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Worauf Arbeitgeber achten
Lehrer:innen unterrichten an Grundschulen, weiterführenden Schulen, Berufsschulen und Förderschulen. Neben dem Unterricht gehören Klassenleitung, Elternarbeit, Konferenzen und Schulentwicklung zum Alltag.
Wie du dich bewirbst, hängt stark davon ab, ob die Schule staatlich oder privat ist. Staatliche Stellen werden je nach Bundesland über Portale, Listen oder schulscharfe Ausschreibungen vergeben. Bei schulscharfen Stellen und Privatschulen zählt deine Bewerbung ganz wie in anderen Berufen.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Lehrbefähigung mit Fächern und Schulform
- Abschlussnoten des Studiums und des Vorbereitungsdienstes, besonders bei staatlichen Verfahren
- Passung zum Schulprofil, etwa MINT, Inklusion, bilingual oder Ganztag
- Erfahrung mit Klassenleitung, AGs und Schulentwicklung
- Bereitschaft für bestimmte Regionen oder Schulformen
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Lehrer:in aussehen:
02/2023 – 01/2025 · Lehrkraft im Vorbereitungsdienst, Mathematik und Physik, Gesamtschule, Duisburg
- – Eigenverantwortlicher Unterricht in den Jahrgängen 5 bis 10
- – Planung von Unterrichtsreihen mit digitalen Werkzeugen
- – Mitarbeit in der Klassenleitung einer sechsten Klasse
- – Leitung einer Robotik-AG
- – Elterngespräche und Mitwirkung an Förderplänen
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Lehrer:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Klassenführung: Beschreib, wie du Regeln und Abläufe in einer Klasse eingeführt hast.
- Differenzierung: Nenn ein Beispiel, wie du Unterricht für unterschiedliche Lernstände angepasst hast.
- Engagement: Zeig AGs, Projekte, Fahrten oder Wettbewerbe, die du begleitet hast.
- Kommunikation: Erwähn Elterngespräche und die Zusammenarbeit im Kollegium.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Lehrer:in:
- Fächer und Schulform der Lehrbefähigung
- Kernlehrpläne bzw. Bildungspläne deines Bundeslandes
- Digitale Unterrichtswerkzeuge und Lernplattformen
- Differenzierung und inklusiver Unterricht
- Leistungsbewertung und Förderplanung
- Zusatzqualifikationen wie Deutsch als Zweitsprache oder bilingualer Unterricht
Lebenslauf als Lehrer:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Im Vorbereitungsdienst habe ich an einer Gesamtschule Mathematik und Physik unterrichtet und die Robotik-AG aufgebaut. Dabei habe ich erlebt, wie stark sich Schüler:innen für Technik begeistern, wenn sie selbst etwas bauen dürfen. Ihr Gymnasium hat ein MINT-Profil und arbeitet mit Hochschulen der Region zusammen. Genau in diesem Umfeld möchte ich unterrichten und die AG-Arbeit fortsetzen.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Fächer, Schulform und Lehrbefähigung oben im Lebenslauf
- Schulprofil im Anschreiben aufgreifen
- AGs, Projekte und Zusatzqualifikationen nennen
- Fristen und Vorgaben der Behörde genau einhalten
Lieber nicht
- Dasselbe Anschreiben für jede Schule verwenden
- Unterrichtsbesuche oder Noten einzelner Schüler:innen erwähnen
- Fristen im staatlichen Verfahren verpassen
- Unvollständige Nachweise einreichen
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Der klassische Weg führt über ein Lehramtsstudium mit zwei Fächern, je nach Land mit Staatsexamen oder Bachelor und Master, und den anschließenden Vorbereitungsdienst bzw. das Referendariat. Danach bewirbst du dich auf Stellen im Schuldienst. Die Verfahren, Fristen und Portale unterscheiden sich stark zwischen den Bundesländern.
Quereinstieg
In Fächern mit Bedarf gibt es in vielen Bundesländern Seiten- oder Quereinstiegsprogramme für Menschen mit einem passenden Hochschulabschluss. Oft arbeitest du dabei schon an einer Schule und absolvierst berufsbegleitend eine pädagogische Qualifizierung. Privatschulen und Berufsschulen stellen ebenfalls Fachleute ohne Lehramt ein. Informier dich beim Kultusministerium deines Landes.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Lehrbefähigung, Fächer und Schulform klar angegeben?
- Zeugnisse beider Staatsprüfungen bzw. Abschlüsse beigelegt?
- Schulprofil im Anschreiben aufgegriffen?
- AGs, Projekte und Zusatzqualifikationen aufgeführt?
- Frist und Portal der Behörde geprüft?
- Erweitertes Führungszeugnis bereit?
Häufige Fragen
Brauche ich bei staatlichen Schulen überhaupt ein Anschreiben?+
Bei listen- oder portalbasierten Verfahren oft nicht. Bei schulscharfen Ausschreibungen und Privatschulen ist ein Anschreiben dagegen wichtig.
Kann ich mich bundeslandübergreifend bewerben?+
Ja. Prüf aber, ob deine Lehrbefähigung im anderen Land anerkannt wird und welche Fristen dort gelten.
Wie bewerbe ich mich bei einer Privatschule?+
Wie bei einem normalen Arbeitgeber: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse. Geh auf das pädagogische Konzept der Schule ein.
Was zählt beim Seiteneinstieg?+
Dein Fachabschluss, Erfahrung mit Kindern oder Jugendlichen, etwa aus Nachhilfe, Training oder Ausbildung von Azubis, und deine Motivation für die Schule.