Bewerbung als Pflegefachkraft.

Wie du dich als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann bewirbst: worauf Kliniken, Heime und ambulante Dienste achten, Beispiele für Lebenslauf und Anschreiben, Fachkenntnisse und Checkliste.

4 Min. LesezeitStand: 27. Oktober 2026
Inhalt · 9 Abschnitte+
  1. 01Worauf Arbeitgeber achten
  2. 02Der Lebenslauf
  3. 03Stärken belegen
  4. 04Fachkenntnisse & Programme
  5. 05Das Anschreiben
  6. 06Do & Don't
  7. 07Ausbildung & Quereinstieg
  8. 08Checkliste
  9. 09Häufige Fragen

Worauf Arbeitgeber achten

Pflegefachkräfte werden in Krankenhäusern, Pflegeheimen, ambulanten Diensten und Reha-Kliniken gesucht. Das heißt aber nicht, dass jede Bewerbung gleich gut ankommt: Wer zeigt, in welchem Bereich er sicher ist und wie er arbeitet, bekommt die passenden Angebote.

Deine Bewerbung muss vor allem drei Fragen beantworten: Bist du examiniert und darfst die Berufsbezeichnung führen? In welchen Fachbereichen hast du Erfahrung? Und wie gehst du mit Patient:innen, Angehörigen und dem Team um?

Das prüfen Personaler:innen zuerst

  • Deine Berufserlaubnis bzw. Berufsurkunde, also ob du examiniert bist
  • Fachbereiche, in denen du gearbeitet hast, etwa Innere, Chirurgie, Intensiv, Geriatrie oder ambulante Pflege
  • Erfahrung mit Behandlungspflege, Dokumentation und Medikamentenmanagement
  • Bereitschaft für Schichtdienst, Wochenenden und Feiertage, oder klare Angaben, was für dich nicht geht
  • Weiterbildungen wie Praxisanleitung, Wundmanagement oder Palliative Care

Der Lebenslauf

Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Pflegefachkraft aussehen:

Beispiel: Station im Lebenslauf

10/2022 – heute · Pflegefachfrau, Station für Innere Medizin, Kreisklinikum, Fulda

  • – Grund- und Behandlungspflege inklusive Wundversorgung, Infusionen und Medikamentengabe
  • – Pflegeplanung und Dokumentation in der elektronischen Patientenakte
  • – Aufnahme- und Entlassmanagement in Abstimmung mit Ärzt:innen und Sozialdienst
  • – Anleitung von Auszubildenden als Praxisanleiterin
  • – Beratung von Angehörigen zur Versorgung nach der Entlassung

Stärken belegen statt behaupten

Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Pflegefachkraft besonders, und so kannst du sie belegen:

  • Ruhe in kritischen Situationen: Nenn eine Situation wie einen Notfall auf Station oder eine Verschlechterung, bei der du den Überblick behalten und richtig gehandelt hast.
  • Sorgfalt in der Dokumentation: Zeig, dass du Pflegeplanung und Dokumentation zuverlässig führst, etwa durch Erfahrung mit Audits oder als Ansprechperson für die Dokumentation.
  • Empathie: Beschreib, wie du mit verunsicherten Patient:innen oder belasteten Angehörigen sprichst.
  • Teamarbeit über Berufsgruppen hinweg: Erwähn Visiten, Fallbesprechungen oder die Zusammenarbeit mit Therapie und Sozialdienst.

Fachkenntnisse & Programme

In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Pflegefachkraft:

  • Grund- und Behandlungspflege
  • Pflegeprozess und Pflegeplanung
  • Expertenstandards, zum Beispiel Dekubitus-, Sturz- und Schmerzmanagement
  • Wundversorgung und Hygienestandards
  • Medikamentenmanagement und Umgang mit Betäubungsmitteln nach Hausregeln
  • Elektronische Pflegedokumentation, zum Beispiel in ORBIS, i.s.h.med, Medifox oder Vivendi
  • Strukturmodell (SIS) in der Langzeitpflege
  • Reanimation und Notfallmanagement

Lebenslauf als Pflegefachkraft

Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.

Das Anschreiben

Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.

Beispiel: Absatz im Anschreiben

Seit drei Jahren arbeite ich als Pflegefachfrau auf einer internistischen Station. Dort versorge ich Patient:innen mit sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern und habe gelernt, auch bei hoher Belastung Prioritäten zu setzen und sauber zu dokumentieren. Als Praxisanleiterin begleite ich Auszubildende durch ihre Einsätze. Ihre geriatrische Station reizt mich, weil ich dort Menschen über einen längeren Zeitraum begleiten und mein Wissen in der Sturz- und Demenzprophylaxe vertiefen kann.

Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.

Do & Don't

So geht's

  • Fachbereiche und Stationen konkret benennen
  • Examen, Berufserlaubnis und Weiterbildungen mit Datum angeben
  • Gewünschtes Arbeitszeitmodell offen nennen, etwa Teilzeit oder nur Früh- und Spätdienst
  • Eine echte Situation aus dem Stationsalltag als Beleg schildern

Lieber nicht

  • „Ich helfe gern Menschen“ als einzige Motivation
  • Fachbereiche verschweigen und nur „Pflegekraft“ schreiben
  • Lücken durch Elternzeit oder Pflege von Angehörigen verstecken
  • Klinikinterne Abkürzungen verwenden, die außerhalb niemand kennt

Ausbildung & Quereinstieg

Der klassische Weg

Seit 2020 gibt es die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann. Sie dauert in Vollzeit drei Jahre, verbindet Unterricht an der Pflegeschule mit Praxiseinsätzen in Klinik, Langzeit- und ambulanter Pflege und ist vergütet. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung, zum Beispiel in der Pflegehilfe. Alternativ gibt es primärqualifizierende Pflegestudiengänge.

Quereinstieg

Wer ohne Pflegeausbildung einsteigen will, beginnt oft als Pflegehelfer:in oder mit einer landesrechtlich geregelten Ausbildung in der Pflegeassistenz. Mit dieser Vorerfahrung kann die Fachkraft-Ausbildung je nach Regelung verkürzt werden. Auch die Ausbildung in Teilzeit ist möglich. Wenn du einen ausländischen Pflegeabschluss hast, lässt du ihn bei der zuständigen Landesbehörde anerkennen; bis dahin arbeitest du oft als Pflegehilfskraft.

Checkliste

Bevor du abschickst

  • Berufserlaubnis bzw. Examenszeugnis als PDF beigelegt?
  • Fachbereiche und Stationen bei jeder Station genannt?
  • Weiterbildungen und Fortbildungen mit Jahr aufgeführt?
  • Arbeitszeitwunsch und frühestmöglichen Start angegeben?
  • Nachweis über Masernschutz griffbereit, falls er verlangt wird?
  • Eine konkrete Situation aus dem Pflegealltag im Anschreiben?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Pflegefachkraft und Pflegefachfrau/Pflegefachmann?+

„Pflegefachkraft“ ist der Oberbegriff für examinierte Pflegekräfte. Die offizielle Berufsbezeichnung nach der generalistischen Ausbildung lautet Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Ältere Abschlüsse wie Gesundheits- und Krankenpfleger:in bleiben gültig.

Brauche ich ein Anschreiben, wenn die Klinik ein Online-Formular hat?+

Wenn ein Feld für eine Nachricht oder ein Motivationsschreiben vorgesehen ist, nutz es. Ein paar Sätze dazu, warum du in diesen Bereich willst, heben dich von reinen Formularbewerbungen ab.

Wie gehe ich im Lebenslauf mit Leasing- oder Zeitarbeit um?+

Gib den Personaldienstleister als Arbeitgeber an und nenn darunter die Einsatzbereiche, zum Beispiel „Einsätze auf Intensiv- und Überwachungsstationen in drei Kliniken“. So wird deine Vielseitigkeit sichtbar.

Soll ich meine Gehaltsvorstellung nennen?+

Nur wenn danach gefragt wird. Viele Arbeitgeber in der Pflege zahlen nach Tarif. Dann reicht oft der Hinweis auf deine Berufsjahre, damit die Einstufung klar ist.

Kann ich mich initiativ bewerben?+

Ja, Initiativbewerbungen sind in der Pflege üblich. Nenn dann klar, für welche Bereiche und welches Arbeitszeitmodell du dich interessierst.

Genug gelesen?

Jetzt einfach machen.

Lebenslauf und Anschreiben, Frage für Frage. Kostenlos, ohne Account, ohne Wasserzeichen.

Weiterlesen.

Alle Berufe →