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Worauf Arbeitgeber achten
Steuerfachangestellte arbeiten in Steuerkanzleien, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Buchhaltungsabteilungen. Sie buchen laufende Geschäftsvorfälle, erstellen Lohnabrechnungen, bereiten Jahresabschlüsse vor und erstellen Steuererklärungen.
Kanzleien wollen in der Bewerbung sehen, welche Mandate und Aufgaben du selbstständig bearbeitest und wie sicher du in DATEV bist. Sorgfalt und Fristbewusstsein gehören zum Kern des Berufs.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Abgeschlossene Ausbildung zur bzw. zum Steuerfachangestellten
- Selbstständige Bearbeitung von Finanzbuchhaltung, Lohn oder Jahresabschluss
- Sichere DATEV-Kenntnisse
- Erfahrung mit bestimmten Mandantengruppen, etwa Gewerbetreibende, Freiberufler:innen oder Vermietung
- Interesse an Weiterbildung, etwa zur bzw. zum Steuerfachwirt:in
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Steuerfachangestellte:r aussehen:
08/2021 – heute · Steuerfachangestellter, Steuerberatungskanzlei, Augsburg
- – Selbstständige Finanzbuchhaltung für Mandant:innen aus Handwerk und Handel
- – Monatliche Lohn- und Gehaltsabrechnung in DATEV LODAS
- – Vorbereitung von Jahresabschlüssen und Einnahmenüberschussrechnungen
- – Erstellung von Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Einkommensteuererklärungen
- – Kommunikation mit Mandant:innen und Finanzämtern
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Steuerfachangestellte:r besonders, und so kannst du sie belegen:
- Genauigkeit: Nenn Aufgaben wie Abstimmungen oder Lohn, bei denen Fehler sofort Folgen haben.
- Fristbewusstsein: Beschreib, wie du Abgabefristen und Wiedervorlagen organisierst.
- Mandantenkontakt: Zeig, dass du Mandant:innen Unterlagen erklärst und Rückfragen klärst.
- Lernbereitschaft: Erwähn Seminare oder Weiterbildungen zu aktuellen Steuerthemen.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Steuerfachangestellte:r:
- DATEV, zum Beispiel Kanzlei-Rechnungswesen, LODAS oder Lohn und Gehalt
- Finanzbuchhaltung nach HGB
- Lohn- und Gehaltsabrechnung, Sozialversicherung
- Jahresabschluss und Einnahmenüberschussrechnung
- Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer
- Digitale Belegverarbeitung, etwa DATEV Unternehmen online
- Microsoft Excel
Lebenslauf als Steuerfachangestellte:r
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
In meiner Ausbildungskanzlei betreue ich seit drei Jahren selbstständig die Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung für Mandant:innen aus Handwerk und Handel. Zuletzt habe ich auch Jahresabschlüsse vorbereitet und die dazugehörigen Steuererklärungen erstellt. Ich arbeite sicher mit DATEV und habe mehrere Mandate auf die digitale Belegverarbeitung umgestellt. In Ihrer Kanzlei möchte ich mich stärker auf Jahresabschlüsse konzentrieren und mich auf die Prüfung zum Steuerfachwirt vorbereiten.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Aufgabenbereiche und Selbstständigkeitsgrad nennen
- DATEV-Programme konkret aufzählen
- Mandantengruppen beschreiben
- Weiterbildungsziele erwähnen
Lieber nicht
- Mandantennamen nennen
- Nur „Buchhaltung“ ohne Details
- Kenntnisse bei Bilanzen oder Steuerarten übertreiben
- Fehler in einer Bewerbung für einen Beruf, der Genauigkeit verlangt
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Die duale Ausbildung zur bzw. zum Steuerfachangestellten dauert drei Jahre. Zuständig ist die Steuerberaterkammer. Viele Kanzleien wünschen sich mindestens einen mittleren Schulabschluss, oft auch Abitur. Mit Berufserfahrung kannst du dich zur Steuerfachwirtin bzw. zum Steuerfachwirt oder zur bzw. zum Bilanzbuchhalter:in weiterbilden. Der Weg zur Steuerberaterprüfung ist auch ohne Studium möglich, setzt dann aber eine längere Berufspraxis voraus.
Quereinstieg
Quereinsteiger:innen mit Buchhaltungserfahrung, etwa aus Industrie, Handel oder als Kaufleute für Büromanagement, finden in Kanzleien oft einen Platz in der Finanz- oder Lohnbuchhaltung. Kurse zu DATEV und Lohnabrechnung helfen. Mit ausreichend Berufspraxis kannst du dich unter Umständen zur Abschlussprüfung als Steuerfachangestellte:r zulassen lassen.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Aufgabenbereiche und Selbstständigkeit klar beschrieben?
- DATEV-Programme genannt?
- Mandantengruppen erwähnt, aber keine Namen?
- Weiterbildungen und Ziele angegeben?
- Unterlagen fehlerfrei und sauber formatiert?
- Prüfungszeugnis und Arbeitszeugnisse beigelegt?
Häufige Fragen
Muss ich DATEV können?+
In den meisten Kanzleien ist DATEV Standard. Wenn du andere Programme kennst, nenn sie und zeig, dass du die Abläufe verstehst.
Kann ich als Steuerfachangestellte:r in die Industrie wechseln?+
Ja, zum Beispiel in die Buchhaltung oder ins Rechnungswesen. Betone dann Finanzbuchhaltung und Abschlüsse.
Wie wichtig ist der Wunsch nach Weiterbildung?+
Sehr. Kanzleien suchen Leute, die sich entwickeln wollen. Nenn deine Ziele realistisch.
Darf ich Homeoffice ansprechen?+
Ja. Viele Kanzleien bieten es an. Frag am besten im Gespräch nach den Regeln.