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Was ist Physician Assistant (Arztassistenz)?
Physician Assistants, auf Deutsch auch Arztassistent:innen, entlasten Ärztinnen und Ärzte in Kliniken und Praxen. Sie nehmen Patient:innen auf, erheben die Krankengeschichte, führen Untersuchungen durch, bereiten Behandlungen vor, assistieren bei Eingriffen, dokumentieren und koordinieren Abläufe auf Station oder in der Ambulanz.
Im Studium lernst du Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Pharmakologie und Diagnostik, dazu praktische Fertigkeiten wie Untersuchungstechniken, Wundversorgung, Notfallmanagement und Assistenz im OP. Ein großer Teil findet in Praxisphasen in Kliniken statt, in denen du unter Anleitung von Ärzt:innen arbeitest.
Der Beruf ist in Deutschland noch relativ jung, wächst aber, weil Kliniken Ärzt:innen entlasten und Abläufe verbessern wollen. Viele Studierende kommen aus einem Gesundheitsberuf wie Pflege, Rettungsdienst oder Medizinischer Fachangestellter und wollen mehr medizinische Verantwortung übernehmen, ohne Medizin zu studieren.
6–8
Semester, je nach Studienmodell und Vorbildung
B.Sc.
Bachelor of Science als üblicher Abschluss
Delegation
Gearbeitet wird im Auftrag und unter Verantwortung von Ärzt:innen
Erwartung und Wirklichkeit
Viele haben ein Bild vom Studium, das wenig mit dem Alltag im Hörsaal zu tun hat. Diese vier Punkte überraschen am häufigsten:
„Physician Assistants sind fast Ärzt:innen.“
Sie übernehmen viele ärztliche Aufgaben, aber immer im Auftrag einer Ärztin oder eines Arztes, die oder der die Verantwortung trägt. Diagnosen und Therapieentscheidungen bleiben ärztlich.
„Das Studium ist eine Abkürzung zum Medizinstudium.“
Es ist ein eigener Beruf mit eigenem Profil. Wer später Ärzt:in werden will, muss Medizin regulär studieren.
„Ich arbeite vor allem im OP.“
Assistenz bei Operationen ist ein Feld. Ebenso häufig arbeiten Physician Assistants auf Stationen, in Notaufnahmen, Ambulanzen oder in Praxen.
„Ohne Vorerfahrung im Gesundheitswesen geht es nicht.“
Manche Studiengänge setzen eine Ausbildung voraus, andere stehen auch Abiturient:innen offen. Praktische Erfahrung im Krankenhaus ist aber in jedem Fall ein großer Vorteil.
Inhalte und Ablauf
Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule, der Aufbau ist aber fast überall ähnlich:
- 01
1. und 2. Semester
Anatomie, Physiologie, Biochemie, Grundlagen der Krankheitslehre, medizinische Terminologie und erste Untersuchungstechniken. - 02
3. bis 5. Semester
Innere Medizin, Chirurgie, Pharmakologie, Diagnostik, Notfallmedizin und lange Praxisphasen in Kliniken unter ärztlicher Anleitung. - 03
6. bis 8. Semester
Vertiefung in einem Fachgebiet, Prozess- und Qualitätsmanagement, wissenschaftliches Arbeiten und die Bachelorarbeit.
Typische Module
- Anatomie
- Physiologie
- Krankheitslehre
- Pharmakologie
- Anamnese und körperliche Untersuchung
- Diagnostische Verfahren
- Innere Medizin
- Chirurgie und OP-Assistenz
- Notfallmedizin
- Wundmanagement
- Medizinische Dokumentation
- Kommunikation mit Patient:innen
Schwerpunkte
Nach den Grundlagen kannst du dich spezialisieren. Manche Hochschulen bieten diese Richtungen auch als eigenen Studiengang an:
Pflege
Der Weg über die Pflege, aus dem viele Physician Assistants kommen.
Gesundheitsmanagement
Abläufe und Organisation im Krankenhaus steuern.
Medizin
Das Studium mit vollständiger ärztlicher Verantwortung.
Chirurgie
Vor- und Nachbereitung von Operationen und Assistenz im OP.
Notaufnahme
Ersteinschätzung und Versorgung im Notfallzentrum.
Wo du Physician Assistant (Arztassistenz) studieren kannst
Wähl zuerst, wie dein Studium in deinen Alltag passen soll. Dann siehst du die passenden Studiengänge, auf Wunsch mit dem nächsten Standort.
Klassisch studieren: Vorlesungen, Seminare und Kommiliton:innen vor Ort.
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Hochschule Fresenius
Physician Assistance
B.Sc. Braunschweig, Düsseldorf, Frankfurt am Main und 4 weitere
Studiengangseite liegt auf carl-remigius.de (nicht hs-fresenius.de) – Partner-Tracking prüfen
Infomaterial anfordern kostenlos · auf carl-remigius.de
So gehst du am besten vor
- 1Infomaterial anfordern bei zwei oder drei Hochschulen. Das ist kostenlos und unverbindlich.
- 2Vergleichen Studienplan, Zeitmodell, Standort und Kosten nebeneinanderlegen.
- 3Reinschnuppern bei einem Infoabend oder einer Probevorlesung, bevor du dich bewirbst.
8 Studiengänge an 2 Hochschulen.
Voraussetzungen und NC
Je nach Studiengang brauchst du Abitur oder Fachhochschulreife und manchmal eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf, etwa Pflege, Notfallsanitäter:in oder Medizinische Fachangestellte:r. Manche Modelle richten sich gezielt an diese Berufsgruppen und rechnen Erfahrung an.
Wichtig sind großes Interesse an Medizin, Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit und eine ruhige Hand in stressigen Situationen. Du arbeitest nah an kranken Menschen und musst auch in Notfällen konzentriert bleiben.
Teamfähigkeit ist zentral, weil du eng mit Ärzt:innen, Pflege und anderen Berufsgruppen zusammenarbeitest und klar kommunizieren musst, was du übernommen hast und wo du ärztliche Entscheidung brauchst.
Für die Praxisphasen brauchst du meist einen Kooperationsvertrag mit einer Klinik oder Praxis. Viele Studierende sind dort angestellt und studieren berufsbegleitend oder dual, was die Finanzierung erleichtert.
Staatliche Hochschulen
Staatliche Hochschulen bieten Physician Assistance bisher nur an wenigen Standorten an, oft in Kooperation mit Kliniken. Häufig ist ein Vertrag mit einem Praxispartner Voraussetzung.
Private Hochschulen
Private Hochschulen sind in diesem Fach besonders aktiv und bieten Vollzeit-, duale und berufsbegleitende Modelle an, teils speziell für Menschen mit Gesundheitsausbildung. Zugelassen wird über eigene Verfahren, die Gebühren nennt das Infomaterial.
Der rechtliche Rahmen
In Deutschland gibt es für Physician Assistants bisher kein eigenes Berufsgesetz. Sie arbeiten im Rahmen der ärztlichen Delegation: Eine Ärztin oder ein Arzt überträgt Aufgaben, bleibt aber für Diagnose, Therapieentscheidung und Gesamtverantwortung zuständig. Welche Aufgaben übertragen werden dürfen, hängt von Ausbildung, Erfahrung und Klinik ab.
Ärztliche Fachgesellschaften und Kammern haben Empfehlungen zum Einsatz von Physician Assistants veröffentlicht, und das Berufsbild wird sich voraussichtlich weiterentwickeln. Für dich heißt das: Achte auf akkreditierte Studiengänge mit guten Klinikpartnern und informiere dich, wie Absolvent:innen in den Kooperationskliniken eingesetzt werden.
Uni, FH oder Fernstudium?
Dasselbe Fach kann sich je nach Studienform sehr unterschiedlich anfühlen. So unterscheiden sich die Wege bei Physician Assistant (Arztassistenz):
Hochschule (FH) und private Hochschule
Vollzeitstudium mit langen Praxisphasen in Partnerkliniken, für Abiturient:innen und Quereinsteiger:innen.
Duales Studium
Du bist bei einer Klinik angestellt und studierst im Wechsel. Die Klinik bezahlt dich oft und übernimmt manchmal die Studiengebühren.
Berufsbegleitend
Für Pflegekräfte, Notfallsanitäter:innen und MFA, die neben dem Beruf weiterqualifizieren. Vorerfahrung wird oft angerechnet.
Berufe nach dem Studium
Mit Physician Assistant (Arztassistenz) stehen dir viele Richtungen offen. Die wichtigsten Arbeitsfelder:
- Stationsarbeit: Patient:innen aufnehmen, Visiten vorbereiten, Untersuchungen durchführen und Entlassungen organisieren.
- Chirurgie und OP: Patient:innen auf Operationen vorbereiten, im OP assistieren und die Nachsorge begleiten.
- Notaufnahme: Ersteinschätzungen durchführen, Untersuchungen veranlassen und Ärzt:innen in hektischen Situationen entlasten.
- Ambulanzen und Praxen: In fachärztlichen Ambulanzen oder großen Praxen Sprechstunden vorbereiten und Routineaufgaben übernehmen.
- Intensivmedizin: Im Team der Intensivstation bei Überwachung, Dokumentation und ärztlich angeordneten Maßnahmen unterstützen.
- Organisation und Qualität: Abläufe auf Station verbessern, Dokumentation verantworten und neue Kolleg:innen einarbeiten.
Verwandte Berufe mit Ausbildung
Manche Richtungen erreichst du auch ohne Studium. Unsere Ratgeber zu verwandten Berufen:
Passt das zu dir?
Passt gut, wenn
- Medizin fasziniert dich, und du willst nah an Patient:innen arbeiten.
- Du übernimmst gern Verantwortung, auch in hektischen Situationen.
- Du arbeitest gern eng im Team mit Ärzt:innen und Pflege.
- Du kommst aus einem Gesundheitsberuf und willst den nächsten Schritt gehen.
Eher nicht, wenn
- Du möchtest eigenständig Diagnosen stellen und Therapien festlegen.
- Nacht- und Feiertagsdienste schließt du für dich aus.
- Blut, Wunden und Notfälle belasten dich stark.
- Du suchst einen Beruf mit klar geregeltem Berufsgesetz und festen Grenzen.
Noch unsicher?Mach den Studienfinderund sieh, welche Studiengänge zu deinen Interessen passen.
Checkliste
Bevor du dich bewirbst
- Geklärt, ob der Studiengang eine Ausbildung im Gesundheitswesen voraussetzt
- Kooperationskliniken der Hochschule und deren Einsatz von Physician Assistants angesehen
- Praktikum oder Hospitation in einer Klinik gemacht
- Duale und berufsbegleitende Modelle mit dem Arbeitgeber besprochen
- Akkreditierung und Studienmodell im Infomaterial geprüft
- Gesundheitliche Eignung und Impfnachweise vorbereitet
Häufige Fragen
Was darf ein Physician Assistant?+
Alles, was eine Ärztin oder ein Arzt im Rahmen der Delegation überträgt, etwa Anamnese, Untersuchungen, Vorbereitung von Eingriffen, Assistenz und Dokumentation. Diagnose und Therapieentscheidung bleiben ärztlich.
Ist Physician Assistant ein anerkannter Beruf?+
Der Bachelorabschluss ist akademisch anerkannt, ein eigenes Berufsgesetz gibt es in Deutschland aber noch nicht. Der Einsatz richtet sich nach den Regeln der ärztlichen Delegation und den Empfehlungen der Ärzteschaft.
Brauche ich vorher eine Ausbildung?+
Das hängt vom Studiengang ab. Einige setzen eine Ausbildung in Pflege, Rettungsdienst oder als MFA voraus, andere nehmen auch Abiturient:innen auf. Klinikerfahrung ist in jedem Fall hilfreich.
Kann ich danach Medizin studieren?+
Ein Wechsel ins Medizinstudium ist nur über die regulären Zulassungswege möglich. Einzelne Leistungen werden selten angerechnet, das Studium ist also kein Sprungbrett, sondern ein eigener Weg.
Wie sind die Jobaussichten?+
Gut und wachsend, weil Kliniken Ärzt:innen entlasten wollen. Viele Absolvent:innen werden von ihrer Kooperationsklinik übernommen, besonders nach dualem Studium.
Arbeite ich im Schichtdienst?+
In Kliniken häufig ja, je nach Einsatzbereich mit Früh-, Spät- oder Nachtdiensten. In Ambulanzen und Praxen sind die Zeiten oft planbarer.
Wie unterscheidet sich der Beruf von der Pflege?+
Pflege verantwortet den Pflegeprozess und die Betreuung von Patient:innen. Physician Assistants übernehmen delegierte ärztliche Aufgaben wie Untersuchungen, Diagnostik und Assistenz bei Eingriffen.