Inhalt · 12 Abschnitte+
- 01Was ist Kriminal- & Forensische Psychologie?
- 02Erwartung und Wirklichkeit
- 03Inhalte und Ablauf
- 04Schwerpunkte
- 05Wo du studieren kannst
- 06Voraussetzungen und NC
- 07Der realistische Weg in die Rechtspsychologie
- 08Uni, FH oder Fernstudium?
- 09Berufe nach dem Studium
- 10Passt das zu dir?
- 11Checkliste
- 12Häufige Fragen
Was ist Kriminal- & Forensische Psychologie?
Kriminalpsychologie beschäftigt sich mit der Frage, warum Menschen Straftaten begehen, wie sich Täter:innen und Opfer verhalten und wie man Verbrechen verhindern oder aufklären kann. Die Forensische Psychologie wendet dieses Wissen im Rechtssystem an, etwa bei Gutachten für Gerichte.
Im Studium lernst du zuerst die Grundlagen der Psychologie: Wahrnehmung, Gedächtnis, Persönlichkeit, Entwicklung, Statistik und Diagnostik. Darauf bauen Fächer wie Kriminologie, Rechtspsychologie, Aussagepsychologie, Täterprognose und Opferhilfe auf, oft mit Fallbeispielen aus echten Verfahren.
Durch Krimiserien und True-Crime-Podcasts ist das Fach sehr beliebt geworden. Die Wirklichkeit ist weniger spektakulär, aber nicht weniger spannend: Rechtspsycholog:innen arbeiten im Strafvollzug, in der Bewährungshilfe, in Gutachterpraxen, bei Polizei und Justiz und in der Präventionsarbeit mit gefährdeten Jugendlichen.
6–7
Semester bis zum Bachelor, meist als Psychologie mit Schwerpunkt
Master
Für Gutachten und viele Stellen im Strafvollzug erwartet
3 Felder
Ermittlung, Justiz und Vollzug: dort wird Rechtspsychologie gebraucht
Erwartung und Wirklichkeit
Viele haben ein Bild vom Studium, das wenig mit dem Alltag im Hörsaal zu tun hat. Diese vier Punkte überraschen am häufigsten:
„Nach dem Studium werde ich Profiler:in bei der Polizei.“
Fallanalytiker:innen bei der Polizei sind meist erfahrene Kriminalbeamt:innen mit Zusatzausbildung. Psycholog:innen arbeiten eher beratend oder in Forschung und Fortbildung der Polizei.
„Ich beschäftige mich vor allem mit Serienmörder:innen.“
Spektakuläre Fälle sind die Ausnahme. Im Alltag geht es um Gewalt in Familien, Jugendkriminalität, Sexualdelikte, Betrug und um die Frage, wie Rückfälle verhindert werden.
„Das Studium ist weniger anstrengend als Psychologie.“
Die psychologischen Grundlagen mit Statistik und Methoden sind genauso anspruchsvoll. Dazu kommen rechtliche Grundlagen, die viele unterschätzen.
„Mit dem Bachelor schreibe ich Gutachten für Gerichte.“
Gerichtliche Gutachten verlangen in der Regel einen Master in Psychologie, viel Erfahrung und oft eine Weiterbildung in Rechtspsychologie.
Inhalte und Ablauf
Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule, der Aufbau ist aber fast überall ähnlich:
- 01
1. und 2. Semester
Allgemeine und Biologische Psychologie, Einführung in Statistik und Forschungsmethoden, Grundlagen der Kriminologie und des Strafrechts. - 02
3. und 4. Semester
Persönlichkeits-, Sozial- und Entwicklungspsychologie, Diagnostik, Rechtspsychologie, Aussagepsychologie und erste Fallanalysen. - 03
5. bis 7. Semester
Vertiefung in Prognose, Opferschutz oder Prävention, Praktikum etwa im Strafvollzug oder bei einem freien Träger und die Bachelorarbeit.
Typische Module
- Allgemeine Psychologie
- Statistik und Forschungsmethoden
- Persönlichkeitspsychologie
- Entwicklungspsychologie
- Psychologische Diagnostik
- Kriminologie
- Rechtspsychologie
- Aussagepsychologie
- Kriminalprognose
- Viktimologie und Opferschutz
- Strafrecht und Strafprozessrecht
- Klinische Psychologie
Schwerpunkte
Nach den Grundlagen kannst du dich spezialisieren. Manche Hochschulen bieten diese Richtungen auch als eigenen Studiengang an:
Klinische Psychologie
Psychische Störungen verstehen, die bei Straftaten eine Rolle spielen können.
Kinder- und Jugendpsychologie
Wie Jugendkriminalität entsteht und wie Prävention wirkt.
Forensik
Spuren naturwissenschaftlich auswerten, als Ergänzung zur psychologischen Seite.
Psychologie
Der breite Weg mit allen Optionen, auch Richtung Psychotherapie.
Verkehrspsychologie
Begutachtung der Fahreignung, etwa bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung.
Wo du Kriminal- & Forensische Psychologie studieren kannst
Wähl zuerst, wie dein Studium in deinen Alltag passen soll. Dann siehst du die passenden Studiengänge, auf Wunsch mit dem nächsten Standort.
Klassisch studieren: Vorlesungen, Seminare und Kommiliton:innen vor Ort.
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Macromedia University
Forensische Psychologie
B.Sc. Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und 4 weitere
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Kriminalpsychologie
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Studienrichtung im Studiengang Psychologie; Studiengebühr ab 779 €/Monat + 699 € Anmeldegebühr
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Psychologie
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Psychologie
B.Sc. Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und 4 weitere
Studienrichtung im Studiengang Psychologie; Studiengebühr ab 779 €/Monat + 699 € Anmeldegebühr
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So gehst du am besten vor
- 1Infomaterial anfordern bei zwei oder drei Hochschulen. Das ist kostenlos und unverbindlich.
- 2Vergleichen Studienplan, Zeitmodell, Standort und Kosten nebeneinanderlegen.
- 3Reinschnuppern bei einem Infoabend oder einer Probevorlesung, bevor du dich bewirbst.
19 Studiengänge an 3 Hochschulen.
Voraussetzungen und NC
Kriminal- und Forensische Psychologie wird vor allem an privaten Hochschulen angeboten, häufig genügt die Fachhochschulreife. Mit einer Ausbildung und Berufserfahrung, etwa bei Polizei, Justiz oder in sozialen Berufen, ist ein Studium oft auch ohne Abitur möglich.
Du brauchst echtes Interesse an Menschen, auch an solchen, die schwere Taten begangen haben, und die Fähigkeit, sachlich zu bleiben. Wer schnell moralisch urteilt, wird es in diesem Feld schwer haben, professionell zu arbeiten.
Statistik und wissenschaftliches Arbeiten gehören genauso dazu wie in jedem Psychologiestudium. Gute Englischkenntnisse helfen, weil ein großer Teil der kriminologischen Forschung englischsprachig ist.
Emotionale Stabilität ist wichtig. Akten über Gewalt- und Sexualdelikte, Gespräche mit Betroffenen und belastende Fallbeispiele gehören zum Studium und erst recht zum Beruf.
Staatliche Hochschulen
Staatliche Universitäten bieten Rechtspsychologie meist erst im Master oder als Wahlfach innerhalb eines Psychologie-Bachelors an. Der Weg dorthin führt über einen Psychologie-Bachelor mit hohem NC.
Private Hochschulen
Private Hochschulen bieten Kriminal- und Forensische Psychologie als eigenen Bachelor oder als Schwerpunkt an, auch im Fernstudium. Ausgewählt wird über Gespräche oder Tests statt allein über die Abiturnote. Was das Studium kostet, steht im Infomaterial.
Der realistische Weg in die Rechtspsychologie
Wer später Gutachten für Gerichte schreiben, im Maßregelvollzug arbeiten oder Prognosen über Straftäter erstellen will, braucht in der Regel mehr als einen Bachelor. Üblich sind ein Master in Psychologie und danach eine mehrjährige Weiterbildung, etwa zur Fachpsychologin oder zum Fachpsychologen für Rechtspsychologie.
Für therapeutische Arbeit mit Straftäter:innen, etwa im Maßregelvollzug, ist außerdem die Approbation als Psychotherapeut:in nötig. Dafür muss schon der Bachelor die Vorgaben der Approbationsordnung erfüllen. Das tun Schwerpunktstudiengänge in Kriminalpsychologie oft nicht.
Das heißt nicht, dass ein spezialisierter Bachelor der falsche Weg ist. Er öffnet Türen in Prävention, Opferhilfe, Bewährungshilfe und sozialen Diensten und ist eine gute Grundlage für einen späteren Master. Wichtig ist nur, dass du vor der Wahl weißt, wohin du willst, und das im Infomaterial gezielt prüfst.
Uni, FH oder Fernstudium?
Dasselbe Fach kann sich je nach Studienform sehr unterschiedlich anfühlen. So unterscheiden sich die Wege bei Kriminal- & Forensische Psychologie:
Hochschule (FH) und private Hochschule
Praxisnah mit Fallanalysen, Gastvorträgen aus Polizei und Justiz und einem Praktikum. Private Hochschulen bieten hier die meisten Studiengänge mit diesem Schwerpunkt.
Berufsbegleitend
Für Menschen, die schon im Vollzug, in der Bewährungshilfe oder bei der Polizei arbeiten und ihr Wissen vertiefen wollen.
Fernstudium
Online und flexibel, als Psychologie mit Schwerpunkt Kriminal-, Forensische und Verkehrspsychologie. Gut für Berufstätige, verlangt aber viel Selbstdisziplin bei Statistik und Methoden.
Berufe nach dem Studium
Mit Kriminal- & Forensische Psychologie stehen dir viele Richtungen offen. Die wichtigsten Arbeitsfelder:
- Strafvollzug: In Justizvollzugsanstalten Diagnostik durchführen, Behandlungsprogramme begleiten und Lockerungen mit vorbereiten.
- Bewährungshilfe und soziale Dienste der Justiz: Verurteilte nach der Haft begleiten und dabei helfen, Rückfälle zu verhindern.
- Gutachterpraxen: Mit Master und Erfahrung an Glaubhaftigkeits- und Prognosegutachten für Gerichte mitarbeiten.
- Opferhilfe: Betroffene von Straftaten beraten, im Verfahren begleiten und mit Hilfsangeboten vernetzen.
- Prävention: Programme gegen Gewalt, Radikalisierung oder Jugendkriminalität in Schulen und Kommunen entwickeln und umsetzen.
- Polizei: In Fortbildung, Forschung oder psychologischen Diensten der Polizei beraten und schulen.
- Forschung: Mit Master an Universitäten und kriminologischen Instituten zu Ursachen von Kriminalität forschen.
Verwandte Berufe mit Ausbildung
Manche Richtungen erreichst du auch ohne Studium. Unsere Ratgeber zu verwandten Berufen:
Passt das zu dir?
Passt gut, wenn
- Du willst verstehen, was Menschen zu Straftaten bringt, ohne sofort zu urteilen.
- Belastende Inhalte kannst du sachlich bearbeiten und danach abschalten.
- Du bist bereit, nach dem Bachelor weiterzulernen, um dein Ziel zu erreichen.
- Recht und Psychologie interessieren dich gleichermaßen.
Eher nicht, wenn
- Dich reizt vor allem die Spannung aus Krimiserien.
- Gewalt- und Missbrauchsfälle würden dich dauerhaft belasten.
- Statistik und wissenschaftliches Arbeiten willst du vermeiden.
- Du möchtest nach drei Jahren als Profiler:in arbeiten.
Noch unsicher?Mach den Studienfinderund sieh, welche Studiengänge zu deinen Interessen passen.
Checkliste
Bevor du dich bewirbst
- Ziel geklärt: Prävention und soziale Dienste, Gutachten oder Therapie
- Geprüft, ob der Bachelor zur Approbationsordnung passt, falls Therapie ein Ziel ist
- Anteil an Statistik, Diagnostik und Recht in den Modulplänen verglichen
- Mögliche Praktikumsplätze bei Justiz, Bewährungshilfe oder Opferhilfe recherchiert
- Infomaterial zu Schwerpunkt und Masteroptionen angefordert
- Einen Gerichtstermin als Zuschauer:in besucht, viele Verhandlungen sind öffentlich
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Kriminalpsychologie und Forensischer Psychologie?+
Kriminalpsychologie erklärt Kriminalität und das Verhalten von Täter:innen. Forensische Psychologie wendet psychologisches Wissen im Rechtssystem an, etwa bei Gutachten. In der Praxis überschneiden sich beide stark.
Kann ich mit dem Studium Profiler:in werden?+
Direkt kaum. Operative Fallanalyse wird bei der Polizei meist von erfahrenen Kriminalbeamt:innen gemacht. Psycholog:innen arbeiten dort eher in Beratung, Forschung und Fortbildung.
Brauche ich einen Master?+
Für Gutachten, viele Stellen im Strafvollzug und die Weiterbildung in Rechtspsychologie ja. Mit dem Bachelor findest du eher Stellen in Prävention, Opferhilfe und sozialen Diensten.
Ist das Studium psychisch belastend?+
Es kann belastend sein, weil du dich mit Gewalt und Leid beschäftigst. Gute Studiengänge thematisieren das offen und bieten Reflexion und Supervision an.
Wie viel Recht steckt im Studium?+
Grundlagen des Strafrechts und des Strafprozesses sind fester Teil, damit du verstehst, wie Verfahren ablaufen und welche Rolle Psycholog:innen darin spielen.
Kann ich danach bei der Polizei arbeiten?+
Als Psycholog:in im polizeipsychologischen Dienst, meist mit Master. Wer selbst ermitteln will, geht den Weg über die Polizeiausbildung oder das Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst.
Gibt es Kriminalpsychologie im Fernstudium?+
Ja, als Psychologie-Studiengang mit entsprechendem Schwerpunkt. Prüfe, ob der Abschluss für deinen geplanten Master und dein Berufsziel anerkannt wird.