltanlagenbau sehr wichtig, weil Schaltpläne heute fast überall damit erstellt werden. Nenn deine Erfahrung mit Makros, Stücklisten und Artikeldatenbanken. Wer EPLAN sicher beherrscht, ist bei Anlagenbauern und Schaltschrankbauern sehr gefragt. Auch Kurse beim Hersteller sind ein guter Nachweis.
Kann ich danach studieren?+
Ja, der Technikerabschluss eröffnet in vielen Bundesländern den Hochschulzugang, und Hochschulen rechnen oft Leistungen an. Berufsbegleitende Studiengänge in Elektrotechnik sind verbreitet. Informier dich bei der Wunschhochschule über Anrechnung und Zugangsvoraussetzungen. Viele studieren berufsbegleitend in Teilzeit neben ihrer Stelle.