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Worauf Arbeitgeber achten
Pilot:innen führen Flugzeuge sicher von Start bis Landung. Vor dem Flug prüfen sie Wetter, Flugplan, Beladung, Treibstoff und technische Unterlagen, im Cockpit teilen sie sich Aufgaben als Pilot Flying und Pilot Monitoring, sprechen mit der Flugsicherung und entscheiden bei Störungen nach festen Verfahren. Sie arbeiten bei Linien- und Ferienfluggesellschaften, Frachtairlines, Business-Aviation-Unternehmen, Rettungs- und Hubschrauberdiensten sowie bei Bundeswehr und Bundespolizei.
Arbeitgeber achten in der Bewerbung auf Lizenzen, Flugerfahrung und Eignung. Nenn deine Lizenz, etwa eine Verkehrspilotenlizenz in Ausbildung oder eine Multi-Crew Pilot Licence, deine Musterberechtigungen, deine Flugstunden laut Flugbuch und dein gültiges Medical der Klasse 1. Ebenso wichtig sind Teamarbeit, Entscheidungsfähigkeit unter Druck, sehr gutes Englisch und eine einwandfreie Zuverlässigkeitsüberprüfung. Auswahlverfahren prüfen außerdem Persönlichkeit und Crew-Verhalten.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Lizenz und Musterberechtigung
- Flugstunden und Flugzeugmuster
- Medical Klasse 1
- Englisch auf hohem Niveau
- Zuverlässigkeitsüberprüfung
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Pilot:in aussehen:
03/2023 – heute · First Officer, Airbus A320, Ferienfluggesellschaft, Basis Düsseldorf
- – Flüge im europäischen Streckennetz
- – Flugvorbereitung mit Briefing und Flugplanung
- – Pilot Flying und Pilot Monitoring
- – Kommunikation mit Flugsicherung und Kabine
- – Regelmäßige Simulatorchecks
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Pilot:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Entscheidungsfähigkeit: Am Zielflughafen zog ein Gewitter auf. Beschreib, wie du mit dem Kapitän Wetterdaten und Treibstoff bewertet und einen Ausweichflughafen vorbereitet hast.
- Teamarbeit: Im Cockpit zählt klare Kommunikation. Erzähl, wie du in einer Situation mit hoher Arbeitslast Aufgaben nach Verfahren aufgeteilt und Rückmeldungen gegeben hast.
- Belastbarkeit: Lange Umläufe und frühe Dienste verlangen Disziplin. Zeig, wie du Ruhezeiten nutzt, um fit zu bleiben.
- Lernbereitschaft: Beim Simulatorcheck bekamst du kritisches Feedback. Nenn, wie du daraus gelernt hast.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Pilot:in:
- ATPL-Theorie oder MPL
- Musterberechtigung, etwa A320 oder B737
- Instrumentenflug
- Crew Resource Management
- Flugplanung und Performance
- Sprechfunk auf Englisch
- Medical Klasse 1
- Zuverlässigkeitsüberprüfung nach LuftSiG
Lebenslauf als Pilot:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Seit zwei Jahren fliege ich als First Officer auf dem Airbus A320 für eine Ferienfluggesellschaft im europäischen Streckennetz. Ich bereite Flüge vor, wechsle mich mit dem Kapitän als Pilot Flying und Pilot Monitoring ab und spreche mit Flugsicherung und Kabine. Bei einem Gewitter am Zielflughafen haben wir gemeinsam rechtzeitig einen Ausweichflughafen vorbereitet und sicher entschieden. Simulatorchecks habe ich regelmäßig bestanden und nutze Feedback, um mich zu verbessern. Mein Medical der Klasse 1 ist gültig. Ihre Airline fliegt auch Langstrecke, und ich möchte langfristig auf ein Großraummuster wechseln und mich zum Kapitän weiterentwickeln.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Lizenzen und Muster nennen
- Flugstunden laut Flugbuch angeben
- Medical mit Gültigkeit erwähnen
- Crew-Verhalten mit Beispiel zeigen
Lieber nicht
- Flugstunden runden oder schönen
- Vorfälle verschweigen, die gefragt sind
- Nur Technik betonen
- Englischkenntnisse übertreiben
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Der Weg in das Cockpit führt über eine Flugschule mit Ausbildung zur Verkehrspilotin bzw. zum Verkehrspiloten nach EASA-Regeln, entweder modular oder integriert, oder über ein Airline-Programm zur Multi-Crew Pilot Licence. Voraussetzungen sind meist Abitur oder Fachhochschulreife, ein Medical der Klasse 1 und sehr gute Englischkenntnisse. Viele Programme verlangen einen Eignungstest, etwa beim DLR. Die Ausbildung dauert je nach Weg rund zwei Jahre und ist mit hohen Kosten verbunden, die teils von Airlines vorfinanziert werden. Nach der Lizenz folgen Musterberechtigung und Einsatz als First Officer.
Quereinstieg
Viele Pilot:innen starten nach einem anderen Beruf oder Studium, weil die Ausbildung auch später möglich ist, sofern Medical und Eignung stimmen. Wichtig ist eine solide Finanzierungsplanung, besonders bei selbst finanzierter Ausbildung. Ehemalige Militärpilot:innen können ihre Erfahrung anrechnen lassen. Wer bereits eine Privatpilotenlizenz hat, bringt Grundlagen mit, ersetzt aber keine Berufsausbildung. Informier dich vorab bei Flugschulen und Airlines über Auswahltests und Bindungsverträge.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Lizenz und Musterberechtigung angegeben?
- Flugstunden laut Flugbuch?
- Medical gültig?
- Englischniveau genannt?
- ZÜP vorhanden?
- Lebenslauf lückenlos?
Häufige Fragen
Was ist das Medical Klasse 1?+
Ein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis, das für Berufspilot:innen Pflicht ist. Es wird bei zugelassenen Fliegerärzt:innen oder flugmedizinischen Zentren erstellt und regelmäßig erneuert. Lass es vor Beginn der Ausbildung machen, damit du keine teure Ausbildung ohne Tauglichkeit beginnst.
Wie läuft ein Pilotenauswahlverfahren ab?+
Häufig mit mehreren Stufen: Tests zu Mathematik, Physik, Englisch, räumlichem Vorstellungsvermögen und Konzentration, danach Gruppenübungen, Interviews und teilweise Simulator. Geprüft wird auch, wie du im Team arbeitest. Vorbereitungskurse und Testtrainer sind verbreitet. Plane genug Zeit für die Vorbereitung ein.
Was bedeutet Musterberechtigung?+
Eine Berechtigung, ein bestimmtes Flugzeugmuster zu fliegen, etwa den Airbus A320. Sie wird nach Theorie- und Simulatortraining erworben und regelmäßig überprüft. Airlines übernehmen sie oft, manchmal mit Bindungsvertrag. Nenn alle Muster mit Stunden im Lebenslauf.
Wie sieht der Dienstplan aus?+
Unregelmäßig, mit frühen und späten Diensten, Wochenenden, Feiertagen und Übernachtungen außerhalb der Basis. Gesetzliche Flugdienst- und Ruhezeiten begrenzen die Belastung. Frag im Gespräch nach Basis, Dienstplanmodell und Teilzeitmöglichkeiten. Viele Airlines planen Dienste für einen Monat im Voraus, kurzfristige Änderungen bleiben aber möglich.
Was ist die Zuverlässigkeitsüberprüfung?+
Eine Überprüfung nach dem Luftsicherheitsgesetz, bei der Behörden prüfen, ob Sicherheitsbedenken bestehen. Sie ist Voraussetzung für die Arbeit im Sicherheitsbereich von Flughäfen. Einträge im Führungszeugnis können zur Ablehnung führen. Gib frühere Wohnorte und Lebenslaufdaten vollständig an.