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Was ist Biomedical Sciences?
Biomedical Sciences beschäftigen sich mit den biologischen Grundlagen von Gesundheit und Krankheit. Wie entsteht Krebs auf Ebene der Zelle, wie wehrt sich das Immunsystem gegen Viren, warum wirkt ein Medikament bei manchen Menschen und bei anderen nicht? Das Fach liefert das Wissen, auf dem neue Diagnostik, Therapien und Impfstoffe aufbauen.
Im Studium lernst du Chemie, Biochemie, Zell- und Molekularbiologie, Genetik, Physiologie und Anatomie, dann Pathologie, Immunologie, Mikrobiologie, Pharmakologie und Toxikologie, Labordiagnostik, Statistik und Bioinformatik. Laborpraktika ziehen sich durch das gesamte Studium, und viele Programme enthalten ein Forschungsprojekt in einer Arbeitsgruppe.
Biomedical Sciences sind kein verkürztes Medizinstudium. Du behandelst keine Patient:innen und erwirbst keine Approbation. Stattdessen arbeitest du an den Fragen, die Ärzt:innen im Alltag nicht klären können, im Labor, in Studien und in der Entwicklung neuer Verfahren. Für viele ist das Fach der Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn, für andere die Grundlage für Stellen in Diagnostik und Pharmaindustrie.
6
Semester bis zum Bachelor, meist folgt ein Master
B.Sc.
Häufig englischsprachig oder mit englischen Modulen
Keine Approbation
Das Studium führt in Forschung und Labor, nicht in die Behandlung
Erwartung und Wirklichkeit
Viele haben ein Bild vom Studium, das wenig mit dem Alltag im Hörsaal zu tun hat. Diese vier Punkte überraschen am häufigsten:
„Mit Biomedical Sciences kann ich später als Ärzt:in arbeiten.“
Nein. Für die ärztliche Tätigkeit brauchst du ein Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation. Ein späterer Wechsel ist möglich, erfordert aber eine reguläre Bewerbung für Medizin.
„Ich arbeite nah an Patient:innen.“
Du arbeitest überwiegend mit Proben, Zellkulturen, Daten und Modellsystemen. Direkten Patientenkontakt gibt es höchstens in klinischen Studien.
„Der Bachelor reicht für Forschungsstellen.“
In der Forschung sind Master und meist Promotion üblich. Mit dem Bachelor gibt es Einstiege im Labor, in Qualitätskontrolle oder im Vertrieb.
„Das Studium ist vor allem Biologie.“
Chemie, Biochemie und Statistik nehmen viel Raum ein und gelten als größte Hürden. Ohne sie lassen sich molekulare Vorgänge nicht verstehen.
Inhalte und Ablauf
Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule, der Aufbau ist aber fast überall ähnlich:
- 01
1. und 2. Semester
Allgemeine und organische Chemie, Physik, Mathematik und Statistik, Zellbiologie, Anatomie und Physiologie sowie erste Laborpraktika. - 02
3. und 4. Semester
Biochemie, Molekularbiologie, Genetik, Immunologie, Mikrobiologie und Pathologie, jeweils mit Praktika in Diagnostik und Zellkultur. - 03
5. und 6. Semester
Pharmakologie und Toxikologie, Bioinformatik, Forschungsmethoden, Vertiefung etwa in Onkologie oder Infektionsbiologie, Forschungsprojekt und Bachelorarbeit.
Typische Module
- Allgemeine und organische Chemie
- Zellbiologie
- Anatomie und Physiologie
- Biochemie
- Molekularbiologie und Genetik
- Immunologie
- Mikrobiologie und Infektionsbiologie
- Allgemeine und spezielle Pathologie
- Pharmakologie und Toxikologie
- Labordiagnostik
- Statistik und Bioinformatik
- Forschungsprojekt
Schwerpunkte
Nach den Grundlagen kannst du dich spezialisieren. Manche Hochschulen bieten diese Richtungen auch als eigenen Studiengang an:
Wo du Biomedical Sciences studieren kannst
- Infomaterial kostenlos
- unverbindlich
- direkt von der Hochschule
Hochschule Fresenius
Biomedical Sciences
B.Sc.VollzeitEnglischIdstein
Infomaterial anfordern kostenlos · hs-fresenius.comNicht Biomedical Sciences, aber nah dran
Hochschule Freseniusverwandt
Biosciences
B.Sc.VollzeitIdstein
Infomaterial anfordern kostenlos · hs-fresenius.deHochschule Freseniusverwandt
Biosciences
B.Sc.Berufsbegleitendonline
Infomaterial anfordern kostenlos · hs-fresenius.de
- 1Anfordern: Infomaterial bei zwei oder drei Hochschulen.
- 2Vergleichen: Studienplan, Zeitmodell, Standort und Kosten.
- 3Reinschnuppern: Infoabend oder Probevorlesung, dann bewerben.
Auch staatliche Hochschulen ansehen: Biomedical Sciences im Hochschulkompass
Voraussetzungen und NC
Biomedical Sciences werden an Universitäten und einigen Fachhochschulen angeboten. Universitäten verlangen das Abitur, und wegen begrenzter Laborplätze gibt es oft einen örtlichen NC. Englischsprachige Programme erwarten zusätzlich einen Sprachnachweis.
Wer in der Oberstufe Biologie und Chemie belegt hat, startet deutlich leichter in die ersten Laborsemester. Mathematik solltest du nicht scheuen, denn Statistik und Datenauswertung sind in der biomedizinischen Forschung allgegenwärtig.
Sorgfalt und Geduld sind im Labor unverzichtbar. Experimente dauern oft Wochen, Ergebnisse sind nicht immer eindeutig, und du musst lückenlos dokumentieren, um Fehler nachvollziehen und Befunde reproduzieren zu können.
Sicheres Englisch erleichtert das Studium erheblich. Fachliteratur, Fachkonferenzen und viele Masterprogramme sind englischsprachig, und wissenschaftliche Ergebnisse werden fast ausschließlich auf Englisch veröffentlicht.
Staatliche Hochschulen
Staatliche Universitäten bieten Biomedical Sciences oder Biomedizin häufig mit örtlichem NC an, teils mit Auswahlgesprächen. Fachhochschulen führen anwendungsnähere Varianten mit Schwerpunkt Labordiagnostik.
Private Hochschulen
Private Hochschulen haben biomedizinische Studiengänge selten, gelegentlich mit Fokus auf Diagnostik oder Pharma. Wie ausgewählt wird und was das Studium kostet, steht im Infomaterial der Hochschule.
Plane Master und Promotion mit ein
Biomedical Sciences sind ein forschungsorientiertes Fach. Wer in Wissenschaft oder Entwicklung arbeiten will, sollte von Anfang an mit Master und Promotion rechnen. Das bedeutet mehrere zusätzliche Jahre, aber auch den Zugang zu anspruchsvollen Stellen in Instituten, Kliniken und Industrie.
Akademische Forschungsstellen sind oft befristet, und der Weg zur Professur ist lang und unsicher. Viele Promovierte wechseln deshalb in die Industrie, etwa in Pharma, Biotechnologie, Diagnostik, Zulassung oder klinische Studien. Zusatzwissen in Statistik, Bioinformatik oder Regulierung erleichtert diesen Wechsel.
Unterscheide das Studium von der Ausbildung zur Medizinischen Technolog:in für Laboratoriumsanalytik. Diese führt direkt in die Routinediagnostik von Laboren, das Studium dagegen in Forschung, Methodenentwicklung und wissenschaftliche Leitung.
Uni, FH oder Fernstudium?
Dasselbe Fach kann sich je nach Studienform sehr unterschiedlich anfühlen. So unterscheiden sich die Wege bei Biomedical Sciences:
Universität
Forschungsorientiert mit intensiven Laborpraktika und engem Kontakt zu Instituten und Kliniken.
Hochschule (FH) und private Hochschule
Anwendungsnah mit Schwerpunkt auf Diagnostik, Laboranalytik und Praxissemester in Industrie oder Klinik.
Duales Studium
Vereinzelt mit Diagnostik- oder Pharmaunternehmen, teils kombiniert mit einer Laborausbildung.
Berufe nach dem Studium
Mit Biomedical Sciences stehen dir viele Richtungen offen. Die wichtigsten Arbeitsfelder:
- Biomedizinische Forschung: An Universitäten und Instituten Krankheitsmechanismen untersuchen und Ergebnisse veröffentlichen.
- Pharmaindustrie: Wirkstoffe in präklinischen Studien testen und Entwicklungsprojekte begleiten.
- Diagnostikunternehmen: Neue Tests für Infektionen, Krebs oder Erbkrankheiten entwickeln und validieren.
- Klinische Studien: Studien planen, überwachen und Daten nach strengen Regeln dokumentieren.
- Labore an Kliniken: Speziallabore wissenschaftlich betreuen und neue Methoden einführen.
- Regulatory Affairs: Zulassungsunterlagen für Arzneimittel und Diagnostika erstellen.
- Wissenschaftskommunikation: Medizinische Forschung für Öffentlichkeit, Medien oder Patientenorganisationen erklären.
Verwandte Berufe mit Ausbildung
Manche Richtungen erreichst du auch ohne Studium. Unsere Ratgeber zu verwandten Berufen:
Passt das zu dir?
Passt gut, wenn
- Dich interessiert, was in kranken Zellen schiefläuft.
- Du arbeitest gern sorgfältig im Labor.
- Master und Promotion schrecken dich nicht ab.
- Englische Fachartikel liest du mit Neugier.
Eher nicht, wenn
- Du möchtest Patient:innen behandeln.
- Chemie und Statistik würdest du lieber auslassen.
- Du willst nach drei Jahren direkt in einen festen Beruf.
- Gescheiterte Versuche nehmen dir schnell die Freude.
Noch unsicher?Mach den Studienfinderund sieh, welche Studiengänge zu deinen Interessen passen.
Checkliste
Bevor du dich bewirbst
- Unterschied zu Medizin und Laborausbildung geklärt
- NC und Sprachanforderungen der Programme geprüft
- Laborpraktika und Forschungsprojekte im Modulhandbuch verglichen
- Schnupperpraktikum in einem biomedizinischen Labor gesucht
- Mögliche Masterprogramme im Anschluss recherchiert
- Infomaterial zu Studiengängen in Biomedical Sciences angefordert
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zu Medizin?+
Medizin bildet Ärzt:innen für Diagnose, Behandlung und Gespräche mit Patient:innen aus. Biomedical Sciences erforschen die biologischen Grundlagen von Krankheiten im Labor und führen nicht zur Approbation.
Kann ich danach in Medizin wechseln?+
Ja, über eine reguläre Bewerbung im Zulassungsverfahren für Medizin. Einzelne Leistungen werden teils angerechnet, ein Vorteil bei der Zulassung entsteht aber kaum.
Wie stehen die Chancen für Absolvent:innen der Biomedizin?+
Mit Promotion und Spezialisierung gut, besonders in Pharma, Diagnostik und klinischer Forschung. Mit dem Bachelor allein ist der Arbeitsmarkt deutlich enger.
Muss ich mit Tierversuchen arbeiten?+
In manchen Praktika und Forschungsgruppen kommen Tiermodelle vor. Viele Hochschulen bieten Alternativen an, und du kannst dich auf Zellkultur oder Bioinformatik konzentrieren.
Ist das Studium auf Englisch?+
Viele Programme sind ganz oder teilweise englischsprachig. Selbst deutschsprachige Studiengänge setzen englische Fachliteratur und oft englische Abschlussarbeiten voraus.
Was verdienen Biomediziner:innen?+
Promotionsstellen sind oft Teilzeitstellen. In der Industrie liegen die Gehälter nach der Promotion deutlich höher und steigen mit Projekt- und Führungsverantwortung spürbar weiter.
Welche Rolle spielt Bioinformatik?+
Eine wachsende. Genomdaten und Hochdurchsatzexperimente erzeugen riesige Datenmengen, und Biomediziner:innen mit Programmierkenntnissen sind besonders gefragt.