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Worauf Arbeitgeber achten
Tischler:innen, in Süddeutschland Schreiner:innen, bauen Möbel, Küchen, Treppen, Fenster und Türen und richten Innenräume aus. Sie arbeiten in der Werkstatt, an CNC-Maschinen und bei Kund:innen auf der Montage.
Betriebe wollen in der Bewerbung sehen, ob du eher Werkstatt oder Montage kannst, welche Maschinen und Programme du beherrschst und welche Projekte du umgesetzt hast. Fotos von Arbeiten sind hier ein echtes Argument.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Gesellenbrief und Schwerpunkte wie Möbelbau, Innenausbau, Fenster oder Treppen
- Erfahrung an Maschinen und CNC-Bearbeitungszentren
- Kenntnisse in CAD und Arbeitsvorbereitung
- Selbstständige Montage bei Kund:innen
- Führerschein, oft Klasse B oder BE
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Tischler:in aussehen:
07/2022 – heute · Tischler, Möbel- und Innenausbau, Tischlerei, Bremen
- – Fertigung von Einbaumöbeln und Küchen nach Zeichnung
- – Programmierung und Bedienung des CNC-Bearbeitungszentrums
- – Oberflächenbehandlung mit Lacken und Ölen
- – Selbstständige Montage bei Privat- und Gewerbekund:innen
- – Aufmaß vor Ort und Abstimmung mit der Arbeitsvorbereitung
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Tischler:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Genauigkeit: Beschreib ein Projekt, bei dem es auf Millimeter ankam.
- Gestaltungssinn: Nenn ein Stück, das du selbst entworfen oder mitgestaltet hast.
- Selbstständigkeit: Zeig, dass du Montagen allein oder als Teamleitung machst.
- Kundenumgang: Erwähn, dass du vor Ort mit Kund:innen sprichst und Lösungen findest.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Tischler:in:
- Holzbearbeitungsmaschinen wie Formatkreissäge, Kantenanleimmaschine, Hobelmaschine
- CNC-Bearbeitung, zum Beispiel mit woodWOP
- CAD-Programme für Möbel und Innenausbau
- Oberflächentechnik
- Montage von Möbeln, Türen und Fenstern
- Aufmaß und Zeichnungen lesen
- Führerschein Klasse B, gegebenenfalls BE
Lebenslauf als Tischler:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Nach meiner Gesellenprüfung bin ich in meinem Ausbildungsbetrieb geblieben und baue vor allem Einbaumöbel und Küchen. Ich programmiere unser CNC-Bearbeitungszentrum und montiere die Möbel anschließend selbst beim Kunden. Mein Gesellenstück, ein Sideboard aus Nussbaum, hat mir gezeigt, wie viel Freude mir Gestaltung macht. Ihre Werkstatt arbeitet viel mit Massivholz, und ich möchte dort meine handwerklichen Fähigkeiten vertiefen.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Schwerpunkte und Projekte nennen
- Maschinen und Programme konkret angeben
- Fotos vom Gesellenstück oder eigenen Arbeiten anhängen
- Montageerfahrung und Führerschein erwähnen
Lieber nicht
- Nur „Holzarbeiten“ schreiben
- Fotos von Projekten zeigen, die du nicht gebaut hast
- CNC-Kenntnisse übertreiben
- Sicherheitsunterweisungen kleinreden
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Die duale Ausbildung zur Tischlerin bzw. zum Tischler dauert drei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer, meist mit Gesellenstück. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Danach sind Tischlermeister:in, staatlich geprüfte:r Techniker:in Holztechnik, Gestalter:in im Handwerk oder ein Studium möglich.
Quereinstieg
Quereinsteiger:innen arbeiten oft als Helfer:in in der Werkstatt oder auf Montage. Wer handwerklich geschickt ist, kann mit Berufserfahrung die Ausbildung nachholen oder unter Umständen als Externe:r zur Gesellenprüfung zugelassen werden. Industriebetriebe stellen auch Holzmechaniker:innen und Maschinenbediener:innen ein.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Gesellenbrief beigelegt?
- Schwerpunkte und Projekte genannt?
- Maschinen und Software angegeben?
- Fotos von Arbeiten angehängt?
- Führerscheinklasse genannt?
- Arbeitsweise des Betriebs im Anschreiben?
Häufige Fragen
Ist Schreiner:in dasselbe wie Tischler:in?+
Ja. Schreiner:in ist die in Süddeutschland übliche Bezeichnung, die Ausbildung ist gleich.
Soll ich Fotos meiner Arbeiten mitschicken?+
Ja, zwei bis vier gute Fotos in einem PDF reichen. Nenn kurz, was du daran gemacht hast.
Wie wichtig sind CNC-Kenntnisse?+
In vielen Betrieben sehr. Wenn du keine hast, zeig, dass du sie lernen möchtest.
Lohnt sich die Meisterschule?+
Wenn du Verantwortung übernehmen, ausbilden oder dich selbstständig machen willst, ja. Für Tischler:innen ist der Meister Voraussetzung für einen eigenen Betrieb.