Inhalt · 9 Abschnitte+
Worauf Arbeitgeber achten
Fleischer:innen, regional auch Metzger:innen oder Schlachter:innen, zerlegen Fleisch, stellen Wurst und Schinken her, bereiten Feinkost und Partyservice vor und sorgen für die Qualität entlang der Kühlkette. Sie arbeiten in Handwerksbetrieben, im Lebensmittelhandel und in der Industrie.
Betriebe achten in der Bewerbung auf handwerkliche Erfahrung, Hygiene und darauf, welche Produkte du selbstständig herstellst.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Gesellenbrief als Fleischer:in
- Erfahrung mit Zerlegung und Feinzerlegung
- Wurst-, Schinken- und Feinkostherstellung
- Hygiene, Kühlkette und Dokumentation
- Erfahrung im Partyservice oder Verkauf, falls vorhanden
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Fleischer:in aussehen:
08/2021 – heute · Fleischer, Landmetzgerei, Ansbach
- – Zerlegung von Schweine- und Rinderhälften
- – Herstellung von Brüh-, Koch- und Rohwurst nach Hausrezeptur
- – Pökeln, Räuchern und Herstellung von Schinken
- – Vorbereitung von Platten und Speisen für den Partyservice
- – Temperaturkontrolle und Hygiene-Dokumentation
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Fleischer:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Handwerkliches Können: Beschreib ein Produkt, das du selbst herstellst.
- Hygienebewusstsein: Zeig, wie du die Kühlkette und Dokumentation sicherstellst.
- Teamarbeit: Nenn die Zusammenarbeit zwischen Produktion und Verkauf.
- Qualitätsanspruch: Erwähn, wie du Rohstoffe beurteilst.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Fleischer:in:
- Zerlegung und Feinzerlegung
- Herstellung von Wurst und Schinken
- Pökeln und Räuchern
- Feinkost und Partyservice
- HACCP und Lebensmittelhygiene
- Kühlkette und Temperaturkontrolle
- Messerpflege und Maschinenbedienung
Lebenslauf als Fleischer:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
In meiner Ausbildungsmetzgerei habe ich alle Bereiche von der Zerlegung bis zur Wurstküche kennengelernt. Inzwischen stelle ich unsere Rohwürste selbstständig her und kümmere mich um das Räuchern. Ich achte genau auf Hygiene und Temperaturen. Ihr Betrieb arbeitet mit Tieren aus der Region und verkauft viel über den Partyservice, und genau diese Verbindung reizt mich.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Produkte und Arbeitsbereiche nennen
- Hygiene ausdrücklich erwähnen
- Partyservice oder Verkauf angeben
- Regionale Ausrichtung des Betriebs aufgreifen
Lieber nicht
- Nur „Fleischverarbeitung“ schreiben
- Hygiene kleinreden
- Arbeitszeiten offenlassen
- Den Betrieb nicht kennen
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Die duale Ausbildung zur Fleischerin bzw. zum Fleischer dauert drei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Danach sind Fleischermeister:in, Fleischsommelier:in, Techniker:in oder Betriebswirt:in im Handwerk möglich.
Quereinstieg
Viele Fleischereien und Betriebe stellen Helfer:innen in Produktion und Verpackung ein. Köch:innen bringen gute Voraussetzungen mit. Mit Berufspraxis ist die Externenprüfung möglich.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Gesellenbrief beigelegt?
- Produkte und Bereiche genannt?
- Hygienekenntnisse angegeben?
- Belehrung nach Infektionsschutzgesetz vorhanden?
- Arbeitszeitbereitschaft geklärt?
- Ausrichtung des Betriebs im Anschreiben?
Häufige Fragen
Ist Metzger:in dasselbe wie Fleischer:in?+
Ja. Metzger:in und Schlachter:in sind regionale Bezeichnungen für denselben Beruf.
Muss ich schlachten?+
Nicht in jedem Betrieb. Viele Fleischereien beziehen Fleisch von Schlachthöfen. Frag im Gespräch nach.
Kann ich in die Industrie wechseln?+
Ja. Betone dann Hygiene, Maschinen und Arbeiten nach Vorgaben.
Lohnt sich der Meister?+
Ja, wenn du Verantwortung übernehmen oder einen Betrieb führen willst.