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Worauf Arbeitgeber achten
Reinigungskräfte halten Räume sauber und hygienisch. Sie reinigen Büros, Sanitärräume, Treppenhäuser, Klassenzimmer, Praxen, Hotelzimmer und Produktionsbereiche nach festen Plänen, leeren Mülleimer, füllen Seife und Papier nach und melden Schäden. Sie arbeiten bei Reinigungsfirmen, in Hotels, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Behörden und in Privathaushalten. Viele Stellen liegen in Teilzeit oder im Minijob, oft früh morgens oder abends außerhalb der Bürozeiten.
Im Unterschied zu Gebäudereiniger:innen mit dreijähriger Handwerksausbildung übernimmst du vor allem die tägliche Unterhaltsreinigung nach Einarbeitung. Glas- und Fassadenreinigung, Steinpflege oder Grundreinigung mit Beschichtung gehören meist nicht dazu. Arbeitgeber achten auf Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit, weil du oft allein in fremden Räumen arbeitest. Erfahrung mit Reinigungsplänen, Farbsystemen und Dosierung ist ein Plus.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Erfahrung in der Unterhaltsreinigung
- Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
- Sorgfalt und Hygiene
- Vertrauenswürdigkeit
- Verfügbarkeit zu Randzeiten
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Reinigungskraft aussehen:
09/2022 – heute · Reinigungskraft, Reinigungsfirma, Einsatz in einer Arztpraxis und einem Büro, Kiel
- – Unterhaltsreinigung nach Reinigungsplan
- – Desinfektion von Kontaktflächen in der Praxis
- – Reinigung von Sanitärbereichen
- – Nachfüllen von Verbrauchsmaterial
- – Meldung von Schäden an die Objektleitung
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Reinigungskraft besonders, und so kannst du sie belegen:
- Sorgfalt: In der Praxis gelten strenge Hygieneregeln. Beschreib, wie du nach dem Farbsystem mit getrennten Tüchern arbeitest, damit keine Keime verschleppt werden.
- Zuverlässigkeit: Dein Objekt muss sauber sein, bevor die Praxis öffnet. Erzähl, wie du auch bei Schnee pünktlich warst.
- Ehrlichkeit: Du hast in einem Büro eine Geldbörse gefunden. Zeig, wie du sie sofort gemeldet und übergeben hast.
- Aufmerksamkeit: Ein Wasserhahn tropfte stark. Nenn, wie du den Schaden gemeldet hast.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Reinigungskraft:
- Unterhaltsreinigung
- Sanitärreinigung
- Flächendesinfektion
- Farbsystem für Reinigungstücher
- Dosierung von Reinigungsmitteln
- Sicherheitsdatenblätter
- Scheuersaugmaschinen
- Abfalltrennung
Lebenslauf als Reinigungskraft
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Seit drei Jahren arbeite ich als Reinigungskraft für eine Reinigungsfirma und reinige eine Arztpraxis und ein Büro. Ich arbeite nach Reinigungsplan, nutze das Farbsystem für Tücher und desinfiziere Kontaktflächen in der Praxis sorgfältig. Ich bin pünktlich und zuverlässig, auch früh am Morgen. Schäden melde ich sofort der Objektleitung. Die Praxisinhaberin hat mir ein gutes Zeugnis ausgestellt. In Ihrem Unternehmen möchte ich mehr Stunden arbeiten und gern auch in einer Klinik eingesetzt werden. Ich bin zuverlässig erreichbar und kann kurzfristig starten. Über eine Einladung zum Gespräch oder Probetag freue ich mich sehr.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Objekte und Aufgaben nennen
- Verfügbarkeit klar angeben
- Hygienekenntnisse zeigen
- Referenzen erwähnen
Lieber nicht
- Nur „Putzen“ schreiben
- Arbeitszeiten offenlassen
- Kund:innen nennen
- Lücken unerklärt lassen
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Für die Arbeit als Reinigungskraft ist keine Ausbildung nötig, die Einarbeitung erfolgt im Objekt. Für Kliniken und Praxen gibt es Schulungen in Hygiene und Desinfektion, oft vom Arbeitgeber organisiert. Wer sich weiterentwickeln will, kann die dreijährige Ausbildung zur Gebäudereinigerin bzw. zum Gebäudereiniger machen oder mit Berufserfahrung die Externenprüfung bei der Handwerkskammer ablegen. Danach sind Vorarbeiter:in, Objektleitung oder Meister:in möglich. Auch ein Bedienerausweis für Reinigungsmaschinen oder Arbeitsbühnen erweitert deine Einsatzmöglichkeiten. Gute Deutschkenntnisse helfen bei Schulungen.
Quereinstieg
Reinigung ist einer der häufigsten Einstiege in Arbeit, auch ohne Berufsabschluss oder mit wenig Deutschkenntnissen. Wichtig sind Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, Anweisungen genau umzusetzen. In der Gebäudereinigung gilt ein eigener Tarifvertrag mit Branchenmindestlohn. Achte auf einen schriftlichen Vertrag und erfasste Arbeitszeiten. Wer gut arbeitet, wird häufig Vorarbeiter:in oder bekommt mehr Stunden. Erfahrung aus Haushalt oder Hotellerie ist ein guter Startpunkt.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Objekte genannt?
- Aufgaben beschrieben?
- Verfügbarkeit angegeben?
- Hygienekenntnisse erwähnt?
- Referenzen vorhanden?
- Telefonisch erreichbar?
Häufige Fragen
Was unterscheidet Reinigungskraft und Gebäudereiniger:in?+
Gebäudereiniger:innen haben eine dreijährige Handwerksausbildung und übernehmen Fachaufgaben wie Glas-, Fassaden- und Sonderreinigung. Reinigungskräfte arbeiten nach Einarbeitung vor allem in der täglichen Unterhaltsreinigung. Mit Erfahrung kannst du die Ausbildung nachholen und mehr Verantwortung übernehmen. Frag nach Weiterbildung.
Brauche ich ein Anschreiben?+
Oft nicht. Ein kurzer Lebenslauf mit Erfahrung, Verfügbarkeit und Kontaktdaten reicht bei vielen Reinigungsfirmen. Manche bewerben sich auch telefonisch oder über ein Formular. Ein kurzes Anschreiben kann helfen, wenn du zum Beispiel in eine Klinik wechseln willst.
Was ist das Farbsystem?+
Ein System, bei dem Tücher und Eimer nach Bereichen farblich getrennt werden, etwa Rot für Toiletten, Gelb für Waschbecken und Fliesen im Sanitärbereich, Blau für Büros und Grün für Küchen. So werden Keime nicht verschleppt. Die genaue Zuordnung legt der Arbeitgeber fest.
Wie sind die Arbeitszeiten?+
Büros werden oft früh morgens oder abends gereinigt, Kliniken und Hotels auch tagsüber und am Wochenende. Viele Stellen sind Teilzeit oder Minijob. Frag nach festen Zeiten, Fahrtwegen zwischen Objekten und ob Fahrtzeiten bezahlt werden. Kläre auch Urlaubsvertretung.
Gibt es einen Mindestlohn?+
Ja, in der Gebäudereinigung gilt ein eigener Branchenmindestlohn aus dem Tarifvertrag, der über dem allgemeinen Mindestlohn liegt. Arbeitgeber müssen ihn zahlen, auch bei Minijobs. Achte darauf, dass alle Stunden erfasst werden. Bei Fragen helfen Gewerkschaft und Beratungsstellen.