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Worauf Arbeitgeber achten
Fachlagerist:innen sorgen dafür, dass Waren im Lager ankommen, richtig eingelagert werden und pünktlich wieder hinausgehen. Sie nehmen Lieferungen an, prüfen Menge und Zustand, lagern Waren ein, kommissionieren Aufträge mit Handscanner oder Pick-by-Voice, verpacken Sendungen und beladen Lkw. Sie arbeiten in Logistikzentren des Handels, in Lagern von Industriebetrieben, bei Speditionen, im Onlinehandel und bei Großhändlern.
Der wichtigste Unterschied zur Fachkraft für Lagerlogistik: Die Ausbildung zur Fachlageristin bzw. zum Fachlageristen dauert zwei statt drei Jahre und konzentriert sich auf die operativen Abläufe im Lager. Planung, Optimierung von Prozessen, Bestandssteuerung und kaufmännische Aufgaben wie Versandpapiere für Exporte gehören eher zur Fachkraft. In der Bewerbung zählen deshalb Sorgfalt, Tempo, Staplerschein, Erfahrung mit Scanner und Lagerverwaltungssystem sowie Bereitschaft zur Schichtarbeit.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Abschluss als Fachlagerist:in
- Staplerschein
- Scanner und Lagerverwaltungssystem
- Sorgfalt bei Wareneingang und Kommissionierung
- Schichtbereitschaft
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Fachlagerist:in aussehen:
08/2023 – heute · Fachlagerist, Logistikzentrum eines Drogeriehändlers, Erfurt
- – Warenannahme und Mengenkontrolle
- – Einlagerung mit Schubmaststapler
- – Kommissionierung mit Pick-by-Voice
- – Verpackung und Verladung
- – Inventurzählungen
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Fachlagerist:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Sorgfalt: Beim Wareneingang fiel dir auf, dass Kartons beschädigt waren. Beschreib, wie du den Schaden auf dem Lieferschein vermerkt und fotografiert hast, bevor der Fahrer abfuhr.
- Tempo: In der Vorweihnachtszeit stieg die Zahl der Aufträge stark. Erzähl, wie du deine Kommissionierleistung gehalten hast, ohne mehr Fehler zu machen.
- Sicherheitsbewusstsein: Ein Gang war mit Paletten zugestellt. Zeig, wie du den Weg frei gemacht und die Schichtleitung informiert hast.
- Teamarbeit: Ein Kollege war neu und unsicher am Scanner. Nenn, wie du ihm die Abläufe gezeigt hast.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Fachlagerist:in:
- Wareneingang und Warenprüfung
- Ein- und Auslagerung
- Kommissionierung mit Scanner oder Pick-by-Voice
- Lagerverwaltungssysteme wie SAP EWM
- Flurförderzeuge mit Staplerschein
- Ladungssicherung
- Verpackung und Versand
- Inventur
Lebenslauf als Fachlagerist:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Nach meiner Ausbildung zum Fachlageristen arbeite ich im Logistikzentrum eines Drogeriehändlers. Ich nehme Lieferungen an, prüfe Menge und Zustand, lagere mit dem Schubmaststapler ein und kommissioniere Aufträge per Pick-by-Voice. Bei der Warenannahme bin ich sorgfältig: Beschädigungen dokumentiere ich sofort, damit Reklamationen später nicht scheitern. Auch in der Vorweihnachtszeit halte ich mein Tempo und arbeite fehlerarm. Neue Kolleg:innen arbeite ich gern ein. Im Schichtbetrieb arbeite ich zuverlässig. In Ihrem Unternehmen möchte ich zusätzlich das dritte Ausbildungsjahr zur Fachkraft für Lagerlogistik absolvieren, um später auch planende Aufgaben zu übernehmen.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Lagerart und Waren nennen
- Staplerschein und Geräte angeben
- Systeme und Scanner erwähnen
- Schichtbereitschaft klären
Lieber nicht
- Nur „Lagerarbeit“ schreiben
- Staplerschein verschweigen
- Körperliche Belastung kleinreden
- Fehler anderer erzählen
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Die duale Ausbildung zur Fachlageristin bzw. zum Fachlageristen dauert zwei Jahre und endet mit der IHK-Prüfung. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Du lernst Warenannahme, Lagerung, Kommissionierung, Verpackung, Versand, Arbeitssicherheit und den Umgang mit Flurförderzeugen. Nach dem Abschluss kannst du in einem dritten Jahr die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik anschließen, weil die ersten beiden Jahre weitgehend gleich sind. Später sind Vorarbeiter:in, Lagermeister:in oder Fachwirt:in für Güterverkehr und Logistik möglich.
Quereinstieg
Viele Lagermitarbeitende haben keine Ausbildung und arbeiten als Helfer:innen in Kommissionierung oder Verpackung. Mit ausreichender Berufserfahrung kannst du den Abschluss über eine Externenprüfung bei der IHK nachholen. Teilqualifikationen der Agentur für Arbeit führen ebenfalls schrittweise zum Abschluss. Ein Staplerschein verbessert deine Chancen sofort. Wer aus Handel oder Produktion kommt, bringt Erfahrung mit Waren und Abläufen mit. Nenn in der Bewerbung die Lagerart und die Systeme, die du kennst.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Abschluss oder Erfahrung angegeben?
- Staplerschein genannt?
- Systeme und Scanner?
- Lagerart beschrieben?
- Schichtbereitschaft geklärt?
- Zeugnisse beigelegt?
Häufige Fragen
Was unterscheidet Fachlagerist:in und Fachkraft für Lagerlogistik?+
Die Ausbildung zur Fachlageristin bzw. zum Fachlageristen dauert zwei Jahre und konzentriert sich auf operative Aufgaben wie Einlagern, Kommissionieren und Verladen. Die Fachkraft für Lagerlogistik lernt drei Jahre und übernimmt zusätzlich Planung, Optimierung und kaufmännische Aufgaben. Mit einem weiteren Jahr kannst du aufstocken.
Brauche ich einen Staplerschein?+
Für die meisten Stellen ist er sehr hilfreich oder Voraussetzung. Er wird in der Ausbildung oft mit erworben, sonst in Kursen nach DGUV Grundsatz. Zusätzlich braucht es eine schriftliche Beauftragung durch den Arbeitgeber. Nenn die Gerätetypen, die du fahren darfst.
Wie anstrengend ist die Arbeit?+
Körperlich fordernd, weil du viel stehst, gehst und hebst. Hilfsmittel wie Hubwagen, Hebehilfen und ergonomische Arbeitsplätze erleichtern die Arbeit. Achte auf rückengerechtes Heben und regelmäßige Pausen. Frag im Gespräch nach Ausstattung und Rotation zwischen Aufgaben.
Was ist Pick-by-Voice?+
Ein Kommissionierverfahren, bei dem du Anweisungen über ein Headset hörst und per Sprache bestätigst. So hast du beide Hände frei und arbeitest schneller. Andere Verfahren sind Handscanner oder Pick-by-Light. Nenn die Systeme, mit denen du gearbeitet hast.
Gibt es Schichtarbeit?+
In vielen Logistikzentren ja, oft im Zwei- oder Dreischichtsystem, im Onlinehandel auch am Wochenende. Frag nach Schichtplan, Zuschlägen und Planbarkeit. In kleineren Lagern von Industriebetrieben sind die Zeiten oft regelmäßiger. Nachtzuschläge regelt meist der Tarifvertrag.