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Was ist Biowissenschaften?
Biowissenschaften, international oft Life Sciences genannt, bündeln die Fächer, die Lebewesen und ihre Bausteine untersuchen. Im Mittelpunkt stehen Zellen, Gene, Proteine und Stoffwechsel, aber auch Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere und ihre Wechselwirkungen mit der Umwelt.
Im Studium lernst du allgemeine und organische Chemie, Physik, Mathematik und Statistik, dann Zellbiologie, Genetik, Molekularbiologie, Biochemie, Mikrobiologie, Physiologie, Ökologie und Bioinformatik. Ein Großteil der Zeit findet im Labor statt, wo du pipettierst, Kulturen anlegst, DNA analysierst und Ergebnisse auswertest.
Im Vergleich zur klassischen Biologie sind viele Biowissenschafts-Studiengänge stärker molekular und anwendungsbezogen ausgerichtet, mit Blick auf Medizin, Pharma oder Biotechnologie. Die Grenzen sind fließend, deshalb lohnt sich ein genauer Blick ins Modulhandbuch der jeweiligen Hochschule. Achte dort besonders auf den Anteil an Ökologie, Molekularbiologie und Wahlmodulen.
6
Semester bis zum Bachelor, meist folgt ein Master
B.Sc.
Bachelor of Science, oft auch Life Sciences genannt
Labor
Praktika machen einen großen Teil des Studiums aus
Erwartung und Wirklichkeit
Viele haben ein Bild vom Studium, das wenig mit dem Alltag im Hörsaal zu tun hat. Diese vier Punkte überraschen am häufigsten:
„Ich beobachte vor allem Tiere und Pflanzen draußen.“
Exkursionen und Freilandarbeit kommen vor, etwa in Ökologie, doch in den meisten Biowissenschafts-Studiengängen dominieren Zellkultur, Molekularbiologie und Laboranalytik.
„Chemie spielt kaum eine Rolle.“
Allgemeine, organische und Biochemie gehören zu den Pflichtfächern und sind für viele die größte Hürde im ersten Studienjahr.
„Mit dem Bachelor arbeite ich in der Forschung.“
Für eigenständige Forschung brauchst du fast immer Master und Promotion. Der Bachelor ist vor allem eine Grundlage für den weiteren Weg.
„Laborarbeit ist spannend und abwechslungsreich.“
Oft, aber nicht immer. Experimente wiederholen sich, scheitern oder brauchen Wochen, bis Ergebnisse sichtbar sind, etwa wenn Zellkulturen langsam wachsen. Geduld ist unverzichtbar.
Inhalte und Ablauf
Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule, der Aufbau ist aber fast überall ähnlich:
- 01
1. und 2. Semester
Allgemeine und anorganische Chemie, Physik, Mathematik, Zellbiologie, Botanik und Zoologie im Überblick sowie erste Laborpraktika. - 02
3. und 4. Semester
Organische Chemie, Biochemie, Genetik, Mikrobiologie, Physiologie, Statistik und Bioinformatik, jeweils mit umfangreichen Praktika. - 03
5. und 6. Semester
Vertiefung in Molekularbiologie, Neurobiologie, Immunologie oder Ökologie, Forschungspraktikum in einer Arbeitsgruppe und Bachelorarbeit.
Typische Module
- Allgemeine und anorganische Chemie
- Organische Chemie
- Physik für Biowissenschaften
- Mathematik und Statistik
- Zellbiologie
- Genetik
- Molekularbiologie
- Biochemie
- Mikrobiologie
- Tier- und Pflanzenphysiologie
- Bioinformatik
- Forschungspraktikum
Schwerpunkte
Nach den Grundlagen kannst du dich spezialisieren. Manche Hochschulen bieten diese Richtungen auch als eigenen Studiengang an:
Biologie
Das klassische, breite Studium des Lebendigen.
Biochemie
Chemische Vorgänge in Zellen genau verstehen.
Biotechnologie
Biologische Prozesse technisch nutzen.
Biomedical Sciences
Biowissenschaften mit Fokus auf Krankheiten und Medizin.
Neurobiologie
Wie Nervenzellen und Gehirne arbeiten.
Wo du Biowissenschaften studieren kannst
Wähl zuerst, wie dein Studium in deinen Alltag passen soll. Dann siehst du die passenden Studiengänge, auf Wunsch mit dem nächsten Standort.
Klassisch studieren: Vorlesungen, Seminare und Kommiliton:innen vor Ort.
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Hochschule Fresenius
Biosciences
B.Sc. Idstein
Infomaterial anfordern kostenlos · auf hs-fresenius.deHochschule Fresenius
Biomedical Sciences
B.Sc.auf Englisch Idstein
Infomaterial anfordern kostenlos · auf hs-fresenius.com
So gehst du am besten vor
- 1Infomaterial anfordern bei zwei oder drei Hochschulen. Das ist kostenlos und unverbindlich.
- 2Vergleichen Studienplan, Zeitmodell, Standort und Kosten nebeneinanderlegen.
- 3Reinschnuppern bei einem Infoabend oder einer Probevorlesung, bevor du dich bewirbst.
3 Studiengänge an 1 Hochschulen.
Voraussetzungen und NC
Biowissenschaften werden vor allem an Universitäten angeboten, das Abitur ist dort Voraussetzung. Viele Studiengänge sind zulassungsbeschränkt, weil Laborplätze begrenzt sind, und haben teils einen recht hohen örtlichen NC.
Gute Kenntnisse in Biologie und Chemie aus der Oberstufe sind sehr hilfreich. Mathematik solltest du nicht abgewählt haben, denn Statistik und Datenauswertung spielen in der modernen Forschung eine immer größere Rolle.
Du brauchst Sorgfalt und Ausdauer im Labor. Experimente müssen exakt protokolliert werden, kleine Fehler können wochenlange Arbeit unbrauchbar machen, und du lernst mit Gefahrstoffen, Mikroorganismen und Sicherheitsvorschriften umzugehen.
Englisch ist Wissenschaftssprache. Fachartikel, Lehrbücher und viele Masterprogramme sind englisch, und je früher du dich daran gewöhnst, englische Studien zu lesen, desto leichter fällt dir später die Arbeit in Forschungsgruppen.
Staatliche Hochschulen
Staatliche Universitäten bieten Biowissenschaften oder Life Sciences häufig mit örtlichem NC an. Teilweise gibt es Auswahlverfahren, die Noten in Biologie, Chemie und Mathematik besonders gewichten.
Private Hochschulen
Private Hochschulen haben selten eigene Biowissenschafts-Bachelor, eher angewandte Studiengänge in Richtung Biotechnologie oder Biomedizin. Aufgenommen wird nach eigenem Verfahren, Kosten erfährst du aus dem Infomaterial.
Plane den Weg über den Bachelor hinaus
In den Biowissenschaften ist der Bachelor selten der Endpunkt. Die meisten Absolvent:innen machen einen Master, viele anschließend eine Promotion. Erst damit stehen Stellen in Forschung, Entwicklung und gehobenen Positionen in der Industrie wirklich offen.
Der Arbeitsmarkt ist gemischt. Pharma, Biotechnologie, Diagnostik und Lebensmittelindustrie suchen Fachleute, doch akademische Forschungsstellen sind oft befristet und stark umkämpft. Zusatzwissen in Bioinformatik, Statistik oder Regulierung verbessert die Chancen deutlich. Auch ein Wechsel in Patentwesen, Fachvertrieb oder klinisches Studienmanagement ist für Biowissenschaftler:innen ein realistischer Weg.
Überlege früh, welche Richtung dich reizt, und sammle passende Praktika. Ein Forschungspraktikum in einem Labor oder eine Werkstudierendenstelle in einem Unternehmen zeigen dir, ob dir Laborarbeit auf Dauer gefällt. Kontakte aus solchen Stationen helfen später oft bei der Suche nach einer Masterarbeit oder einer Promotionsstelle.
Uni, FH oder Fernstudium?
Dasselbe Fach kann sich je nach Studienform sehr unterschiedlich anfühlen. So unterscheiden sich die Wege bei Biowissenschaften:
Universität
Forschungsorientiert mit intensiven Laborpraktika, der übliche Weg in Master, Promotion und Wissenschaft.
Hochschule (FH) und private Hochschule
Als angewandte Biowissenschaften oder Biotechnologie, praxisnah mit Praxissemester in Labor oder Industrie.
Duales Studium
Selten, etwa in Kooperation mit Pharma- oder Laborunternehmen, teils mit Ausbildung zur Biologielaborant:in.
Berufe nach dem Studium
Mit Biowissenschaften stehen dir viele Richtungen offen. Die wichtigsten Arbeitsfelder:
- Akademische Forschung: An Universitäten und Instituten Experimente planen, auswerten und veröffentlichen.
- Pharmaindustrie: Wirkstoffe entwickeln, klinische Studien begleiten oder die Qualität der Produktion sichern.
- Biotechnologie-Unternehmen: Enzyme, Antikörper oder Zelltherapien entwickeln und herstellen.
- Medizinische Diagnostik: In Laboren neue Tests entwickeln und Patientenproben molekularbiologisch analysieren.
- Bioinformatik: Große Mengen genetischer und biologischer Daten mit eigenen Programmen auswerten.
- Behörden und Zulassung: Arzneimittel, Lebensmittel oder Gentechnik nach gesetzlichen Vorgaben prüfen.
- Wissenschaftskommunikation: Forschung für Medien, Museen oder Öffentlichkeit verständlich aufbereiten.
Verwandte Berufe mit Ausbildung
Manche Richtungen erreichst du auch ohne Studium. Unsere Ratgeber zu verwandten Berufen:
Passt das zu dir?
Passt gut, wenn
- Dich fasziniert, wie Zellen und Gene funktionieren.
- Du arbeitest gern genau und hast Geduld im Labor.
- Chemie ist für dich kein Angstfach.
- Master und vielleicht Promotion schrecken dich nicht.
Eher nicht, wenn
- Du willst nach drei Jahren direkt in den Beruf.
- Chemie und Statistik würdest du am liebsten auslassen.
- Gescheiterte Experimente nehmen dir schnell die Motivation.
- Englische Fachartikel liest du nur widerwillig.
Noch unsicher?Mach den Studienfinderund sieh, welche Studiengänge zu deinen Interessen passen.
Checkliste
Bevor du dich bewirbst
- Modulhandbücher von Biologie und Biowissenschaften verglichen
- Anteil an Laborpraktika und Chemie geprüft
- NC-Werte der Wunschuniversitäten nachgesehen
- Schnupperpraktikum in einem Forschungs- oder Diagnostiklabor gesucht
- Masterangebote im Anschluss recherchiert
- Infomaterial zu Studiengängen der Biowissenschaften angefordert
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Biowissenschaften und Biologie?+
Biologie deckt das gesamte Fach von Ökologie bis Molekül ab. Biowissenschaften sind oft stärker molekular, medizinisch und anwendungsnah ausgerichtet.
Brauche ich einen Master?+
Für die meisten Stellen ja. Mit dem Bachelor gibt es Einstiege in Routinelaboren, Qualitätskontrolle oder Vertrieb, Forschung und Entwicklung setzen aber Master oder Promotion voraus.
Wie viel Chemie steckt im Studium?+
Ziemlich viel, besonders im ersten Jahr mit allgemeiner und organischer Chemie. Später folgt Biochemie, die für fast alle Vertiefungen grundlegend ist.
Wie stehen die Chancen für Absolvent:innen der Biowissenschaften?+
Mit Promotion und Spezialisierung gut, besonders in Pharma, Biotechnologie und Diagnostik. Ohne Master ist der Einstieg schwieriger als in vielen Ingenieurfächern.
Muss ich mit Tieren arbeiten?+
In einigen Praktika, etwa in Physiologie, kann das vorkommen. Viele Hochschulen bieten Alternativen an, frag bei ethischen Bedenken vor der Einschreibung nach, welche Ersatzleistungen akzeptiert werden.
Ist Bioinformatik wichtig?+
Zunehmend ja. Sequenzierungen erzeugen riesige Datenmengen, und Biowissenschaftler:innen mit Programmierkenntnissen sind in Forschung und Industrie sehr gefragt.
Kann ich danach Medizin studieren?+
Ein Wechsel ist möglich, aber du musst dich regulär über das Zulassungsverfahren für Medizin bewerben. Vorleistungen aus Chemie oder Physiologie werden nur teilweise angerechnet, und Wartezeit oder Testergebnisse zählen wie bei allen anderen.