Inhalt · 9 Abschnitte+
Worauf Arbeitgeber achten
UX/UI-Designer:innen gestalten digitale Produkte so, dass sie verständlich, nützlich und angenehm zu bedienen sind. Sie recherchieren, testen mit Nutzer:innen, entwerfen Abläufe und Oberflächen und arbeiten eng mit Entwicklung und Produktmanagement zusammen.
In der Bewerbung entscheidet das Portfolio. Teams wollen nicht nur schöne Screens sehen, sondern verstehen, wie du ein Problem angegangen bist, welche Entscheidungen du getroffen hast und was daraus geworden ist.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Portfolio mit Case Studies: Problem, Vorgehen, Ergebnis
- Methoden wie Interviews, Usability-Tests und Prototyping
- Tools wie Figma
- Erfahrung mit Designsystemen
- Zusammenarbeit mit Entwicklung und Produkt
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als UX/UI-Designer:in aussehen:
06/2022 – heute · UX/UI-Designerin, Fintech-Unternehmen, München
- – Gestaltung von Abläufen und Oberflächen für die Banking-App
- – Durchführung von Interviews und Usability-Tests
- – Erstellung von Prototypen in Figma
- – Weiterentwicklung des Designsystems
- – Abstimmung mit Entwicklung und Produktmanagement
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als UX/UI-Designer:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Nutzerzentrierung: Beschreib, wie ein Test deine Gestaltung verändert hat.
- Gestaltungskompetenz: Zeig im Portfolio, wie du Entscheidungen begründest.
- Zusammenarbeit: Nenn, wie du mit Entwicklung Lösungen findest.
- Strukturiertes Denken: Erwähn komplexe Abläufe, die du vereinfacht hast.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für UX/UI-Designer:in:
- Figma, Prototyping und Komponenten
- Nutzerforschung: Interviews und Usability-Tests
- Informationsarchitektur und Nutzerflüsse
- Designsysteme
- Barrierefreiheit nach WCAG
- Grundlagen von HTML und CSS
- Workshops und Präsentation
Lebenslauf als UX/UI-Designer:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
In meinem jetzigen Team gestalte ich die Banking-App eines Fintechs. Zuletzt haben Tests gezeigt, dass viele Nutzer:innen bei der Kontoeröffnung abbrechen. Gemeinsam mit Entwicklung und Produkt haben wir den Ablauf gekürzt und verständlicher gemacht. In Ihrem Unternehmen reizt mich, dass Design und Forschung eng verbunden sind und Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht wird.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Zwei bis vier Case Studies mit Problem, Vorgehen und Ergebnis zeigen
- Eigene Rolle in Teamprojekten klar machen
- Methoden und Tools angeben
- Barrierefreiheit erwähnen
Lieber nicht
- Nur fertige Screens ohne Kontext
- Vertrauliche Projekte ohne Freigabe zeigen
- Teamleistungen als eigene ausgeben
- Ein Portfolio, das schwer zu öffnen ist
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Viele UX/UI-Designer:innen haben Kommunikationsdesign, Interaktionsdesign, Medieninformatik oder Psychologie studiert. Es gibt auch die Ausbildung zur bzw. zum Mediengestalter:in Digital und Print. Entscheidend ist das Portfolio.
Quereinstieg
UX ist offen für Quereinsteiger:innen, etwa aus Grafikdesign, Psychologie, Marketing oder Kundenservice. Kurse, Bootcamps und eigene Projekte helfen. Wichtig ist ein Portfolio mit echten Case Studies, gern auch zu einem selbst gewählten Problem.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Portfolio mit Case Studies verlinkt?
- Eigene Rolle klar beschrieben?
- Methoden und Tools angegeben?
- Keine vertraulichen Inhalte?
- Portfolio-Link funktioniert?
- Anschreiben mit Bezug zum Produkt?
Häufige Fragen
Wie viele Projekte gehören ins Portfolio?+
Zwei bis vier gut erklärte Case Studies reichen meist. Qualität schlägt Menge.
Darf ich vertrauliche Projekte zeigen?+
Nur mit Freigabe. Du kannst Details anonymisieren oder das Projekt im Gespräch beschreiben.
Muss ich programmieren können?+
Nein, aber Grundverständnis für HTML und CSS hilft bei der Zusammenarbeit.
Gibt es Designaufgaben im Bewerbungsprozess?+
Häufig. Frag nach dem Umfang und erklär deinen Lösungsweg.