Animation und Illustration studieren.

Animation und Illustration studieren: Figuren, Welten und Geschichten zeichnen und in Bewegung bringen. Inhalte von 2D bis 3D, Mappe, Arbeitsmarkt in Studios und Freiberuflichkeit, Einfluss von KI.

5 Min. LesezeitStand: 27. Oktober 2026
Inhalt · 12 Abschnitte+
  1. 01Was ist Animation und Illustration?
  2. 02Erwartung und Wirklichkeit
  3. 03Inhalte und Ablauf
  4. 04Schwerpunkte
  5. 05Wo du studieren kannst
  6. 06Voraussetzungen und NC
  7. 07Zwischen Leidenschaft und Markt
  8. 08Uni, FH oder Fernstudium?
  9. 09Berufe nach dem Studium
  10. 10Passt das zu dir?
  11. 11Checkliste
  12. 12Häufige Fragen

Was ist Animation und Illustration?

Animation und Illustration erzählen Geschichten mit Bildern. Illustrator:innen gestalten Bilderbücher, Comics, Buchcover, Zeitschriftenbeiträge, Infografiken oder Figuren für Spiele. Animator:innen lassen Figuren und Welten lebendig werden, in Kinofilmen, Serien, Werbung, Erklärvideos, Musikvideos und Spielen.

Im Studium lernst du Zeichnen nach der Natur, Anatomie, Perspektive und Farbe, dazu Figurenentwicklung, Storyboard, Dramaturgie und Bewegungslehre. Später folgen 2D-Animation, 3D-Modellierung und Rigging, Compositing, Ton und Schnitt sowie Illustrationstechniken von Aquarell bis digitaler Malerei. Theorie zu Film- und Bildgeschichte ergänzt die Praxis.

Ein großer Teil des Studiums sind eigene Projekte: ein Kurzfilm, eine Bildgeschichte, ein Bilderbuch. Dabei lernst du nicht nur Technik, sondern auch Durchhaltevermögen, denn wenige Sekunden Animation können Tage oder Wochen Arbeit bedeuten, und eine Illustration durchläuft viele Skizzen, bevor sie fertig ist.

6–8

Semester bis zum Bachelor oder Diplom

B.A.

Je nach Hochschule auch Diplom an Kunsthochschulen

Mappe

Eine Eignungsprüfung mit Zeichnungen ist fast immer Pflicht

Wo kann ich Animation und Illustration studieren?2 Angebote an 1 Hochschule · Infomaterial kostenlos

Erwartung und Wirklichkeit

Viele haben ein Bild vom Studium, das wenig mit dem Alltag im Hörsaal zu tun hat. Diese vier Punkte überraschen am häufigsten:

„Ich zeichne den ganzen Tag, was mir gefällt.“

Freie Projekte gibt es, doch beruflich arbeitest du meist nach Briefing, Stil und Zeitplan anderer. Das Studium bereitet auch darauf vor.

„Animation ist hauptsächlich Software.“

Programme sind Werkzeuge. Timing, Gewicht, Ausdruck und Erzählung lernst du über Beobachtung und viel Zeichnen, unabhängig davon, ob du in 2D oder 3D arbeitest.

„Talent reicht, Übung ist zweitrangig.“

Gerade in diesem Fach entscheidet tägliche Übung. Wer regelmäßig zeichnet und Bewegung studiert, macht in wenigen Semestern enorme Fortschritte.

„Nach dem Abschluss arbeite ich in einem großen Filmstudio.“

Große Studios sitzen oft im Ausland und stellen wenige ein. Viele arbeiten projektweise, freiberuflich oder in kleinen Studios für Werbung und Lernmedien.

Inhalte und Ablauf

Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule, der Aufbau ist aber fast überall ähnlich:

  1. 01

    1. und 2. Semester

    Zeichnen, Anatomie, Perspektive, Farbe und Komposition, Einführung in Illustration und Animation, digitale Werkzeuge und Film- und Bildgeschichte.
  2. 02

    3. und 4. Semester

    Figurenentwicklung, Storyboard, Bewegungslehre, 2D- und 3D-Animation, Illustrationstechniken, Ton und Schnitt sowie ein erster Kurzfilm im Team.
  3. 03

    5. bis 8. Semester

    Vertiefung in Animation, Illustration, Comic oder Spieleentwicklung, Projekte mit Auftraggebern, Praxissemester im Studio und Abschlussfilm oder Abschlussbuch.

Typische Module

  • Zeichnen und Anatomie
  • Perspektive, Farbe und Komposition
  • Illustrationstechniken analog und digital
  • Figuren- und Weltenentwicklung
  • Storyboard und Dramaturgie
  • Bewegungslehre und Timing
  • 2D-Animation
  • 3D-Modellierung, Rigging und Animation
  • Compositing und Effekte
  • Ton, Schnitt und Postproduktion
  • Comic und Bilderzählung
  • Portfolio und Berufspraxis

Schwerpunkte

Nach den Grundlagen kannst du dich spezialisieren. Manche Hochschulen bieten diese Richtungen auch als eigenen Studiengang an:

Wo du Animation und Illustration studieren kannst

  • Infomaterial kostenlos
  • unverbindlich
  • direkt von der Hochschule
  • Macromedia University

    Animation & Illustration

    B.A.BerufsbegleitendBerlin, Düsseldorf +8

    Studium Plus: ca. 1/3 Präsenz am Studienort + 2/3 digital; 6 Semester

    Infomaterial anfordern kostenlos · macromedia-plus.de
  • Macromedia University

    Animation und Illustration

    B.A.VollzeitBerlin, Frankfurt am Main +5

    Studienrichtung im Studiengang Design; Studiengebühr ab 779 €/Monat + 699 € Anmeldegebühr

    Infomaterial anfordern kostenlos · macromedia-fachhochschule.de
  • Nicht Animation und Illustration, aber nah dran

    Macromedia Universityverwandt

    Game Design & Development

    B.A.BerufsbegleitendBerlin, Düsseldorf +8

    Studium Plus: ca. 1/3 Präsenz am Studienort + 2/3 digital; 6 Semester; NOCH IN AKKREDITIERUNG – Start erst Wintersemester 2027 (vorbehaltlich staatl. Anerkennung)

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  • Macromedia Universityverwandt

    Medien- und Kommunikationsdesign

    B.A.BerufsbegleitendBerlin, Düsseldorf +8

    Studium Plus: ca. 1/3 Präsenz am Studienort + 2/3 digital; 6 Semester

    Infomaterial anfordern kostenlos · macromedia-plus.de
  1. 1Anfordern: Infomaterial bei zwei oder drei Hochschulen.
  2. 2Vergleichen: Studienplan, Zeitmodell, Standort und Kosten.
  3. 3Reinschnuppern: Infoabend oder Probevorlesung, dann bewerben.

Auch staatliche Hochschulen ansehen: Animation und Illustration im Hochschulkompass

Voraussetzungen und NC

Animation und Illustration werden an Kunsthochschulen, Fachhochschulen und privaten Akademien angeboten. Fast überall gibt es eine künstlerische Eignungsprüfung mit Mappe, oft auch Hausaufgabe und Gespräch. Bei herausragender Begabung verzichten manche Kunsthochschulen auf die Hochschulreife.

Zeichnen ist die wichtigste Grundlage, auch für 3D-Animation. Deine Mappe sollte Skizzen nach der Natur, Figuren in Bewegung, Szenen und eigene Geschichten zeigen. Skizzenbücher sind oft aussagekräftiger als wenige perfekte Einzelbilder.

Geduld und Ausdauer sind entscheidend. Animation entsteht Bild für Bild, und ein Kurzfilm kann ein ganzes Semester füllen. Wer schnell die Lust verliert, wenn Fortschritte langsam sind, wird es in diesem Fach schwer haben.

Interesse an Geschichten und Beobachtung hilft enorm. Gute Animator:innen und Illustrator:innen schauen genau hin, wie Menschen sich bewegen, wie Licht fällt und was eine Szene emotional trägt. Film, Literatur und Comics sind dafür eine reiche Quelle.

Staatliche Hochschulen

Staatliche Kunst- und Fachhochschulen wählen streng über Eignungsprüfungen aus, die Zahl der Plätze ist klein. Oft lohnt es sich, an mehreren Hochschulen gleichzeitig eine Mappe einzureichen.

Private Hochschulen

Private Hochschulen und Akademien bieten Animation und Illustration häufig an, teils mit starkem Fokus auf 3D, Games oder Visual Effects. Aufnahme über Mappe und Gespräch, die Kosten erfährst du aus dem Infomaterial.

Zwischen Leidenschaft und Markt

Der Arbeitsmarkt ist klein und wettbewerbsintensiv. Viele Animator:innen arbeiten projektbezogen in Studios, wechseln nach Produktionsende und ziehen dafür auch ins Ausland. Illustrator:innen arbeiten überwiegend freiberuflich für Verlage, Agenturen und Redaktionen.

Wer freiberuflich arbeitet, sollte sich früh mit Honoraren, Nutzungsrechten, Verträgen und der Absicherung für Künstler:innen beschäftigen. Gute Studiengänge vermitteln dieses Wissen, denn es entscheidet darüber, ob du von deiner Arbeit leben kannst.

Generative Bildwerkzeuge setzen besonders einfache Illustrationsaufträge unter Druck. Gefragt bleiben eigene Handschrift, Figuren mit Persönlichkeit, Storytelling und technisch anspruchsvolle Animation. Baue einen erkennbaren Stil auf und lerne die neuen Werkzeuge kritisch kennen.

Uni, FH oder Fernstudium?

Dasselbe Fach kann sich je nach Studienform sehr unterschiedlich anfühlen. So unterscheiden sich die Wege bei Animation und Illustration:

Universität

An Kunsthochschulen mit großer künstlerischer Freiheit, oft als Diplom und mit Fokus auf eigene Filme.

Hochschule (FH) und private Hochschule

Anwendungsnah mit Projekten für Auftraggeber, Studios und einem Praxissemester.

Berufsbegleitend

Selten, da Werkstatt und Betreuung viel Präsenz verlangen, einzelne Weiterbildungen sind aber berufsbegleitend.

Berufe nach dem Studium

Mit Animation und Illustration stehen dir viele Richtungen offen. Die wichtigsten Arbeitsfelder:

  • Animationsstudios: An Serien, Kinofilmen oder Werbespots als Animator:in oder Storyboarder:in mitarbeiten.
  • Spieleentwicklung: Figuren, Umgebungen und Bewegungen für Computer- und Mobilspiele gestalten.
  • Buch- und Bilderbuchillustration: Kinderbücher, Cover und Sachbücher im Auftrag von Verlagen illustrieren.
  • Editorial Illustration: Bilder für Zeitungen, Magazine und Onlineartikel zu aktuellen Themen zeichnen.
  • Erklärfilme und Lernmedien: Komplexe Inhalte für Unternehmen, Schulen oder Museen animiert erklären.
  • Visual Effects: Digitale Effekte und Figuren in Realfilmen und Serien umsetzen.
  • Comic und Graphic Novel: Eigene Bildgeschichten entwickeln, zeichnen und veröffentlichen.

Verwandte Berufe mit Ausbildung

Manche Richtungen erreichst du auch ohne Studium. Unsere Ratgeber zu verwandten Berufen:

Passt das zu dir?

Passt gut, wenn

  • Du zeichnest fast täglich, auch ohne Aufgabe.
  • Geschichten mit Bildern zu erzählen begeistert dich.
  • Langsame Fortschritte machen dich nicht ungeduldig.
  • Ein unsicheres Einkommen schreckt dich nicht völlig ab.

Eher nicht, wenn

  • Du suchst vor allem ein sicheres, festes Gehalt.
  • Zeichnen nach der Natur findest du langweilig.
  • Arbeiten nach fremdem Stil und Vorgaben lehnst du ab.
  • Lange, kleinteilige Arbeit am Bildschirm liegt dir nicht.

Noch unsicher?Mach den Studienfinderund sieh, welche Studiengänge zu deinen Interessen passen.

Checkliste

Bevor du dich bewirbst

  • Skizzenbücher mit Figuren, Bewegung und Szenen gefüllt
  • Mappenanforderungen mehrerer Hochschulen verglichen
  • Abschlussfilme und Arbeiten früherer Jahrgänge angesehen
  • Mappenkurs oder offene Zeichenabende besucht
  • Grundwissen zu Honoraren und Nutzungsrechten gesammelt
  • Infomaterial zu Studiengängen in Animation und Illustration angefordert

Häufige Fragen

2D oder 3D, was soll ich wählen?+

Viele Studiengänge vermitteln beides. 3D ist in Spielen, Werbung und Effekten verbreiteter, 2D in Serien, Erklärfilmen und Illustration. Zeichnen bleibt für beide Wege die Grundlage.

Wie groß muss meine Mappe sein?+

Meist zwischen 15 und 30 Arbeiten, abhängig von der Hochschule. Skizzenbücher, Bewegungsstudien und eigene Geschichten werden oft höher bewertet als technisch perfekte Einzelbilder.

Wie stehen die Chancen für Animator:innen und Illustrator:innen?+

Der Markt ist klein und umkämpft. Wer einen eigenen Stil, ein starkes Portfolio und Bereitschaft zu Projektarbeit oder Ortswechseln mitbringt, findet trotzdem seinen Weg.

Kann ich davon leben?+

Viele schaffen es, oft mit mehreren Standbeinen wie Auftragsarbeiten, Lehre und eigenen Projekten. Die ersten Jahre sind häufig finanziell herausfordernd und brauchen gute Planung.

Welche Rolle spielt KI?+

Eine wachsende. Einfache Bildaufträge geraten unter Druck, während eigene Handschrift, Erzählkunst und komplexe Animation gefragt bleiben. Kenne die Werkzeuge und ihre rechtlichen Grenzen.

Brauche ich ein Grafiktablett?+

Ja, digitales Zeichnen gehört zum Alltag. Viele Hochschulen stellen Arbeitsplätze, ein eigenes Tablett ist aber für Übung und Hausaufgaben sehr hilfreich.

Ist ein Master sinnvoll?+

Für Lehre, eine eigene künstlerische Position oder spezielle Felder wie Animationsregie kann er helfen. Im Studio zählen meist Showreel und Portfolio mehr als der Abschluss.

Der nächste Schritt

Schau es dir genauer an.

Fordere kostenloses Infomaterial bei zwei oder drei Hochschulen an und vergleiche in Ruhe, wie sich Animation und Illustration dort studieren lässt.

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