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Was ist Entrepreneurship?
Entrepreneurship beschäftigt sich mit der Frage, wie aus einer Idee ein tragfähiges Unternehmen wird. Es geht um das Erkennen von Chancen, das Testen von Geschäftsmodellen, die Finanzierung, den Aufbau eines Teams und das Wachstum, aber auch um das Scheitern und was man daraus lernt. Das Fach verbindet Betriebswirtschaft mit Kreativität und Risikobereitschaft.
Im Studium lernst du BWL-Grundlagen, Rechnungswesen, Finanzierung, Marketing und Vertrieb, Recht für Gründer:innen mit Gesellschaftsformen und Verträgen, Geschäftsmodellentwicklung, Innovationsmanagement, Methoden wie Lean Startup und Design Thinking sowie Verhandeln und Pitchen vor Investor:innen. Häufig entwickelst du über mehrere Semester ein eigenes Gründungsprojekt.
Entrepreneurship ist nicht nur etwas für künftige Start-up-Gründer:innen. Gefragt sind unternehmerisch denkende Menschen auch in Konzernen, die neue Geschäftsfelder aufbauen, in Familienunternehmen, die Nachfolger:innen suchen, und in sozialen Organisationen, die gesellschaftliche Probleme mit tragfähigen Modellen lösen wollen.
6–7
Semester bis zum Bachelor
B.A. / B.Sc.
Oft mit eigenem Gründungsprojekt im Studium
Gründungszentren
Viele Hochschulen bieten Beratung, Räume und Kontakte
Erwartung und Wirklichkeit
Viele haben ein Bild vom Studium, das wenig mit dem Alltag im Hörsaal zu tun hat. Diese vier Punkte überraschen am häufigsten:
„Mit dem Studium gründe ich sicher ein erfolgreiches Start-up.“
Die meisten jungen Unternehmen scheitern oder bleiben klein. Das Studium senkt Fehler, ersetzt aber weder Marktglück noch jahrelange harte Arbeit.
„Gründen kann man nicht studieren.“
Mut und Ideen lassen sich nicht lehren, Werkzeuge schon. Finanzplanung, Recht, Vertrieb und systematisches Testen von Annahmen sparen viel Lehrgeld.
„Es geht vor allem um Investorengeld.“
Viele Unternehmen wachsen aus eigenen Umsätzen, Förderprogrammen oder Krediten. Risikokapital passt nur zu wenigen Geschäftsmodellen mit sehr hohem Wachstumspotenzial.
„Wer nicht gründet, hat das Studium umsonst gemacht.“
Viele Absolvent:innen arbeiten in Innovationsabteilungen, Beratung, Investmentfirmen oder übernehmen später ein bestehendes Unternehmen. Das unternehmerische Denken ist überall gefragt.
Inhalte und Ablauf
Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule, der Aufbau ist aber fast überall ähnlich:
- 01
1. und 2. Semester
Grundlagen der BWL, Buchhaltung, Mikroökonomie, Marketing, Einführung in Entrepreneurship und erste Übungen zur Ideenfindung und Geschäftsmodellentwicklung. - 02
3. und 4. Semester
Finanzierung und Investition, Gründungsrecht, Vertrieb, Innovationsmanagement, Lean Startup und ein Teamprojekt, in dem du eine Idee mit echten Kund:innen testest. - 03
5. bis 7. Semester
Wachstum und Skalierung, Venture Capital und Förderung, Unternehmensnachfolge, Praxisphase in Start-up oder Mittelstand und Bachelorarbeit, teils als Businessplan.
Typische Module
- Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre
- Rechnungswesen und Controlling
- Einführung in Entrepreneurship
- Geschäftsmodellentwicklung
- Lean Startup und Design Thinking
- Gründungsfinanzierung
- Recht für Gründer:innen
- Marketing und Vertrieb für junge Unternehmen
- Innovationsmanagement
- Teamaufbau und Führung
- Unternehmensnachfolge
- Gründungsprojekt
Schwerpunkte
Nach den Grundlagen kannst du dich spezialisieren. Manche Hochschulen bieten diese Richtungen auch als eigenen Studiengang an:
Betriebswirtschaftslehre
Das breite Fundament für jede Unternehmensführung.
Digital Business
Digitale Geschäftsmodelle entwickeln und betreiben.
FinTech
Neue Finanzdienstleistungen technisch und rechtlich verstehen.
Finanzmanagement
Kapital planen, beschaffen und steuern.
Social Entrepreneurship
Gesellschaftliche Probleme mit unternehmerischen Modellen lösen.
Wo du Entrepreneurship studieren kannst
Wähl zuerst, wie dein Studium in deinen Alltag passen soll. Dann siehst du die passenden Studiengänge, auf Wunsch mit dem nächsten Standort.
Klassisch studieren: Vorlesungen, Seminare und Kommiliton:innen vor Ort.
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Hochschule Fresenius
Betriebswirtschaftslehre
B.A. Berlin, Düsseldorf, Hamburg und 4 weitere
Infomaterial anfordern kostenlos · auf hs-fresenius.deMacromedia University
Business Management
B.A. Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und 3 weitere
Studienrichtung im Studiengang Management; Studiengebühr ab 779 €/Monat + 699 € Anmeldegebühr
Infomaterial anfordern kostenlos · auf macromedia-fachhochschule.de
So gehst du am besten vor
- 1Infomaterial anfordern bei zwei oder drei Hochschulen. Das ist kostenlos und unverbindlich.
- 2Vergleichen Studienplan, Zeitmodell, Standort und Kosten nebeneinanderlegen.
- 3Reinschnuppern bei einem Infoabend oder einer Probevorlesung, bevor du dich bewirbst.
20 Studiengänge an 3 Hochschulen.
Voraussetzungen und NC
Entrepreneurship als eigener Bachelor wird vor allem an privaten Hochschulen und einigen Fachhochschulen angeboten. Die Fachhochschulreife reicht meist, oft entscheidet ein Gespräch mit Fokus auf Motivation und eigenen Ideen über die Aufnahme.
Eigeninitiative ist die wichtigste Eigenschaft. Niemand gibt dir vor, welche Idee du verfolgst, wen du ansprichst oder wann du aufgibst. Du solltest gern Dinge anstoßen und auch dann weitermachen, wenn der Erfolg auf sich warten lässt.
Ein gesunder Umgang mit Unsicherheit und Rückschlägen ist entscheidend. Ideen werden abgelehnt, Kund:innen kaufen nicht, Partner springen ab. Wer Absagen als Information statt als persönliche Niederlage nimmt, lernt schneller.
Zahlen solltest du nicht scheuen. Finanzpläne, Liquiditätsrechnung und Preiskalkulation entscheiden darüber, ob ein Unternehmen überlebt. Viele Gründungen scheitern nicht an der Idee, sondern daran, dass das Geld früher als erwartet ausgeht.
Staatliche Hochschulen
Staatliche Hochschulen bieten Entrepreneurship meist als Vertiefung in BWL oder als Master an, dazu kommen Gründungszentren mit Kursen für Studierende aller Fächer. Zugang zum Bachelor meist ohne oder mit moderatem NC.
Private Hochschulen
Private Hochschulen haben Entrepreneurship häufig als eigenen Bachelor, oft mit Inkubator, Mentoring und Netzwerk zu Investor:innen. Aufnahme über Bewerbung und Gespräch, Studienkosten und Stipendien nennt das Infomaterial.
Nutze die Gründungsinfrastruktur
Viele Hochschulen haben Gründungszentren mit Beratung, Arbeitsplätzen, Werkstätten und Kontakten zu Mentor:innen. Dazu kommen öffentliche Förderprogramme, etwa Stipendien für Gründungsteams aus der Wissenschaft. Wer diese Angebote während des Studiums nutzt, gründet mit deutlich weniger eigenem Risiko.
Unterschätze die Unternehmensnachfolge nicht. In den kommenden Jahren suchen sehr viele mittelständische Betriebe Nachfolger:innen, weil die Inhaber:innen in Rente gehen. Ein bestehendes Unternehmen mit Kundenstamm zu übernehmen, kann ein solider Weg in die Selbstständigkeit sein.
Sei ehrlich zu dir, was Risiko und Einkommen betrifft. Die ersten Jahre einer Gründung bringen oft wenig Gehalt und viel Arbeit. Ein Nebenjob, Ersparnisse oder eine Gründung im Team helfen, diese Phase durchzustehen.
Uni, FH oder Fernstudium?
Dasselbe Fach kann sich je nach Studienform sehr unterschiedlich anfühlen. So unterscheiden sich die Wege bei Entrepreneurship:
Universität
Als Schwerpunkt in BWL oder Wirtschaftswissenschaften, mit mehr Theorie und Forschung zu Innovation.
Hochschule (FH) und private Hochschule
Praxisnah mit Gründungsprojekten, Coaching durch Gründer:innen und Kontakten zu regionalen Unternehmen.
Duales Studium
Selten, etwa in Kooperation mit Konzernen, die interne Gründungsprogramme oder Innovationslabore betreiben.
Berufsbegleitend
Für Menschen, die bereits gegründet haben oder eine Nachfolge vorbereiten und parallel lernen wollen.
Fernstudium
Online und flexibel, passend für Gründer:innen, die ihr Unternehmen schon nebenbei aufbauen.
Berufe nach dem Studium
Mit Entrepreneurship stehen dir viele Richtungen offen. Die wichtigsten Arbeitsfelder:
- Eigene Gründung: Ein Unternehmen aufbauen, Kund:innen gewinnen, Kapital beschaffen und ein Team führen.
- Start-up-Mitarbeit: In jungen Unternehmen Vertrieb, Wachstum, Finanzen oder Betrieb mit aufbauen.
- Corporate Innovation: In Konzernen neue Geschäftsfelder, interne Start-ups oder Kooperationen entwickeln.
- Unternehmensnachfolge: Einen bestehenden Betrieb übernehmen und unternehmerisch weiterentwickeln.
- Venture Capital: Junge Unternehmen bewerten, Investitionen vorbereiten und Portfolios betreuen.
- Gründungsberatung: An Hochschulen, Kammern oder Förderbanken Gründungsteams beraten und begleiten.
- Soziale Unternehmen: Organisationen aufbauen, die gesellschaftliche Wirkung mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit verbinden.
Verwandte Berufe mit Ausbildung
Manche Richtungen erreichst du auch ohne Studium. Unsere Ratgeber zu verwandten Berufen:
Passt das zu dir?
Passt gut, wenn
- Du hast ständig Ideen und willst sie ausprobieren.
- Absagen bringen dich nicht dauerhaft aus dem Tritt.
- Du übernimmst gern Verantwortung für das Ganze.
- Unsicherheit reizt dich mehr, als sie dich lähmt.
Eher nicht, wenn
- Ein festes Gehalt ist dir von Anfang an sehr wichtig.
- Du brauchst klare Vorgaben, was als Nächstes zu tun ist.
- Finanzpläne und Kalkulation findest du lästig.
- Kaltakquise bei fremden Menschen kommt für dich nicht infrage.
Noch unsicher?Mach den Studienfinderund sieh, welche Studiengänge zu deinen Interessen passen.
Checkliste
Bevor du dich bewirbst
- Eine eigene Geschäftsidee an echten Interessent:innen getestet
- Gründungszentren und Inkubatoren der Hochschulen verglichen
- Förderprogramme für Gründungen aus Hochschulen recherchiert
- Unternehmensnachfolge als Alternative zur Neugründung betrachtet
- Mit Gründer:innen über ihre ersten Jahre gesprochen
- Infomaterial zu Entrepreneurship-Studiengängen angefordert
Häufige Fragen
Brauche ich ein Studium, um zu gründen?+
Nein, viele erfolgreiche Gründer:innen haben kein passendes Studium. Das Studium vermittelt aber Werkzeuge, ein Netzwerk und einen geschützten Raum, um Ideen ohne existenzielles Risiko auszuprobieren.
Muss ich schon eine Geschäftsidee haben?+
Nein, Ideenfindung ist Teil des Studiums. Wer bereits eine Idee mitbringt, kann sie aber in vielen Modulen weiterentwickeln und direkt mit Mentor:innen besprechen.
Wie realistisch ist eine Gründung direkt nach dem Studium?+
Realistisch, wenn Idee, Team und Finanzierung stehen. Viele sammeln zuerst Erfahrung in Start-ups oder Unternehmen und gründen einige Jahre später mit mehr Wissen und Kontakten.
Was passiert, wenn meine Gründung scheitert?+
Scheitern gehört zum Unternehmertum. Die Erfahrung wird von vielen Arbeitgebern geschätzt, wichtig ist, Haftungsrisiken von Beginn an zu kennen und klug zu begrenzen.
Welche Finanzierungswege lerne ich kennen?+
Eigenkapital, Förderprogramme, Bankkredite, Business Angels, Risikokapital und Crowdfunding. Du lernst, welcher Weg zu welchem Geschäftsmodell passt und welche Rechte Geldgeber erhalten.
Was ist Social Entrepreneurship?+
Unternehmen, deren Hauptziel eine gesellschaftliche Wirkung ist, etwa Bildung, Integration oder Klimaschutz. Sie arbeiten trotzdem wirtschaftlich, damit ihre Wirkung dauerhaft finanziert ist.
Lohnt sich das Fach für eine Familiennachfolge?+
Ja, besonders mit Modulen zu Nachfolge, Führung und Innovation. Du lernst, einen gewachsenen Betrieb mit eigenen Ideen weiterzuentwickeln, ohne die Belegschaft zu verlieren.