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Worauf Arbeitgeber achten
Erzieher:innen arbeiten in Krippen, Kitas, Horten, Ganztagsschulen, Wohngruppen und der offenen Jugendarbeit. Träger suchen Menschen, die pädagogisch fundiert arbeiten und das auch erklären können.
In deiner Bewerbung reicht es deshalb nicht, „Spaß an der Arbeit mit Kindern“ zu betonen. Zeig, mit welchen Altersgruppen du gearbeitet hast, welche Ansätze du kennst und wie du Beobachtung, Elternarbeit und Teamarbeit gestaltest.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Staatliche Anerkennung als Erzieher:in oder ein gleichwertiger Abschluss
- Erfahrung mit bestimmten Altersgruppen, etwa U3, Elementarbereich oder Schulkinder
- Pädagogische Haltung und ob sie zum Konzept passt, zum Beispiel offene Arbeit, Situationsansatz, Montessori oder Waldpädagogik
- Erfahrung mit Eingewöhnung, Beobachtung, Dokumentation und Entwicklungsgesprächen
- Ein erweitertes Führungszeugnis, das meistens vor Arbeitsbeginn verlangt wird
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Erzieher:in aussehen:
08/2023 – heute · Erzieherin in der Krippengruppe, Kita Sonnenhof, Münster
- – Begleitung der Eingewöhnung nach dem Berliner Modell
- – Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung in Portfolios
- – Planung von Angeboten zu Sprache, Bewegung und Natur
- – Entwicklungsgespräche und Tür-und-Angel-Gespräche mit Eltern
- – Mitarbeit an der Weiterentwicklung des Kita-Konzepts
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Erzieher:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Beobachtungsgabe: Beschreib, wie du aus Beobachtungen ein passendes Angebot für ein Kind entwickelt hast.
- Kommunikation mit Eltern: Nenn Elterngespräche, Elternabende oder die Begleitung von Eltern in schwierigen Phasen.
- Geduld und Klarheit: Zeig an einem Beispiel, wie du mit Konflikten in der Gruppe umgehst.
- Kreativität: Erwähn Projekte, die du geplant und umgesetzt hast, etwa ein Gartenprojekt oder eine Leseecke.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Erzieher:in:
- Bildungsplan bzw. Bildungsleitlinien deines Bundeslandes
- Eingewöhnungsmodelle wie das Berliner oder Münchener Modell
- Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren, etwa Portfolio oder Bildungs- und Lerngeschichten
- Sprachförderung und alltagsintegrierte Sprachbildung
- Kinderschutz und Vorgehen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
- Partizipation und Beschwerdeverfahren für Kinder
- Erste Hilfe am Kind
- Kita-Apps oder -Software für Dokumentation und Elternkommunikation
Lebenslauf als Erzieher:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
In meiner Krippengruppe begleite ich seit zwei Jahren Kinder zwischen einem und drei Jahren. Besonders wichtig ist mir die Eingewöhnung: Ich nehme mir Zeit, die Eltern kennenzulernen, und richte das Tempo nach dem Kind. Ihr offenes Konzept mit Funktionsräumen spricht mich an, weil ich die Kinder gern selbst wählen lasse, womit sie sich beschäftigen. In Ihrem Team möchte ich meine Erfahrung in der Sprachbildung einbringen und mich im Bereich Partizipation weiterentwickeln.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Altersgruppen und Einrichtungsarten konkret nennen
- Die eigene pädagogische Haltung in ein, zwei Sätzen beschreiben
- Bezug zum Konzept der Einrichtung herstellen
- Zusatzqualifikationen wie Sprachförderung oder Krippenpädagogik angeben
Lieber nicht
- „Ich liebe Kinder“ als Hauptargument
- Dieselbe Bewerbung an Kita, Hort und Wohngruppe schicken
- Das Konzept des Trägers ignorieren
- Praktika in der Ausbildung weglassen, wenn du noch wenig Berufserfahrung hast
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin bzw. zum staatlich anerkannten Erzieher findet an Fachschulen oder Fachakademien für Sozialpädagogik statt. Dauer und Zugangsvoraussetzungen regeln die Bundesländer: Meist brauchst du einen mittleren Schulabschluss und eine einschlägige Vorbildung, etwa als Sozialassistent:in oder Kinderpfleger:in, oder Abitur mit Praktikum. Viele Länder bieten die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) an, bei der du von Anfang an in einer Einrichtung arbeitest und vergütet wirst.
Quereinstieg
Für Quereinsteiger:innen ist die praxisintegrierte Ausbildung oft der beste Weg, weil du währenddessen Geld verdienst. Einige Bundesländer erlauben außerdem, dass Menschen mit verwandten Abschlüssen, etwa aus Heilerziehungspflege, Sozialer Arbeit oder Lehramt, als Fachkraft oder Ergänzungskraft in Kitas arbeiten. Welche Abschlüsse anerkannt werden, regelt das jeweilige Landesrecht.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Anerkennungsurkunde bzw. Abschlusszeugnis beigelegt?
- Altersgruppen und Einrichtungsarten bei jeder Station genannt?
- Bezug zum Konzept der Einrichtung im Anschreiben?
- Eigene pädagogische Haltung kurz beschrieben?
- Erweitertes Führungszeugnis beantragt oder bereit zum Beantragen?
- Nachweis über Masernschutz griffbereit?
Häufige Fragen
Was ist ein erweitertes Führungszeugnis und wer zahlt es?+
Es zeigt auch Einträge zu Straftaten gegen Kinder und Jugendliche und wird für Arbeit mit Kindern verlangt. Du beantragst es beim Bürgeramt oder online. Mit einer Bescheinigung des Arbeitgebers kannst du in vielen Fällen eine Gebührenbefreiung beantragen.
Wie beschreibe ich meine pädagogische Haltung?+
In zwei, drei Sätzen: Was ist dir im Umgang mit Kindern wichtig, und woran erkennt man das in deinem Alltag? Ein Beispiel ist überzeugender als Fachbegriffe.
Soll ich mich in Kita, Hort und Jugendhilfe gleichzeitig bewerben?+
Das kannst du, aber pass jede Bewerbung an. Die Arbeit mit Krippenkindern verlangt andere Schwerpunkte als die Arbeit mit Jugendlichen in einer Wohngruppe.
Lohnt sich eine Initiativbewerbung beim Träger?+
Ja, besonders bei größeren Trägern mit vielen Einrichtungen. Schreib dazu, welche Altersgruppe und welches Stundenmodell du suchst.