Bewerbung als Rechtsanwaltsfachangestellte:r.

Bewerbung als Rechtsanwaltsfachangestellte:r (ReFa) in der Kanzlei: worauf Anwält:innen achten, Beispiel-Lebenslauf mit Fristen, beA und Gebührenrecht, Kanzleisoftware, Anschreiben-Beispiel und Weiterbildung.

3 Min. LesezeitStand: 27. Oktober 2026
Inhalt · 9 Abschnitte+
  1. 01Worauf Arbeitgeber achten
  2. 02Der Lebenslauf
  3. 03Stärken belegen
  4. 04Fachkenntnisse & Programme
  5. 05Das Anschreiben
  6. 06Do & Don't
  7. 07Ausbildung & Quereinstieg
  8. 08Checkliste
  9. 09Häufige Fragen

Worauf Arbeitgeber achten

Rechtsanwaltsfachangestellte organisieren den Kanzleialltag: Sie verwalten Akten, überwachen Fristen, schreiben Schriftsätze nach Diktat, rechnen Gebühren ab und betreuen Mandant:innen. Mit Notariat heißen sie Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte.

Kanzleien achten in der Bewerbung auf Sorgfalt, Fristsicherheit und Erfahrung in bestimmten Rechtsgebieten. Kenntnisse in Kanzleisoftware, beA und Gebührenrecht sind ein großes Plus.

Das prüfen Personaler:innen zuerst

  • Abschluss als ReFa oder ReNo
  • Sichere Fristenkontrolle
  • Erfahrung in Rechtsgebieten wie Arbeits-, Familien-, Miet- oder Verkehrsrecht
  • Kenntnisse im Gebührenrecht und in der Zwangsvollstreckung
  • Umgang mit Kanzleisoftware und dem besonderen elektronischen Anwaltspostfach

Der Lebenslauf

Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Rechtsanwaltsfachangestellte:r aussehen:

Beispiel: Station im Lebenslauf

08/2022 – heute · Rechtsanwaltsfachangestellte, Kanzlei mit Schwerpunkt Arbeits- und Familienrecht, Hamburg

  • – Fristen- und Terminkontrolle für mehrere Anwält:innen
  • – Erstellung von Schriftsätzen nach Diktat und Vorlagen
  • – Versand und Eingang über das beA
  • – Gebührenabrechnung nach RVG und Kostenfestsetzungsanträge
  • – Mandantenempfang, Telefon und Aktenanlage

Stärken belegen statt behaupten

Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Rechtsanwaltsfachangestellte:r besonders, und so kannst du sie belegen:

  • Fristsicherheit: Beschreib, wie du Fristen notierst und kontrollierst.
  • Genauigkeit: Zeig, dass deine Schriftsätze und Abrechnungen fehlerfrei sind.
  • Diskretion: Erwähn deinen Umgang mit vertraulichen Informationen.
  • Freundlicher Mandantenkontakt: Nenn Gespräche mit aufgeregten oder unsicheren Mandant:innen.

Fachkenntnisse & Programme

In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Rechtsanwaltsfachangestellte:r:

  • Fristen- und Terminkontrolle
  • Kanzleisoftware, zum Beispiel RA-Micro, Advoware oder Annotext
  • Besonderes elektronisches Anwaltspostfach (beA)
  • Gebührenrecht nach RVG
  • Mahnverfahren und Zwangsvollstreckung
  • Schriftverkehr nach Diktat
  • Grundlagen des Zivilprozessrechts

Lebenslauf als Rechtsanwaltsfachangestellte:r

Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.

Das Anschreiben

Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.

Beispiel: Absatz im Anschreiben

In meiner Kanzlei mit Schwerpunkt Arbeits- und Familienrecht verwalte ich die Fristen für drei Anwält:innen und bereite Schriftsätze vor. Ich arbeite täglich mit RA-Micro und dem beA und erstelle die Gebührenabrechnungen. Mandant:innen kommen oft in belastenden Situationen zu uns, und ich achte darauf, dass sie sich gut aufgehoben fühlen. In Ihrer Kanzlei möchte ich mich in das Mietrecht einarbeiten und mich zur Rechtsfachwirtin weiterbilden.

Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.

Do & Don't

So geht's

  • Rechtsgebiete und Aufgaben nennen
  • Software und beA-Kenntnisse angeben
  • Fristenkontrolle als Kernkompetenz betonen
  • Weiterbildungsziel erwähnen

Lieber nicht

  • Mandant:innen oder Fälle nennen
  • Nur „Sekretariat“ schreiben
  • Fehler in einer Bewerbung für einen Beruf mit Fristen
  • Kenntnisse in Rechtsgebieten übertreiben

Ausbildung & Quereinstieg

Der klassische Weg

Die duale Ausbildung zur bzw. zum Rechtsanwaltsfachangestellten dauert drei Jahre. Zuständig ist die Rechtsanwaltskammer. Viele Kanzleien wünschen sich einen mittleren Schulabschluss oder Abitur. Danach ist die Weiterbildung zur Rechtsfachwirtin bzw. zum Rechtsfachwirt möglich. Mit der Ausbildung zur ReNo kommen notarielle Aufgaben hinzu.

Quereinstieg

Quereinsteiger:innen aus Büro, Verwaltung oder Versicherung finden in Kanzleien oft Stellen im Sekretariat oder in der Buchhaltung. Kurse zu Kanzleisoftware, beA und Gebührenrecht erleichtern den Einstieg. Mit Berufserfahrung ist unter Umständen eine Zulassung zur Abschlussprüfung als Externe:r möglich.

Checkliste

Bevor du abschickst

  • Rechtsgebiete und Aufgaben genannt?
  • Kanzleisoftware und beA angegeben?
  • Gebührenrecht und Zwangsvollstreckung aufgeführt?
  • Keine Mandanteninformationen erwähnt?
  • Rechtschreibung doppelt geprüft?
  • Zeugnisse beigelegt?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ReFa und ReNo?+

ReNo haben zusätzlich Kenntnisse im Notariat, etwa bei Kaufverträgen oder Testamenten, und können in Notariaten arbeiten.

Kann ich in eine Rechtsabteilung eines Unternehmens wechseln?+

Ja. Betone dann Organisation, Vertragsverwaltung und Fristenkontrolle.

Wie wichtig ist das Diktat?+

In vielen Kanzleien immer noch wichtig. Gib an, ob du nach Diktat schreibst und mit Spracherkennung arbeitest.

Ist Teilzeit möglich?+

Ja, in vielen Kanzleien. Achte auf eine gute Übergabe bei Fristen.

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