Das Gespräch. Gut vorbereitet.

Ablauf, typische Fragen mit Antwortideen, eigene Fragen an das Unternehmen, Online-Gespräche und was nach dem Termin zu tun ist.

9 Min. LesezeitStand: 27. Oktober 2026
Inhalt · 10 Abschnitte+
  1. 01Vorbereitung
  2. 02Der typische Ablauf
  3. 03Selbstpräsentation
  4. 04Typische Fragen
  5. 05Antworten mit Beispielen
  6. 06Unzulässige Fragen
  7. 07Deine Fragen
  8. 08Online-Gespräche
  9. 09Nach dem Gespräch
  10. 10Häufige Fragen

Die Vorbereitung

Eine Einladung zum Gespräch heißt: Auf dem Papier passt du. Jetzt geht es darum, ob es auch menschlich passt, und ob du deine Erfahrung verständlich erklären kannst. Beides lässt sich gut vorbereiten.

  1. 01

    Das Unternehmen kennen

    Produkte, Kund:innen, aktuelle Nachrichten, Werte. Lies die Karriereseite und die letzten Pressemitteilungen.
  2. 02

    Die Stelle verstehen

    Geh die Anzeige Punkt für Punkt durch: Zu welcher Anforderung hast du ein Beispiel, wo musst du noch lernen?
  3. 03

    Beispiele sammeln

    Fünf bis sechs Situationen aus Job, Ausbildung oder Ehrenamt, die du kurz und lebendig erzählen kannst.
  4. 04

    Unterlagen griffbereit

    Deine eigene Bewerbung, die Anzeige, Notizen und deine Fragen. Ein Blick in die eigenen Unterlagen ist erlaubt.
  5. 05

    Logistik klären

    Anfahrt, Parkplatz, Ansprechperson, bei Videogesprächen Link und Technik. Plane 10 Minuten Puffer ein.

Der typische Ablauf

Jedes Unternehmen ist anders, aber die meisten Gespräche folgen einem ähnlichen Muster:

  • Begrüßung und Smalltalk: Anreise, Wetter, Kaffee. Locker bleiben, es geht um den ersten Eindruck.
  • Vorstellung des Unternehmens und der Stelle durch die Gesprächspartner:innen.
  • Deine Selbstpräsentation: „Erzählen Sie doch mal etwas über sich.“
  • Fragen an dich: zu Erfahrung, Arbeitsweise und Motivation, manchmal mit einer kleinen Fachaufgabe.
  • Deine Fragen an das Unternehmen.
  • Rahmenbedingungen: Gehalt, Start, Arbeitszeit, nächste Schritte.

Die Selbstpräsentation

Die Bitte, etwas über dich zu erzählen, kommt fast immer. Plane zwei bis drei Minuten und eine klare Struktur: Wo komme ich her, was mache ich heute, warum will ich diese Stelle?

Beispiel für eine Selbstpräsentation

Ich bin gelernte Kauffrau im Einzelhandel und habe meine Ausbildung bei REWE gemacht. Seit drei Jahren arbeite ich bei dm in Stuttgart. Dort kümmere ich mich um Beratung, Warenannahme und Inventur und habe zuletzt drei Auszubildende eingearbeitet.

Gemerkt habe ich dabei, wie viel Spaß mir die Arbeit mit dem Team macht. Deshalb möchte ich jetzt den nächsten Schritt gehen und als Filialleitung Verantwortung für eine ganze Filiale übernehmen.

Typische Fragen und gute Antworten

„Warum möchten Sie zu uns?“

Zeig, dass du dich informiert hast: ein Produkt, ein Projekt, ein Wert. Und verbinde es mit dir: Warum passt das zu dem, was du kannst und willst?

„Was sind Ihre Stärken?“

Zwei, drei Stärken, die zur Stelle passen, jeweils mit einem kurzen Beispiel. Keine Liste von Eigenschaften.

„Was sind Ihre Schwächen?“

Eine echte Schwäche, die für die Stelle nicht entscheidend ist, und was du dagegen tust. „Ich bin Perfektionist“ glaubt niemand mehr.

„Warum möchten Sie wechseln?“

Positiv formulieren, nach vorne schauen: Was suchst du, das du jetzt nicht hast? Nie schlecht über den aktuellen Arbeitgeber reden.

„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“

Realistisch und passend zur Stelle: mehr Verantwortung, ein Fachgebiet vertiefen, ein Team führen. Niemand erwartet einen genauen Plan.

„Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?“

Recherchiere vorher übliche Gehälter für Beruf, Region und Erfahrung. Nenne dann ein Jahresbrutto, gern als Spanne, und bleib selbstbewusst.

Antworten mit Beispielen: die STAR-Methode

Viele Fragen beginnen mit „Erzählen Sie von einer Situation, in der …“. Damit deine Antwort klar und überzeugend wird, hilft die STAR-Methode:

  1. 01

    Situation

    Wo und wann war das? Kurz den Rahmen setzen.
  2. 02

    Task (Aufgabe)

    Was war das Problem oder deine Aufgabe?
  3. 03

    Action (Handlung)

    Was hast du konkret getan? Hier liegt der Schwerpunkt.
  4. 04

    Result (Ergebnis)

    Was ist dabei herausgekommen? Am besten messbar.
Beispiel einer STAR-Antwort

Vor der Inventur im letzten Jahr hatten wir zu wenig Personal und die Zählung dauerte immer zwei volle Tage. Ich sollte einen Weg finden, schneller fertig zu werden. Ich habe vorgeschlagen, mit Handscannern zu arbeiten, das Team darauf geschult und die Zählung in Zonen aufgeteilt. Am Ende waren wir an einem Tag fertig, und die Fehlerquote ist gesunken.

Erst die Bewerbung, dann das Gespräch

Mit Jobrezept steht deine Bewerbung in zehn Minuten. Die gesparte Zeit steckst du in die Vorbereitung.

Unzulässige Fragen

Manche Fragen sind im Vorstellungsgespräch nicht erlaubt, weil sie mit der Stelle nichts zu tun haben und zu Benachteiligung führen können. Dazu gehören Fragen nach:

  • Schwangerschaft und Familienplanung
  • Religion, Weltanschauung und politischer Einstellung
  • sexueller Orientierung
  • Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Krankheiten, die für die Tätigkeit keine Rolle spielen

Deine Fragen an das Unternehmen

„Haben Sie noch Fragen?“ ist keine Höflichkeitsfloskel. Gute Fragen zeigen Interesse und helfen dir, die richtige Entscheidung zu treffen.

Gute Fragen

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag in der Stelle aus?
  • Woran merke ich nach sechs Monaten, dass ich gut angekommen bin?
  • Wie ist das Team aufgebaut, mit wem arbeite ich am meisten?
  • Wie läuft die Einarbeitung?

Lieber nicht als erste Frage

  • Wie viele Urlaubstage gibt es?
  • Kann ich ab dem ersten Tag ins Homeoffice?
  • Fragen, die schon auf der Website stehen

Online-Gespräche

  • Technik vorher testen: Kamera, Mikrofon, Internet, Programm. Am besten am Vortag mit einer Freundin oder einem Freund.
  • Licht von vorne: Ein Fenster oder eine Lampe vor dir, nicht hinter dir.
  • Ruhiger Hintergrund: aufgeräumt oder neutral. Unscharfer Hintergrund ist in Ordnung.
  • In die Kamera schauen, wenn du sprichst. So wirkt es wie Blickkontakt.
  • Handy lautlos, Benachrichtigungen am Computer aus.

Nach dem Gespräch

Notiere direkt danach, was besprochen wurde und welche nächsten Schritte genannt wurden. Eine kurze Dankesmail am selben oder nächsten Tag ist kein Muss, wirkt aber aufmerksam.

Kommt eine Absage, frag freundlich nach einem kurzen Feedback. Nicht alle Unternehmen antworten darauf, aber wenn, hilft es dir beim nächsten Mal.

Am Tag vor dem Gespräch

  • Unternehmen und Stelle noch einmal angeschaut?
  • Selbstpräsentation laut geübt, zwei bis drei Minuten?
  • Fünf Beispiele nach der STAR-Methode parat?
  • Drei eigene Fragen notiert?
  • Gehaltsvorstellung recherchiert?
  • Anfahrt oder Technik geprüft, Kleidung bereitgelegt?

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Vorstellungsgespräch?+

Meist zwischen 45 und 90 Minuten. Erste Telefon- oder Videogespräche sind oft kürzer, Gespräche für Führungspositionen oder mit Fachaufgaben auch länger.

Was ziehe ich zum Vorstellungsgespräch an?+

Eine Stufe gepflegter als der Alltag im Unternehmen. Schau dir Fotos auf der Karriereseite oder bei Social Media an. Im Zweifel lieber etwas zu ordentlich als zu locker.

Wie beantworte ich die Frage nach meinen Schwächen?+

Nenne eine echte, aber nicht stellenentscheidende Schwäche und zeig, wie du daran arbeitest. Zum Beispiel: „Ich habe früher zu viel selbst gemacht statt abzugeben. Inzwischen plane ich Aufgaben im Team bewusst und spreche früh darüber.“

Wann sollte ich nach dem Gespräch nachfragen?+

Wenn im Gespräch ein Zeitraum genannt wurde, wartest du diesen ab. Sonst ist eine freundliche Nachfrage nach etwa ein bis zwei Wochen in Ordnung.

Muss ich im Gespräch mein aktuelles Gehalt nennen?+

Nein. Du kannst stattdessen deine Gehaltsvorstellung für die neue Stelle nennen, als Jahresbrutto und gern als Spanne.

Genug gelesen?

Jetzt einfach machen.

Lebenslauf und Anschreiben, Frage für Frage. Kostenlos, ohne Account, ohne Wasserzeichen.

Weiterlesen.

Alle Ratgeber →