Bewerbung als Berufskraftfahrer:in.

Bewerbung als Berufskraftfahrer:in im Güter- oder Personenverkehr: worauf Speditionen und Verkehrsbetriebe achten, Führerscheine und Module richtig angeben, Beispiel-Lebenslauf, Anschreiben und Quereinstieg.

3 Min. LesezeitStand: 27. Oktober 2026
Inhalt · 9 Abschnitte+
  1. 01Worauf Arbeitgeber achten
  2. 02Der Lebenslauf
  3. 03Stärken belegen
  4. 04Fachkenntnisse & Programme
  5. 05Das Anschreiben
  6. 06Do & Don't
  7. 07Ausbildung & Quereinstieg
  8. 08Checkliste
  9. 09Häufige Fragen

Worauf Arbeitgeber achten

Berufskraftfahrer:innen transportieren Güter im Nah- und Fernverkehr oder befördern Menschen im Bus. Sie planen Touren, sichern Ladung, prüfen Fahrzeuge und halten Lenk- und Ruhezeiten ein.

In der Bewerbung zählen vor allem Fakten: Welche Führerscheinklassen hast du, ist deine Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz aktuell, und in welchen Verkehren bist du gefahren?

Das prüfen Personaler:innen zuerst

  • Führerscheinklassen, etwa C, CE oder D, und deren Gültigkeit
  • Gültige Grundqualifikation und Weiterbildung (Schlüsselzahl 95)
  • Fahrerkarte und Erfahrung mit dem digitalen Tachografen
  • Erfahrung in Nah-, Regional- oder Fernverkehr und mit bestimmten Aufbauten
  • Zusatzqualifikationen wie ADR-Schein oder Staplerschein

Der Lebenslauf

Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Berufskraftfahrer:in aussehen:

Beispiel: Station im Lebenslauf

05/2020 – heute · Berufskraftfahrer im Regionalverkehr, Spedition, Osnabrück

  • – Belieferung von Handelsfilialen mit Sattelzug, Führerscheinklasse CE
  • – Be- und Entladen mit Hubwagen und Ladebordwand
  • – Ladungssicherung nach Vorgaben und Kontrolle der Fracht
  • – Abfahrtskontrolle und Meldung von Mängeln an die Werkstatt
  • – Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten und Dokumentation über die Fahrerkarte

Stärken belegen statt behaupten

Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Berufskraftfahrer:in besonders, und so kannst du sie belegen:

  • Zuverlässigkeit: Zeig, dass du Touren pünktlich und vollständig fährst, etwa durch lange Betriebszugehörigkeit.
  • Sicherheitsbewusstsein: Nenn deine sorgfältige Abfahrtskontrolle und Ladungssicherung.
  • Selbstständigkeit: Beschreib, wie du bei Staus, Sperrungen oder Problemen beim Kunden reagierst.
  • Freundlicher Kundenkontakt: Erwähn, dass du beim Abladen oft das Gesicht des Unternehmens bist.

Fachkenntnisse & Programme

In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Berufskraftfahrer:in:

  • Führerscheinklassen, zum Beispiel C, CE oder D
  • Grundqualifikation und Weiterbildung nach Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz
  • Digitaler Tachograf und Fahrerkarte
  • Lenk- und Ruhezeiten
  • Ladungssicherung
  • ADR-Schein für Gefahrgut, falls vorhanden
  • Staplerschein bzw. Fahrausweis für Flurförderzeuge
  • Telematik- und Navigationssysteme

Lebenslauf als Berufskraftfahrer:in

Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.

Das Anschreiben

Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.

Beispiel: Absatz im Anschreiben

Seit fünf Jahren fahre ich im Regionalverkehr Sattelzüge für die Belieferung von Handelsfilialen. Ich bin jeden Abend zu Hause und kenne die Abläufe an Rampen und Lagern gut. Ladungssicherung und Abfahrtskontrolle nehme ich sehr ernst. Meine Weiterbildungsmodule sind aktuell, und ich habe einen ADR-Schein. Bei Ihnen interessiert mich der Tankwagenbereich, für den ich mich gern zusätzlich qualifizieren möchte.

Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.

Do & Don't

So geht's

  • Führerscheinklassen und Ablaufdaten der Module nennen
  • Verkehrsart und Fahrzeugtypen angeben
  • Zusatzscheine wie ADR oder Stapler aufführen
  • Wünsche wie Nahverkehr oder Fernverkehr offen sagen

Lieber nicht

  • Den Status der Schlüsselzahl 95 unklar lassen
  • Punkte in Flensburg verschweigen, wenn danach gefragt wird
  • Nur „Fahren von Lkw“ als Aufgabe
  • Wichtige Lücken in der Fahrpraxis nicht erklären

Ausbildung & Quereinstieg

Der klassische Weg

Es gibt eine dreijährige duale Ausbildung zur bzw. zum Berufskraftfahrer:in mit IHK-Abschluss, in der du Führerschein und Grundqualifikation erwirbst. Häufiger ist der Weg über den Führerschein und die beschleunigte Grundqualifikation. Danach musst du dich regelmäßig weiterbilden, um die Qualifikation zu behalten. Der Nachweis wird mit der Schlüsselzahl 95 im Führerschein eingetragen.

Quereinstieg

Berufskraftfahrer:in ist ein typischer Quereinstiegsberuf. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter fördert Führerschein und Grundqualifikation oft über einen Bildungsgutschein. Manche Speditionen bilden Quereinsteiger:innen auch selbst aus. Wer schon Erfahrung als Fahrer:in im Transporter hat, kann damit zeigen, dass er oder sie Touren selbstständig fährt.

Checkliste

Bevor du abschickst

  • Führerscheinklassen mit Gültigkeit angegeben?
  • Schlüsselzahl 95 und Ablaufdatum der Weiterbildung genannt?
  • Fahrerkarte vorhanden und gültig?
  • Zusatzqualifikationen wie ADR oder Stapler aufgeführt?
  • Verkehrsart und Fahrzeugtypen beschrieben?
  • Wunschtouren bzw. Einsatzgebiet genannt?

Häufige Fragen

Brauche ich eine Ausbildung, um als Lkw-Fahrer:in zu arbeiten?+

Nein. Du brauchst den passenden Führerschein und die Grundqualifikation. Die Ausbildung ist ein zusätzlicher Weg mit IHK-Abschluss.

Was ist die Schlüsselzahl 95?+

Sie steht im Führerschein und zeigt, dass deine Berufskraftfahrerqualifikation gültig ist. Ohne gültigen Eintrag darfst du gewerblich nicht fahren.

Muss ich ein Anschreiben schreiben?+

Viele Speditionen nehmen auch Kurzbewerbungen. Ein paar Sätze zu Erfahrung, Führerscheinen und Wunschtouren helfen trotzdem.

Wie gehe ich mit Punkten in Flensburg um?+

Du musst sie nicht ungefragt nennen. Wenn danach gefragt wird, antworte ehrlich. Arbeitgeber können eine Auskunft verlangen.

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