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Worauf Arbeitgeber achten
Servicekräfte empfangen Gäste, bringen sie an den Tisch, nehmen Bestellungen auf, servieren Speisen und Getränke, räumen ab, kassieren und sorgen für eine freundliche Atmosphäre. Je nach Betrieb arbeiten sie am Tresen, im Biergarten, im Frühstücksservice eines Hotels, bei Veranstaltungen im Catering oder im Bankett. Viele arbeiten in Teilzeit, als Aushilfe oder im Minijob, oft abends und am Wochenende.
Im Unterschied zur Fachkraft für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie mit dreijähriger Ausbildung wirst du als Servicekraft im Betrieb angelernt. Planung von Veranstaltungen, Weinberatung auf hohem Niveau und kaufmännische Aufgaben gehören meist nicht dazu. In der Bewerbung zählen deshalb Freundlichkeit, Tempo, Belastbarkeit und Erfahrung mit Kassensystemen und Tabletttragen. Viele Betriebe laden direkt zum Probearbeiten ein. Ein kurzer, freundlicher Lebenslauf mit Verfügbarkeit ist oft wichtiger als ein langes Anschreiben.
Das prüfen Personaler:innen zuerst
- Serviceerfahrung
- Freundlichkeit und Auftreten
- Tempo und Belastbarkeit
- Kassensysteme
- Verfügbarkeit abends und am Wochenende
Der Lebenslauf
Beschreib jede Station mit den Aufgaben, die du wirklich übernommen hast. Starke Verben und konkrete Einsatzbereiche sagen mehr als eine bloße Jobbezeichnung. So könnte eine Station als Servicekraft aussehen:
04/2023 – heute · Servicekraft, Brauhaus mit Biergarten, Bamberg
- – Begrüßung und Platzierung von Gästen
- – Bestellaufnahme mit Handheld
- – Servieren von Speisen und Getränken
- – Abrechnung am Tisch
- – Mise en place und Abschlussarbeiten
Stärken belegen statt behaupten
Eigenschaften glaubt man dir erst, wenn du zeigst, wo du sie gebraucht hast. Diese Stärken zählen als Servicekraft besonders, und so kannst du sie belegen:
- Freundlichkeit: Eine Familie wartete wegen eines vollen Hauses länger auf einen Tisch. Beschreib, wie du sie freundlich informiert und mit Getränken an der Bar überbrückt hast.
- Tempo: Im Biergarten hattest du an einem heißen Samstag viele Tische. Erzähl, wie du Wege gebündelt und Bestellungen schnell weitergegeben hast.
- Belastbarkeit: Ein Gast beschwerte sich lautstark über ein Gericht. Zeig, wie du ruhig geblieben bist und mit der Küche eine Lösung gefunden hast.
- Teamarbeit: Eine Kollegin war mit ihrem Bereich überlastet. Nenn, wie du sie unterstützt hast.
Fachkenntnisse & Programme
In den Abschnitt „Kenntnisse“ gehört, was du sicher beherrschst. Typisch für Servicekraft:
- Service und Tabletttragen
- Kassensysteme wie Orderbird oder Vectron
- Bestellaufnahme mit Handheld
- Getränke zapfen und ausschenken
- Allergeninformation
- Kartenzahlung und Bargeld
- Hygiene und IfSG-Belehrung
- Englisch-Grundlagen
Lebenslauf als Servicekraft
Jobrezept fragt deine Stationen Schritt für Schritt ab und formuliert daraus einen Lebenslauf, der zur Stelle passt.
Das Anschreiben
Im Hauptteil verbindest du deine Erfahrung mit dem, was die Stelle verlangt. Ein Absatz mit einem konkreten Beispiel überzeugt mehr als eine Liste von Eigenschaften.
Seit zwei Jahren arbeite ich als Servicekraft in einem Brauhaus mit großem Biergarten. Ich begrüße Gäste, nehme Bestellungen mit dem Handheld auf, serviere, kassiere am Tisch und erledige Mise en place und Abschlussarbeiten. Auch an vollen Wochenenden behalte ich den Überblick und bleibe freundlich. Mit Beschwerden gehe ich ruhig um und suche mit der Küche schnell eine Lösung. Die Belehrung nach Infektionsschutzgesetz habe ich. Ich kann abends und an Wochenenden arbeiten und bin flexibel bei Sonderschichten. Ihr Restaurant hat eine eigene Weinkarte, und ich möchte mehr über Wein lernen. Gern komme ich zum Probearbeiten.
Ergänz einen Satz dazu, warum du genau zu diesem Arbeitgeber willst. Das kann das Team, das Arbeitsfeld, ein Schwerpunkt oder die Nähe zum Wohnort sein, solange es ehrlich ist.
Do & Don't
So geht's
- Art des Betriebs nennen
- Verfügbarkeit klar angeben
- Kassensystem erwähnen
- Freundlichkeit mit Beispiel zeigen
Lieber nicht
- Lange Anschreiben ohne Inhalt
- Verfügbarkeit offenlassen
- Gäste abwertend beschreiben
- Unpünktlich zum Probearbeiten
Ausbildung & Quereinstieg
Der klassische Weg
Für die Arbeit als Servicekraft ist keine Ausbildung nötig, die Einarbeitung findet im Betrieb statt. Für die Arbeit mit Lebensmitteln brauchst du eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz. Wer sich weiterentwickeln will, kann die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft Gastronomie oder die dreijährige Ausbildung zur Fachfrau bzw. zum Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie machen. Mit Berufserfahrung ist auch eine Externenprüfung bei der IHK möglich. Kurse in Weinkunde, Barista-Arbeit oder Barmixen erweitern dein Profil und deine Einsatzmöglichkeiten.
Quereinstieg
Servicekraft ist einer der häufigsten Einstiege in Arbeit, auch neben Studium, Schule oder einem anderen Job. Viele Betriebe suchen laufend Aushilfen und Teilzeitkräfte. Gute Deutschkenntnisse sind wichtig, Englisch ist in touristischen Orten ein Vorteil. Erfahrung aus Handel oder Kundenservice hilft beim Umgang mit Gästen. Wer zuverlässig ist, bekommt oft schnell mehr Verantwortung, etwa als Schichtleitung. Ein Kurs im Barmixen oder in Weinkunde hilft beim Aufstieg.
Checkliste
Bevor du abschickst
- Art des Betriebs genannt?
- Verfügbarkeit angegeben?
- Kassensystem erwähnt?
- IfSG-Belehrung vorhanden?
- Foto freundlich?
- Telefonisch erreichbar?
Häufige Fragen
Was unterscheidet Servicekraft und Restaurantfachmann/-frau?+
Servicekräfte werden im Betrieb angelernt und arbeiten vor allem im Service am Gast. Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie haben eine dreijährige Ausbildung und übernehmen zusätzlich Veranstaltungsplanung, Weinberatung und kaufmännische Aufgaben. Mit Erfahrung kannst du die Ausbildung nachholen.
Brauche ich ein Anschreiben?+
In vielen Betrieben nicht. Ein kurzer Lebenslauf mit Erfahrung und Verfügbarkeit reicht oft, und du wirst direkt zum Probearbeiten eingeladen. In Hotels und gehobenen Restaurants lohnt sich ein kurzes Anschreiben, das Auftreten und Motivation zeigt. Halte es auf wenige Sätze.
Was ist die IfSG-Belehrung?+
Wer Speisen serviert oder Getränke ausgibt, braucht vor dem ersten Einsatz eine Erstbelehrung nach Infektionsschutzgesetz. Sie erklärt, bei welchen Erkrankungen du nicht arbeiten darfst und wie du Lebensmittel schützt. Viele Gesundheitsämter bieten sie online an. Die Bescheinigung gibst du beim Arbeitgeber ab, der dich danach regelmäßig nachschult.
Wie läuft Probearbeiten ab?+
Du arbeitest einige Stunden mit, oft an einem gut besuchten Abend. Der Betrieb sieht, wie du mit Gästen umgehst und wie schnell du lernst. Kläre vorher Kleidung, meist schwarz und weiß, und bring bequeme, rutschfeste Schuhe mit. Probearbeiten sollte kurz bleiben.
Wie funktioniert Trinkgeld?+
Das hängt vom Betrieb ab. Manche Teams teilen Trinkgeld, oft auch mit der Küche, in anderen behält jede Servicekraft ihr eigenes. Bei Kartenzahlung wird Trinkgeld oft gesammelt und später ausgezahlt. Frag im Gespräch nach der Regelung.