AGG-Check für Stellenanzeigen

Ein Satz. Drei Monats­gehälter.

„Junges Team“, „Muttersprache Deutsch“, „Digital Native“: Harmlos gemeinte Wörter, für die Betriebe vor Gericht zahlen. Der AGG-Check findet sie, bevor die Anzeige online geht.

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Kostenlos · ohne Anmeldung · in Sekunden

Stellenanzeige

Buchhalter (m/w/d)

Wir sind ein junges Team mit kurzen Wegen.

Du bist Digital Native,

sprichst Deutsch als Muttersprache

und bist familiär ungebunden.

4 × Klagerisiko

vor dem Rotstift

Jetzt prüfen

Anzeige einfügen. Rotstift drüber.

Die Regelprüfung läuft sofort in deinem Browser. Für die zweite Meinung und die saubere Fassung geht nur der Anzeigentext an unsere KI, keine Namen oder Kontodaten.

Wusstest du?

Manche bewerben sich nur, um zu klagen.

Eine Absage kostet nichts, eine Klage nach einer riskanten Anzeige kann sich lohnen. Darauf haben sich einige spezialisiert. Und auch ehrliche Bewerber wissen heute, dass sie Rechte haben.

11.405

Anfragen bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes im Jahr 2024

So viele wie nie zuvor. 2019 waren es noch 4.247. Immer mehr Menschen kennen ihre Rechte und wehren sich.

ADS, Jahresbericht 2024

7.500 €

Entschädigung für zwei Wörter: „Digital Native“

Ein älterer Bewerber bekam eine Absage. Das Gericht sah in dem Begriff eine Benachteiligung wegen des Alters.

ArbG Heilbronn, 8 Ca 191/23

2 Monate

hat jede abgelehnte Person Zeit, Geld zu fordern

Pro Person bis zu drei Monatsgehälter. Bei einer Anzeige mit vielen Absagen kann das schnell mehrfach passieren.

§ 15 Abs. 2 und 4 AGG

Das Geschäftsmodell AGG-Hopping

Er bewarb sich nur auf Anzeigen für eine „Sekretärin“.

Ein Industriekaufmann schrieb gezielt Firmen an, die eine „Sekretärin“ suchten, sogar eine Autowerkstatt über einen Kleinanzeigen-Chat. Nach jeder Absage klagte er auf Entschädigung wegen Benachteiligung als Mann.

2024 hat ihn das Bundesarbeitsgericht gestoppt, weil er es zum Geschäftsmodell gemacht hatte. Dafür musste die Firma aber nachweisen, dass er die Stelle nie wollte. Gegen eine einzelne Klage gelingt das kaum, und auch ehrliche Bewerber dürfen klagen.

BAG, 19.09.2024 – 8 AZR 21/24

Warum das so gefährlich ist

Nicht der Bewerber muss etwas beweisen. Sondern ihr.

Im normalen Recht muss beweisen, wer etwas will. Beim AGG dreht sich das um, sobald die Anzeige ein Indiz liefert (§ 22 AGG). Dann steht die Firma vor Gericht und muss sich entlasten.

  1. 01

    Behaupten reicht nicht

    Steht ein riskanter Satz in der Anzeige, muss die Firma beweisen, dass er bei der Absage überhaupt keine Rolle gespielt hat. „Wir fanden jemand anderen besser“ hilft nur mit Auswahlkriterien, die vorher feststanden und schriftlich festgehalten wurden. Kleine Betriebe haben das fast nie.

  2. 02

    Ein Grund unter vielen genügt

    War das Alter, das Geschlecht oder die Herkunft auch nur einer von mehreren Gründen, ist die Absage unzulässig. Ein guter zweiter Grund rettet die Firma nicht.

  3. 03

    Zahlen, ohne dass jemand eingestellt wird

    Auch wenn die Stelle an einen besseren Kandidaten ging, gibt es bis zu drei Monatsgehälter. Und zwar für jede abgelehnte Person einzeln, nicht einmal pro Anzeige.

Gegen reine Klagejäger, die sich nur zum Schein bewerben, kann sich eine Firma wehren. Das Bundesarbeitsgericht verlangt dafür aber konkrete Beweise (BAG, 19.09.2024 – 8 AZR 21/24). Sicherer ist eine saubere Anzeige.

Warum das so oft passiert

Die eigene Anzeige liest man nie wie ein Anwalt.

01

Es ist nett gemeint

„Junges Team“ soll einladend klingen, „belastbar“ nach Teamgeist. Niemand schreibt eine Anzeige, um jemanden auszuschließen. Vor Gericht zählt aber, wie der Satz wirkt, nicht wie er gemeint war.

02

Es gibt keine Verbotsliste

Das Gesetz nennt kein einziges verbotenes Wort. Was riskant ist, ergibt sich aus Urteilen, und oft erst aus der Kombination: „dynamisch“ ist harmlos, „dynamisch“ plus „Berufseinsteiger“ plus „Feierabendbier“ nicht mehr.

03

Anzeigen werden kopiert

Viele Anzeigen stammen aus alten Vorlagen, werden von Abteilung zu Abteilung weitergereicht oder von einer KI geschrieben, die genau diese Floskeln liebt. Ein riskanter Satz überlebt so jahrelang.

04

Online ist zu spät

Ist die Anzeige erst veröffentlicht, gibt es Screenshots. Wer sich darauf beworben hat, kann sich auf den alten Text berufen, auch wenn ihr ihn später ändert.

Aus den Gerichten

Wörter, die schon vor Gericht standen.

„Hochschulabsolventen / Young Professionals“

Ein Arbeitgeber suchte gezielt Berufseinsteiger frisch von der Hochschule. Für das Gericht ein Indiz, dass Ältere nicht zum Zug kommen sollten.

BAG, 24.01.2013 – 8 AZR 429/11

„junges, dynamisches Team“

Das Bundesarbeitsgericht wertet ein „junges Team“ in der Anzeige als Indiz dafür, dass Ältere nicht erwünscht sind. Die Firma muss dann das Gegenteil beweisen.

BAG, 11.08.2016 – 8 AZR 406/14

„Deutsch als Muttersprache“

Muttersprache hat man von Geburt an. Wer sie verlangt, benachteiligt nach Ansicht des Gerichts mittelbar Menschen anderer Herkunft.

BAG, 29.06.2017 – 8 AZR 402/15

Sechs Merkmale, ein Rotstift

Warum der AGG-Check

Der günstigste Schutz ist ein sauberer Text.

10 Sekunden statt Anwaltstermin

Text einfügen, fertig. Keine Anmeldung, kein Upload von Bewerberdaten, keine Kosten. So prüft ihr jede Anzeige, nicht nur die wichtigen.

Erklärt, statt nur zu verbieten

Zu jeder Markierung steht, welches Merkmal betroffen ist, warum Gerichte das so sehen und welches Urteil dahintersteht. So lernt das Team mit jeder Anzeige dazu.

Liefert die Lösung gleich mit

Für jede Stelle gibt es eine Formulierung, die passt. Auf Wunsch schreibt der Check die ganze Anzeige neu, im selben Ton, und prüft die neue Fassung noch einmal.

Sieht auch das Gesamtbild

Über 20 Regeln aus der Rechtsprechung finden die bekannten Fallen. Dazu kommen Kombinationen, die einzeln harmlos sind, und eine KI, die Umschreibungen erkennt, die keine Regel kennt.

Jetzt Anzeige prüfen

Der AGG-Check ist ein Hilfsmittel und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Sonderfälle wie kirchliche Träger, gesetzliche Altersgrenzen oder Stellen, bei denen ein Geschlecht wirklich unverzichtbar ist, fragt eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.