Inhalt · 9 Abschnitte+
Worauf Arbeitgeber achten
Köch:innen arbeiten in Restaurants, Hotels, Kantinen, Krankenhäusern, Kitas und im Catering. Sie bereiten Speisen zu, planen Menüs, bestellen Waren und achten auf Hygiene.
Küchenchef:innen interessiert in der Bewerbung vor allem, auf welchen Posten du gearbeitet hast, welche Küche du kennst und ob du auch im Stress sauber arbeitest. Oft entscheidet am Ende ein Probearbeiten.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Posten und Stationen, auf denen du gearbeitet hast
- Art der Küche, etwa à la carte, Bankett, Gemeinschaftsverpflegung oder gehobene Küche
- Kenntnisse in Hygiene und Allergenkennzeichnung
- Bereitschaft für Abend-, Wochenend- und Feiertagsdienste
- Belastbarkeit und Teamfähigkeit in der Brigade
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Koch/Köchin aussehen:
09/2022 – heute · Koch, Entremetier und Saucier, Hotelrestaurant, Garmisch-Partenkirchen
- – Verantwortung für den Posten Entremetier im À-la-carte-Service
- – Vertretung auf dem Saucenposten
- – Mise en place und Zubereitung für Bankette
- – Einhaltung der HACCP-Vorgaben und Dokumentation
- – Warenannahme und Mitwirkung bei Bestellung und Inventur
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Koch/Köchin besonders, und so kannst du sie belegen:
- Belastbarkeit: Beschreib, wie du volle Abende oder große Bankette bewältigt hast.
- Sauberkeit und Hygiene: Zeig, dass du HACCP und Dokumentation zuverlässig umsetzt.
- Kreativität: Nenn Gerichte, Wochenkarten oder Aktionen, die du mitentwickelt hast.
- Teamfähigkeit: Erwähn die Arbeit in der Brigade und die Einarbeitung von Auszubildenden.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Koch/Köchin:
- Postenarbeit, zum Beispiel Saucier, Entremetier, Gardemanger oder Patissier
- HACCP und Lebensmittelhygiene
- Allergen- und Zusatzstoffkennzeichnung
- Garmethoden und Kombidämpfer
- Mise en place und Produktionsplanung
- Warenkunde, Bestellung und Lagerhaltung
- Grundlagen der Kalkulation
- Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz
Lebenslauf als Koch/Köchin
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Nach meiner Ausbildung im Hotelrestaurant bin ich dort als Entremetier geblieben und vertrete regelmäßig den Saucier. Ich arbeite gern im À-la-carte-Service, wenn viel los ist und jeder Teller stimmen muss. Ihre Küche arbeitet mit regionalen Produkten und einer wechselnden Saisonkarte. Genau das reizt mich, weil ich mehr über Fermentation und das Verarbeiten ganzer Tiere lernen möchte. Gern komme ich zum Probearbeiten vorbei.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Posten und Küchenart konkret nennen
- Betriebe mit Art und Größe kurz beschreiben
- Zum Probearbeiten bereit sein und es anbieten
- Hygiene- und Allergenkenntnisse angeben
Lieber nicht
- Nur „Zubereitung von Speisen“ als Aufgabe
- Häufige Wechsel nicht erklären, wenn sie auffallen
- Die Küche des Betriebs nicht kennen
- Arbeitszeiten im ersten Satz verhandeln
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Die duale Ausbildung zum Koch bzw. zur Köchin dauert drei Jahre und endet mit der IHK-Prüfung. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Seit 2022 gibt es zusätzlich die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft Küche, die auf die Kochausbildung angerechnet werden kann. Danach bieten sich Weiterbildungen wie Küchenmeister:in, Diätkoch/-köchin oder ein Wechsel in Gemeinschaftsverpflegung und Catering an.
Quereinstieg
In vielen Küchen arbeiten Quereinsteiger:innen als Küchenhilfe, Beikoch oder Beiköchin. Wer dort Erfahrung sammelt, kann die Ausbildung nachholen oder sich mit genügend Berufserfahrung als Externe:r zur Prüfung anmelden. Wichtig ist eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz, die du beim Gesundheitsamt erhältst.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Posten und Küchenart bei jeder Station genannt?
- Betriebe kurz beschrieben?
- Hygiene- und Allergenkenntnisse angegeben?
- Belehrung nach Infektionsschutzgesetz vorhanden?
- Bereitschaft zum Probearbeiten erwähnt?
- Zeugnisse beigelegt?
Häufige Fragen
Muss ich eine Bewerbung schreiben oder reicht ein Anruf?+
In vielen Restaurants reicht ein Anruf oder eine kurze Mail mit Lebenslauf. Größere Häuser und Hotelketten erwarten eine vollständige Bewerbung.
Was ist eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz?+
Eine Belehrung beim Gesundheitsamt oder einem beauftragten Anbieter, die du vor der ersten Tätigkeit mit Lebensmitteln brauchst. Früher hieß das Gesundheitszeugnis.
Was erwartet mich beim Probearbeiten?+
Meist arbeitest du einen Service mit. Bring Kochjacke, Hose, Schuhe und gegebenenfalls deine Messer mit und frag vorher nach.
Kann ich als Koch/Köchin in eine Kantine wechseln?+
Ja. Betone dann Planung, Großmengen und Hygiene. Viele schätzen dort die geregelteren Arbeitszeiten.