Bewerbung als Zimmerer/Zimmerin.

Bewerbung als Zimmerer bzw. Zimmerin: worauf Holzbaubetriebe achten, Beispiel-Lebenslauf mit Abbund, Holzrahmenbau und Dachstühlen, Fachkenntnisse, Anschreiben-Beispiel und Weiterbildung.

3 Min. LesezeitStand: 27. Oktober 2026
Inhalt · 9 Abschnitte+
  1. 01Worauf Arbeitgeber achten
  2. 02Der Lebenslauf
  3. 03Stärken belegen
  4. 04Fachkenntnisse & Programme
  5. 05Das Anschreiben
  6. 06Do & Don't
  7. 07Ausbildung & Quereinstieg
  8. 08Checkliste
  9. 09Häufige Fragen

Worauf Arbeitgeber achten

Zimmerer und Zimmerinnen bauen Dachstühle, Holzhäuser, Aufstockungen, Treppen und Carports. Sie arbeiten mit CAD, Abbundmaschinen und auf der Baustelle, oft gemeinsam mit Dachdecker:innen und anderen Gewerken.

Holzbaubetriebe wollen in der Bewerbung sehen, ob du Abbund, Holzrahmenbau oder Sanierung kannst, ob du Pläne liest und selbstständig auf der Baustelle arbeitest.

Das prüfen Personaler:innen zuerst

  • Gesellenbrief als Zimmerer bzw. Zimmerin
  • Erfahrung im Holzrahmenbau, bei Dachstühlen oder in der Altbausanierung
  • Abbund per Hand oder mit Maschine, CAD-Kenntnisse
  • Sicheres Arbeiten in der Höhe und mit Kran
  • Führerschein, oft Klasse B oder BE

Der Lebenslauf

Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Zimmerer/Zimmerin aussehen:

Beispiel: Station im Lebenslauf

09/2022 – heute · Zimmerer, Holzrahmenbau, Holzbaubetrieb, Rosenheim

  • – Vorfertigung von Wand- und Deckenelementen in der Halle
  • – Aufrichten von Dachstühlen und Holzrahmenbauten auf der Baustelle
  • – Arbeit mit Abbundmaschine und CAD-Daten
  • – Einbau von Dämmung und luftdichten Ebenen
  • – Einweisung des Kranführers und Anschlagen von Lasten

Stärken belegen statt behaupten

Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Zimmerer/Zimmerin besonders, und so kannst du sie belegen:

  • Räumliches Denken: Beschreib, wie du Pläne in Bauteile übersetzt.
  • Präzision: Nenn Arbeiten, bei denen Passgenauigkeit entscheidend war.
  • Teamarbeit: Zeig, wie ihr beim Aufrichten zusammenarbeitet.
  • Sicherheitsbewusstsein: Erwähn Absturzsicherung und Arbeit mit dem Kran.

Fachkenntnisse & Programme

In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Zimmerer/Zimmerin:

  • Holzrahmenbau und Elementbau
  • Dachstuhl- und Treppenbau
  • Abbund per Hand und mit Abbundmaschine
  • CAD-Programme für den Holzbau
  • Dämmung und Luftdichtheit
  • Anschlagen von Lasten und Arbeit mit dem Kran
  • Absturzsicherung

Lebenslauf als Zimmerer/Zimmerin

Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.

Das Anschreiben

Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.

Beispiel: Absatz im Anschreiben

In meinem Ausbildungsbetrieb arbeite ich in der Vorfertigung von Holzrahmenelementen und beim Aufrichten auf der Baustelle. Ich arbeite mit CAD-Daten an der Abbundmaschine und weiß, wie wichtig saubere Vorbereitung für einen reibungslosen Ablauf ist. Ihr Betrieb baut mehrgeschossige Holzgebäude, und genau diesen Bereich möchte ich kennenlernen. Langfristig strebe ich den Meister an.

Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.

Do & Don't

So geht's

  • Arbeitsbereiche wie Halle und Baustelle nennen
  • Maschinen und Software angeben
  • Projekte mit Fotos zeigen
  • Weiterbildungsziel erwähnen

Lieber nicht

  • Nur „Holzbau“ schreiben
  • Kran- und Höhenarbeit verschweigen
  • Sicherheit kleinreden
  • Den Schwerpunkt des Betriebs ignorieren

Ausbildung & Quereinstieg

Der klassische Weg

Die duale Ausbildung zum Zimmerer bzw. zur Zimmerin dauert drei Jahre und ist eine Stufenausbildung der Bauwirtschaft: Nach zwei Jahren kann ein Abschluss als Ausbaufacharbeiter:in erreicht werden. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Danach sind Vorarbeiter:in, Polier:in, Meister:in, Techniker:in oder ein Studium im Holzbau möglich.

Quereinstieg

Holzbaubetriebe stellen Helfer:innen für Halle und Baustelle ein. Tischler:innen wechseln häufig in den Holzbau und können ihre Erfahrung mitbringen. Mit genügend Praxis ist eine Externenprüfung möglich.

Checkliste

Bevor du abschickst

  • Gesellenbrief beigelegt?
  • Arbeitsbereiche und Projekte beschrieben?
  • Maschinen und Software genannt?
  • Führerschein angegeben?
  • Fotos beigelegt?
  • Weiterbildungsziel erwähnt?

Häufige Fragen

Ist die Walz ein Vorteil in der Bewerbung?+

Viele Betriebe schätzen die Erfahrung, die Gesell:innen auf der Wanderschaft sammeln. Nenn sie im Lebenslauf mit den Stationen.

Wie wichtig sind CAD-Kenntnisse?+

Zunehmend wichtig, besonders im Elementbau. Nenn die Programme, die du kennst.

Kann ich als Tischler:in zum Holzbau wechseln?+

Ja. Betone handwerkliches Können und Lernbereitschaft für die Baustelle.

Lohnt sich die Meisterschule?+

Ja, wenn du Verantwortung übernehmen oder einen eigenen Betrieb gründen willst.

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