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Worauf Arbeitgeber achten
Versicherungskaufleute beraten Privat- und Firmenkund:innen zu Versicherungen und Vorsorge, bearbeiten Verträge und Schäden und arbeiten im Innendienst, in Agenturen oder bei Maklern. Der offizielle Ausbildungsberuf heißt Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen.
Arbeitgeber wollen in der Bewerbung sehen, ob du eher im Vertrieb, in der Schadenregulierung oder in der Vertragsbearbeitung zu Hause bist und welche Sparten du kennst.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Abschluss als Versicherungskaufmann/-frau oder Sachkunde als Versicherungsfachmann/-frau
- Sparten wie Kfz, Haftpflicht, Sach, Leben, Kranken oder Gewerbe
- Erfahrung im Vertrieb, Innendienst oder Schaden
- Kommunikationsstärke und verständliche Beratung
- Bereitschaft zur gesetzlichen Weiterbildung
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Versicherungskaufmann/-frau aussehen:
08/2022 – heute · Versicherungskauffrau, Schadenregulierung Kfz, Versicherungsunternehmen, Köln
- – Bearbeitung von Kfz-Haftpflicht- und Kaskoschäden
- – Prüfung von Deckung und Haftung
- – Kommunikation mit Kund:innen, Werkstätten und Sachverständigen
- – Telefonische Erstberatung im Schadenfall
- – Erkennung von Auffälligkeiten und Weitergabe an die Betrugsabwehr
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Versicherungskaufmann/-frau besonders, und so kannst du sie belegen:
- Einfühlungsvermögen: Beschreib, wie du Kund:innen nach einem Unfall oder Schaden unterstützt.
- Genauigkeit: Zeig, dass du Deckung und Bedingungen sorgfältig prüfst.
- Kommunikationsstärke: Nenn Gespräche, in denen du komplizierte Bedingungen verständlich erklärt hast.
- Vertriebsstärke: Erwähn Beratungserfolge, ohne interne Zahlen.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Versicherungskaufmann/-frau:
- Versicherungssparten wie Kfz, Sach, Haftpflicht, Leben und Kranken
- Antrags-, Vertrags- und Schadenbearbeitung
- Versicherungsvertragsrecht
- Bestands- und Schadensysteme des Versicherers
- Beratungsdokumentation
- Erlaubnis bzw. Registrierung nach § 34d GewO, falls im Vertrieb
- CRM-Systeme und Microsoft Office
Lebenslauf als Versicherungskaufmann/-frau
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
In der Kfz-Schadenregulierung kümmere ich mich darum, dass Kund:innen nach einem Unfall schnell und fair entschädigt werden. Ich prüfe Deckung und Haftung, halte Kontakt mit Werkstätten und Sachverständigen und erkläre Kund:innen, wie es weitergeht. In Ihrer Agentur möchte ich in den Vertrieb wechseln, weil ich gern langfristige Beziehungen zu Kund:innen aufbaue und sie umfassend berate.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Sparten und Tätigkeitsbereiche nennen
- Sachkunde und Weiterbildungen angeben
- Beratungsstil mit Beispiel zeigen
- Zwischen Innendienst und Vertrieb klar unterscheiden
Lieber nicht
- Interne Zahlen oder Kund:innen nennen
- Vertrieb verschweigen, wenn die Stelle vertrieblich ist
- Fachbegriffe ohne Erklärung
- Unterschiede zwischen Versicherer, Agentur und Makler ignorieren
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Die duale Ausbildung zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen dauert drei Jahre und endet mit der IHK-Prüfung. Es gibt die Fachrichtungen Versicherung und Finanzberatung. Viele Arbeitgeber erwarten Abitur oder einen guten mittleren Schulabschluss. Danach bieten sich Weiterbildungen wie Fachwirt:in für Versicherungen und Finanzen an. Wer berät, muss sich regelmäßig weiterbilden.
Quereinstieg
Quereinsteiger:innen im Vertrieb erwerben häufig die IHK-Sachkunde als Geprüfte:r Versicherungsfachmann/-frau. Im Innendienst sind kaufmännische Erfahrung und Kommunikationsstärke gefragt. Viele Versicherer bieten eigene Einstiegsprogramme an.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Sparten und Bereiche beschrieben?
- Sachkunde und Weiterbildungen genannt?
- Innendienst oder Vertrieb klar gemacht?
- Keine internen Zahlen erwähnt?
- Beratungsbeispiel im Anschreiben?
- Zeugnisse beigelegt?
Häufige Fragen
Ist Versicherungskaufmann/-frau noch die richtige Bezeichnung?+
Umgangssprachlich ja. Der offizielle Ausbildungsberuf heißt Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen. Ältere Abschlüsse bleiben gültig.
Muss ich in den Vertrieb?+
Nein. Viele Stellen gibt es im Innendienst, in der Schadenregulierung oder im Underwriting.
Was ist die Weiterbildungspflicht?+
Wer im Versicherungsvertrieb berät, muss sich regelmäßig weiterbilden und das nachweisen. Erwähn deine Weiterbildungen im Lebenslauf.
Wie unterscheiden sich Versicherer, Agentur und Makler?+
Versicherer bieten eigene Produkte an, Agenturen vermitteln für einen oder wenige Versicherer, Makler vertreten die Kund:innen gegenüber vielen Versicherern.