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Worauf Arbeitgeber achten
Altenpfleger:innen versorgen ältere Menschen in Pflegeheimen, ambulanten Diensten, Tagespflegen und Wohngemeinschaften. Sie pflegen, begleiten, planen und dokumentieren, und sie sind oft die wichtigsten Bezugspersonen der Bewohner:innen.
Seit 2020 wird die Pflegeausbildung generalistisch angeboten. Wer sich auf die Altenpflege spezialisiert, kann den Abschluss als Altenpfleger:in aber weiterhin wählen. In der Bewerbung zählt, dass du fachlich sicher bist und zeigst, wie du mit Menschen umgehst, die viel Zuwendung brauchen.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Examen in der Altenpflege oder als Pflegefachfrau/Pflegefachmann
- Erfahrung in Langzeitpflege, ambulanter Pflege oder Tagespflege
- Kenntnisse in Behandlungspflege und Pflegedokumentation nach dem Strukturmodell
- Umgang mit Menschen mit Demenz
- Bereitschaft für Schichtdienst und, bei ambulanten Diensten, einen Führerschein
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Altenpfleger:in aussehen:
04/2021 – heute · Altenpfleger, Wohnbereich mit Schwerpunkt Demenz, Seniorenzentrum, Würzburg
- – Grund- und Behandlungspflege inklusive Wundversorgung und Medikamentengabe
- – Pflegeplanung mit dem Strukturmodell (SIS) und Dokumentation in der Pflegesoftware
- – Begleitung von Menschen mit Demenz nach biografieorientierten Ansätzen
- – Mitwirkung bei Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst
- – Gespräche mit Angehörigen und Begleitung in der letzten Lebensphase
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Altenpfleger:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Geduld und Einfühlungsvermögen: Beschreib, wie du mit herausforderndem Verhalten bei Demenz umgehst.
- Verantwortung: Nenn Schichtleitungen oder Aufgaben als Bezugspflegekraft.
- Fachliche Sorgfalt: Zeig Erfahrung mit Expertenstandards, Wunddokumentation oder Qualitätsprüfungen.
- Kommunikation mit Angehörigen: Erwähn Gespräche in schwierigen Situationen, etwa bei Verschlechterung oder in der Sterbebegleitung.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Altenpfleger:in:
- Grund- und Behandlungspflege
- Strukturmodell (SIS) und Pflegedokumentation
- Pflegesoftware, zum Beispiel Medifox, Vivendi oder Connext
- Expertenstandards wie Dekubitus, Sturz, Ernährung, Schmerz
- Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz
- Palliativpflege und Sterbebegleitung
- Kenntnisse zu Pflegegraden und Begutachtung
- Führerschein Klasse B, besonders in der ambulanten Pflege
Lebenslauf als Altenpfleger:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Seit vier Jahren arbeite ich in einem Wohnbereich mit Schwerpunkt Demenz. Dort habe ich gelernt, wie viel Ruhe, Biografiearbeit und feste Abläufe bewirken können. Als Schichtleitung behalte ich auch bei knapper Besetzung den Überblick und sorge für eine saubere Dokumentation. Ihr Haus arbeitet in kleinen Hausgemeinschaften, und genau dieses Konzept möchte ich mitgestalten. Meine Weiterbildung in Palliative Care bringe ich gern ein.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Einsatzbereiche wie stationär, ambulant oder Tagespflege nennen
- Erfahrung mit Demenz konkret beschreiben
- Schichtleitung oder Bezugspflege hervorheben
- Weiterbildungen wie Palliative Care oder Praxisanleitung angeben
Lieber nicht
- Nur „Versorgung von Senior:innen“ schreiben
- Schwierige Erlebnisse ausführlich im Anschreiben schildern
- Erfahrungen mit Qualitätsprüfungen weglassen
- Den Arbeitszeitwunsch erst im Gespräch klären, wenn er wichtig ist
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Seit 2020 gibt es die generalistische Pflegeausbildung, die in Vollzeit drei Jahre dauert. Wer den Schwerpunkt Langzeitpflege wählt, kann sich für das letzte Ausbildungsdrittel für den gesonderten Abschluss Altenpflegerin bzw. Altenpfleger entscheiden. Wer den generalistischen Abschluss macht, arbeitet ebenfalls in der Altenpflege. Ältere Abschlüsse in der Altenpflege bleiben gültig.
Quereinstieg
Ein häufiger Weg in die Altenpflege führt über Betreuungs- oder Hilfstätigkeiten, etwa als Pflegehelfer:in oder als zusätzliche Betreuungskraft. Mit einer landesrechtlich geregelten Ausbildung in der Pflegehilfe oder Pflegeassistenz kannst du später die Fachkraftausbildung oft verkürzen. Viele Träger unterstützen das berufsbegleitend.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Examen und Berufsurkunde beigelegt?
- Einsatzbereiche und Schwerpunkte genannt?
- Pflegesoftware und Dokumentationsmodell angegeben?
- Weiterbildungen mit Jahr aufgeführt?
- Arbeitszeitwunsch und Führerschein angegeben?
- Nachweis über Masernschutz griffbereit?
Häufige Fragen
Gibt es den Beruf Altenpfleger:in noch?+
Ja. In der generalistischen Pflegeausbildung kannst du für das letzte Drittel den gesonderten Abschluss in der Altenpflege wählen. Ältere Abschlüsse bleiben gültig.
Kann ich als Altenpfleger:in im Krankenhaus arbeiten?+
Mit dem gesonderten Abschluss in der Altenpflege ist das eingeschränkt möglich, etwa in der Geriatrie. Mit dem generalistischen Abschluss bist du in allen Bereichen einsetzbar.
Wie wichtig ist der Führerschein?+
In der ambulanten Pflege meistens Voraussetzung, im Heim nicht. Gib ihn an, wenn du ihn hast.
Wie zeige ich Erfahrung mit Demenz?+
Beschreib, in welchem Bereich du gearbeitet hast, welche Ansätze du nutzt und nenn ein anonymes, kurzes Beispiel aus dem Alltag.