Bewerbung als Werkstudent:in.

Bewerbung als Werkstudent:in: worauf Unternehmen achten, Lebenslauf mit Studium und Projekten, Verfügbarkeit und 20-Stunden-Regel, Anschreiben-Beispiel und Tipps für Studienfächer von BWL bis Informatik.

4 Min. LesezeitStand: 27. Oktober 2026
Inhalt · 9 Abschnitte+
  1. 01Worauf Arbeitgeber achten
  2. 02Der Lebenslauf
  3. 03Stärken belegen
  4. 04Fachkenntnisse & Programme
  5. 05Das Anschreiben
  6. 06Do & Don't
  7. 07Ausbildung & Quereinstieg
  8. 08Checkliste
  9. 09Häufige Fragen

Worauf Arbeitgeber achten

Werkstudent:innen sind eingeschriebene Studierende, die neben dem Studium in einem Unternehmen arbeiten, meist in einem Bereich, der zu ihrem Fach passt. Sie unterstützen Teams in Marketing, Controlling, Personal, Softwareentwicklung, Forschung, Einkauf oder Vertrieb, übernehmen eigene Aufgaben und kleine Projekte und lernen den Arbeitsalltag kennen. Für Unternehmen sind sie oft der wichtigste Weg, später Berufseinsteiger:innen zu gewinnen.

In der Bewerbung zählen Studiengang, Semester, Schwerpunkte, praktische Erfahrung und Verfügbarkeit. Nenn genau, wie viele Stunden pro Woche du arbeiten kannst, an welchen Tagen und ab wann, und ob du in den Semesterferien mehr arbeiten möchtest. Während der Vorlesungszeit gilt in der Regel eine Grenze von 20 Stunden pro Woche, damit der Status als Werkstudent:in in der Sozialversicherung erhalten bleibt. Projekte aus dem Studium, Praktika und Programmierkenntnisse oder Tools sind wichtige Belege.

Das prüfen Personaler:innen zuerst

  • Studiengang, Semester und Schwerpunkte
  • Verfügbarkeit in Stunden und Tagen
  • Praktische Erfahrung und Projekte
  • Tools und Programme
  • Eigeninitiative und Lernbereitschaft

Der Lebenslauf

Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Werkstudent:in aussehen:

Beispiel: Station im Lebenslauf

10/2024 – heute · Werkstudentin Controlling, Industrieunternehmen, Stuttgart

  • – Erstellung von Monatsberichten in Excel
  • – Datenpflege und Auswertungen in SAP
  • – Unterstützung bei der Budgetplanung
  • – Aufbau eines Power-BI-Dashboards
  • – Vorbereitung von Präsentationen

Stärken belegen statt behaupten

Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Werkstudent:in besonders, und so kannst du sie belegen:

  • Eigeninitiative: Monatsberichte wurden mühsam von Hand erstellt. Beschreib, wie du vorgeschlagen hast, sie mit Power Query zu automatisieren, und was das dem Team gebracht hat.
  • Zeitmanagement: In der Prüfungszeit musstest du Arbeit und Lernen vereinbaren. Erzähl, wie du Stunden mit deinem Team abgestimmt hast.
  • Lernbereitschaft: SAP war für dich neu. Zeig, wie du dich mit Schulungen und Fragen schnell eingearbeitet hast.
  • Verlässlichkeit: Eine Auswertung wurde für eine Vorstandssitzung gebraucht. Nenn, wie du sie pünktlich und fehlerfrei geliefert hast.

Fachkenntnisse & Programme

In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Werkstudent:in:

  • Excel mit Pivot und Power Query
  • Power BI
  • SAP-Grundlagen
  • PowerPoint
  • Python oder R aus dem Studium
  • Statistik-Grundlagen
  • Englisch
  • Projektarbeit im Studium

Lebenslauf als Werkstudent:in

Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.

Das Anschreiben

Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.

Beispiel: Absatz im Anschreiben

Ich studiere Betriebswirtschaftslehre im fünften Semester mit Schwerpunkt Controlling und arbeite seit einem Jahr als Werkstudentin in einem Industrieunternehmen. Dort erstelle ich Monatsberichte, werte Daten in SAP aus und habe ein Power-BI-Dashboard für die Kostenstellen aufgebaut. Weil die Berichte viel Handarbeit kosteten, habe ich vorgeschlagen, sie mit Power Query zu automatisieren, was dem Team jeden Monat Zeit spart. In der Vorlesungszeit kann ich bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, vorzugsweise montags bis mittwochs, in den Semesterferien gern mehr. Ihr Unternehmen bietet die Möglichkeit, eine Abschlussarbeit zu schreiben, und ich würde mich freuen, später bei Ihnen einzusteigen.

Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.

Do & Don't

So geht's

  • Studium, Semester und Schwerpunkt nennen
  • Verfügbarkeit genau angeben
  • Projekte und Tools zeigen
  • Bezug zum Fach herstellen

Lieber nicht

  • Verfügbarkeit offenlassen
  • Noten in den Vordergrund stellen
  • Kenntnisse übertreiben
  • Immatrikulationsbescheinigung vergessen

Ausbildung & Quereinstieg

Der klassische Weg

Werkstudent:in ist kein Beruf, sondern ein Status für eingeschriebene Studierende. Voraussetzung ist eine gültige Immatrikulation, die du mit einer Bescheinigung nachweist. In der Vorlesungszeit gilt in der Regel eine Grenze von 20 Stunden pro Woche, in den Semesterferien darfst du mehr arbeiten. Dann zahlst du nur Beiträge zur Rentenversicherung, nicht zu Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Wer die Grenze dauerhaft überschreitet, verliert den Status. Bei Fragen helfen die Krankenkasse oder die Personalabteilung.

Quereinstieg

Auch Studierende ohne Praxiserfahrung bekommen Werkstudentenstellen, wenn sie Motivation, Lernbereitschaft und Bezug zum Fach zeigen. Projekte aus dem Studium, Hochschulgruppen, Nebenjobs oder ehrenamtliche Aufgaben sind gute Belege. Wer das Fach wechselt oder ein Zweitstudium macht, kann Erfahrung aus der ersten Ausbildung einbringen. Eine Werkstudentenstelle ist oft der beste Weg zu Abschlussarbeit und Berufseinstieg im selben Unternehmen. Nenn solche Erfahrungen konkret.

Checkliste

Bevor du abschickst

  • Studiengang und Semester genannt?
  • Verfügbarkeit angegeben?
  • Projekte und Tools aufgeführt?
  • Immatrikulationsbescheinigung beigelegt?
  • Bezug zum Fach im Anschreiben?
  • Notenspiegel beigelegt, falls gefragt?

Häufige Fragen

Was gilt für die 20-Stunden-Regel?+

In der Vorlesungszeit darfst du in der Regel höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten, damit du als Werkstudent:in sozialversicherungsrechtlich begünstigt bleibst. In den Semesterferien ist mehr möglich. Es gibt Ausnahmen, etwa bei Arbeit am Abend oder Wochenende. Kläre Details mit Arbeitgeber und Krankenkasse.

Muss ich Noten mitschicken?+

Wenn die Stellenanzeige es verlangt, ja, meist als Notenspiegel. Sonst reicht oft der Lebenslauf mit Schwerpunkten und Projekten. Unternehmen achten bei Werkstudierenden stärker auf Motivation und praktische Fähigkeiten als auf einzelne Noten. Gute Noten in passenden Fächern kannst du erwähnen.

Wie gebe ich meine Verfügbarkeit an?+

Konkret mit Stundenzahl pro Woche, festen Tagen und Startdatum, zum Beispiel 16 Stunden montags und dienstags ab Oktober. Nenn auch, ob du in den Semesterferien mehr arbeiten kannst und wann Prüfungszeiten sind. Klare Angaben erleichtern die Planung.

Kann ich als Werkstudent:in remote arbeiten?+

Viele Unternehmen bieten teilweise Homeoffice an, besonders in IT, Marketing und Verwaltung. Gerade zu Beginn ist Präsenz für die Einarbeitung aber oft wichtig. Frag im Gespräch nach Regelungen und Ausstattung. Für Labor- oder Produktionsjobs ist Anwesenheit meist nötig.

Wie wichtig ist der Bezug zum Studium?+

Sehr wichtig, weil Werkstudentenstellen fachliche Erfahrung vermitteln sollen und Unternehmen dich als künftige Fachkraft sehen. Erklär im Anschreiben, wie die Stelle zu deinem Studium passt und was du einbringen kannst. Rechtlich ist der Status auch ohne Fachbezug möglich, fachnahe Stellen bringen dir aber deutlich mehr.

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