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Worauf Arbeitgeber achten
Grafikdesigner:innen entwickeln visuelle Lösungen für Marken, Produkte und Botschaften. Sie gestalten Logos und Corporate Designs, Plakate, Bücher, Verpackungen, Leitsysteme, Illustrationen, Infografiken und digitale Auftritte. Am Anfang steht oft eine Idee und ein Konzept, das sie Kund:innen präsentieren und begründen. Sie arbeiten in Designbüros, Werbe- und Markenagenturen, Verlagen, Inhouse-Designteams von Unternehmen und sehr häufig freiberuflich.
Für die Bewerbung ist das Portfolio das wichtigste Dokument. Zeig wenige, starke Projekte und erkläre jeweils Aufgabe, Idee und Ergebnis. Im Unterschied zu Mediengestalter:innen, deren Profil stärker auf technischer Umsetzung und Druckvorstufe liegt, wird von dir vor allem konzeptionelle Stärke und eine eigene gestalterische Handschrift erwartet. Trotzdem solltest du Programme wie InDesign, Illustrator und Photoshop sicher beherrschen und saubere Druckdaten liefern können.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Portfolio mit Konzepten
- Corporate Design und Markenarbeit
- Typografie und Illustration
- Adobe Creative Cloud
- Präsentation von Entwürfen
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Grafikdesigner:in aussehen:
10/2021 – heute · Grafikdesignerin, Designbüro für Markenentwicklung, Leipzig
- – Entwicklung von Logos und Corporate Designs
- – Gestaltung von Geschäftsberichten
- – Illustrationen für Kampagnen
- – Präsentation von Entwürfen bei Kund:innen
- – Erstellung von Gestaltungsrichtlinien
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Grafikdesigner:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Konzeptionelles Denken: Eine Stiftung wünschte ein neues Erscheinungsbild, das Tradition und Aufbruch zeigt. Beschreib, wie du aus Gesprächen mit dem Team eine Idee entwickelt und in ein Zeichen übersetzt hast.
- Präsentationsstärke: Ein Kunde war skeptisch gegenüber einem mutigen Entwurf. Erzähl, wie du die Idee mit Anwendungsbeispielen erklärt und überzeugt hast.
- Typografisches Gespür: Ein Geschäftsbericht sollte trotz vieler Tabellen gut lesbar sein. Zeig, wie du Schriften und Raster gewählt hast.
- Umgang mit Feedback: Mehrere Entscheider:innen hatten widersprüchliche Wünsche. Nenn, wie du sie zusammengeführt hast.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Grafikdesigner:in:
- Adobe InDesign, Illustrator und Photoshop
- Figma
- Corporate Design und Markenentwicklung
- Typografie und Layout
- Illustration
- Editorial Design
- Druckdaten und Farbmanagement
- Grundlagen in Motion Design
Lebenslauf als Grafikdesigner:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
In einem Leipziger Designbüro entwickle ich Erscheinungsbilder für Kultureinrichtungen, Stiftungen und mittelständische Unternehmen. Ich führe Gespräche mit Kund:innen, entwickle Konzepte und Logos, gestalte Geschäftsberichte und erstelle Gestaltungsrichtlinien, mit denen die Marken im Alltag funktionieren. Für eine Stiftung habe ich ein Zeichen entwickelt, das Tradition und Aufbruch verbindet, und es in Print, Web und Beschilderung umgesetzt. Entwürfe präsentiere ich gern selbst und begründe sie mit der Idee dahinter. Ihr Büro gestaltet Ausstellungen und Leitsysteme, und ich möchte mein Wissen über Typografie in den Raum übertragen. Mein Portfolio finden Sie verlinkt.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Portfolio mit wenigen starken Projekten
- Idee und Rolle erklären
- Programme angeben
- Bezug zum Büro herstellen
Lieber nicht
- Alle Arbeiten zeigen
- Teamprojekte als eigene ausgeben
- Unfreigegebene Kundenarbeiten
- Bewerbung lieblos gestalten
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Der klassische Weg führt über ein Studium im Kommunikationsdesign, Grafikdesign oder Visueller Kommunikation an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften oder Kunsthochschule. Für die Zulassung wird meist eine Mappe mit eigenen Arbeiten verlangt. Daneben gibt es schulische Ausbildungen an Berufsfachschulen, etwa zur staatlich geprüften Grafikdesignerin bzw. zum staatlich geprüften Grafikdesigner, und Fachschulen für Gestaltung. Viele Designer:innen spezialisieren sich später auf Branding, Editorial Design, Illustration oder Motion Design. Freiberufliche Designer:innen können sich über die Künstlersozialkasse versichern.
Quereinstieg
Mediengestalter:innen wechseln häufig in konzeptionellere Designrollen, wenn ihr Portfolio Ideen und eigene Handschrift zeigt. Auch Architekt:innen, Illustrator:innen und Fotograf:innen finden Wege ins Grafikdesign. Entscheidend ist immer das Portfolio, nicht der Abschluss. Kurse in Typografie und Markengestaltung sowie eigene Projekte, etwa für Vereine oder Kulturinitiativen, helfen beim Aufbau. Wer aus der Illustration kommt, sollte zusätzlich Projekte mit Typografie und Markenbezug zeigen, weil diese im Grafikdesign erwartet werden.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Portfolio verlinkt?
- Projekte mit Idee erklärt?
- Eigene Rolle genannt?
- Programme angegeben?
- Bewerbung gut gestaltet?
- Dateigröße geprüft?
Häufige Fragen
Was unterscheidet Grafikdesigner:in und Mediengestalter:in?+
Mediengestalter:innen haben meist eine duale Ausbildung mit Schwerpunkt auf technischer Umsetzung, Druckvorstufe und Produktion. Grafikdesigner:innen kommen oft aus Studium oder Fachschule und arbeiten stärker konzeptionell, etwa an Markenauftritten. In vielen Agenturen arbeiten beide im Team und ergänzen sich.
Wie viele Projekte gehören ins Portfolio?+
Meist reichen sechs bis zehn gut ausgewählte Projekte. Zeig für jedes die Aufgabe, deine Idee, Entwürfe und das Ergebnis in Anwendungen. Weniger, dafür starke Projekte wirken besser als eine lange Sammlung. Pass die Auswahl an das Büro oder Unternehmen an.
Lohnt sich die Selbstständigkeit?+
Viele Grafikdesigner:innen arbeiten freiberuflich, oft neben einer Teilzeitstelle. Wichtig sind ein starkes Netzwerk, Kalkulation, Verträge mit Nutzungsrechten und Akquise. Über die Künstlersozialkasse kannst du dich unter bestimmten Voraussetzungen günstiger versichern. Erfahrung im Angestelltenverhältnis hilft beim Start.
Muss ich auch digital gestalten können?+
Zunehmend ja. Markenauftritte müssen auf Webseiten, in Apps und sozialen Medien funktionieren. Grundkenntnisse in Figma, Animation und responsivem Layout sind ein Plus. Für komplexe digitale Produkte arbeitest du mit UX/UI-Designer:innen zusammen. Zeig digitale Anwendungen im Portfolio.
Wie gehe ich mit Nutzungsrechten um?+
Als Urheber:in räumst du Kund:innen Nutzungsrechte ein, die im Vertrag nach Umfang, Dauer und Medien geregelt werden sollten. Angestellte übertragen sie meist an den Arbeitgeber. Wer freiberuflich arbeitet, sollte sich mit Verträgen und Honorarempfehlungen der Berufsverbände beschäftigen.