Inhalt · 9 Abschnitte+
Worauf Arbeitgeber achten
Physiotherapeut:innen behandeln Menschen mit Schmerzen, Verletzungen, nach Operationen oder mit neurologischen Erkrankungen. Sie arbeiten in Praxen, Kliniken, Reha-Einrichtungen, Sportvereinen und Pflegeheimen.
In der Bewerbung entscheiden vor allem deine Fachgebiete und Zertifikate. Sie bestimmen, welche Behandlungen du durchführen und abrechnen darfst. Praxen wollen auch wissen, wie du mit Patient:innen arbeitest und wie du dich weiterbildest.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Staatliche Anerkennung bzw. Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
- Zertifikate wie Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, KG-ZNS oder KGG
- Erfahrung in Fachgebieten wie Orthopädie, Neurologie, Chirurgie oder Sport
- Bereitschaft für Hausbesuche, besonders bei ambulanten Praxen
- Interesse an Fortbildung und eigenen Schwerpunkten
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Physiotherapeut:in aussehen:
10/2021 – heute · Physiotherapeutin, Praxis für Physiotherapie, Freiburg
- – Befund und Behandlung orthopädischer und chirurgischer Patient:innen
- – Manuelle Therapie und gerätegestützte Krankengymnastik
- – Manuelle Lymphdrainage nach Operationen
- – Hausbesuche in Pflegeeinrichtungen
- – Dokumentation und Therapieberichte für Ärzt:innen
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Physiotherapeut:in besonders, und so kannst du sie belegen:
- Befundkompetenz: Beschreib, wie du aus dem Befund einen Behandlungsplan ableitest.
- Motivation von Patient:innen: Nenn ein Beispiel, wie du jemanden zu regelmäßigen Übungen gebracht hast.
- Lernbereitschaft: Zeig Fortbildungen und eigene Schwerpunkte.
- Zusammenarbeit: Erwähn die Abstimmung mit Ärzt:innen, Pflege oder Ergotherapie.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Physiotherapeut:in:
- Manuelle Therapie (MT)
- Manuelle Lymphdrainage (MLD)
- KG-ZNS, zum Beispiel Bobath oder PNF
- Gerätegestützte Krankengymnastik (KGG)
- Befundung und Therapieplanung
- Heilmittelrichtlinie und Verordnungen
- Praxissoftware, zum Beispiel Theorg
- Gegebenenfalls Sportphysiotherapie oder Kinesiotaping
Lebenslauf als Physiotherapeut:in
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Seit drei Jahren arbeite ich in einer orthopädisch ausgerichteten Praxis und behandle vor allem Patient:innen nach Operationen an Knie und Schulter. Mit meinen Zertifikaten in Manueller Therapie und Lymphdrainage decke ich einen großen Teil der Verordnungen ab. Mir ist wichtig, dass Patient:innen ihre Übungen verstehen und zu Hause weitermachen. Ihre Praxis hat einen Schwerpunkt in der Neurologie, und ich möchte dort meine KG-ZNS-Fortbildung einsetzen und vertiefen.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Zertifikate mit Jahr angeben
- Fachgebiete und Patientengruppen nennen
- Hausbesuche und Arbeitszeiten offen ansprechen
- Fortbildungsziele erwähnen
Lieber nicht
- Zertifikate weglassen, weil sie „selbstverständlich“ sind
- Nur „Behandlung von Patient:innen“ schreiben
- Konkrete Patientenfälle mit Details nennen
- Den Schwerpunkt der Praxis ignorieren
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Die Ausbildung zur Physiotherapeutin bzw. zum Physiotherapeuten dauert in Vollzeit drei Jahre und findet an Berufsfachschulen statt. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung. Je nach Bundesland und Schule fällt Schulgeld an. Zusätzlich gibt es Studiengänge in Physiotherapie. Nach der Ausbildung sind Zertifikatsfortbildungen wie MT, MLD oder KG-ZNS üblich, weil sie zusätzliche abrechenbare Leistungen ermöglichen.
Quereinstieg
Ohne Ausbildung ist der Beruf nicht zugänglich, weil die Berufsbezeichnung geschützt ist. Wer bereits Masseur:in und medizinische:r Bademeister:in ist, kann die Ausbildung unter bestimmten Voraussetzungen verkürzen. Sportwissenschaftler:innen oder Trainer:innen finden oft Einstiege in der medizinischen Trainingstherapie, sollten für die Physiotherapie aber die Ausbildung machen.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Urkunde über die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung beigelegt?
- Zertifikate mit Jahr aufgeführt?
- Fachgebiete und Patientengruppen genannt?
- Bereitschaft für Hausbesuche geklärt?
- Fortbildungsziel im Anschreiben?
- Praxisschwerpunkt im Anschreiben aufgegriffen?
Häufige Fragen
Welche Zertifikate sind am wichtigsten?+
Das hängt von der Praxis ab. Manuelle Therapie und Lymphdrainage sind sehr häufig gefragt. In neurologischen Bereichen ist KG-ZNS wichtig.
Fragen Praxen nach Fortbildungsbudget?+
Du kannst es selbst ansprechen. Viele Praxen beteiligen sich an Fortbildungen. Frag im Gespräch, wie das geregelt ist.
Ist Erfahrung in der Klinik ein Vorteil für die Praxis?+
Ja. Sie zeigt, dass du viele Krankheitsbilder kennst. Betone, welche Behandlungen du selbstständig durchgeführt hast.
Wie lang sollte mein Lebenslauf sein?+
Eine bis zwei Seiten. Zertifikate und Fortbildungen bekommen einen eigenen Abschnitt.